Nach Rauswurf
: Kalbitz bleibt ein AfD-Problem

Das Schiedsgericht hat den Parteiausschluss bestätigt. Aber die AfD streitet weiter über den Umgang mit Andreas Kalbitz.
Von
André Bochow
Berlin
Jetzt in der App anhören

Nach dem Rauswurf aus der AfD bleibt Andreas Kalbitz noch immer eine Herausforderung für die Partei. (Symbolfoto)

Patrick Pleul/dpa

Das Bundesschiedsgericht der AfD hatte am Samstag  die vom Bundesvorstand im Mai beschlossene Annullierung der Mitgliedschaft des Brandenburger AfD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Kalbitz bestätigt. Das Berliner Kammergericht hatte zwischenzeitlich Kalbitz wieder in seine Mitgliedsrechte eingesetzt, weil nach Auffassung der Juristen für einen Parteiausschluss nicht der Vorstand, sondern das Schiedsgericht zuständig ist. Mit dem jetzigen Beschluss dieses Gremiums sei das Ende der Parteimitgliedschaft nun „rechtsgültig“, heißt es in einer AfD-Presseerklärung.

Als Grund für den Parteiausschluss hatte der Vorstand angegeben, Kalbitz habe bei seinem Parteieintritt eine frühere Mitgliedschaft in der inzwischen verbotenen rechtsextremen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) und bei den Republikanern nicht mitgeteilt. Kalbitz bestreitet die Mitgliedschaft in der HDJ und kündigte zivilrechtliche Schritte an.

Für den Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, bestehen Zweifel, „dass die AfD wirklich den Willen dazu aufbringt, sich klar vom rechtsextremen Lager abzugrenzen“. Gegenüber dieser Zeitung sagte Frei: „Der Ausschluss von Herrn Kalbitz aus der AfD ist zwar zu begrüßen, aber er ändert nichts daran, dass sich weiterhin viele Rechtsextremisten in dieser Partei bewegen.“ Wenn die AfD den Kampf gegen den Rechtsextremismus in den eigenen Reihen ernst meinte, „würde sie dabei doch viel entschlossener vorgehen“. Der FDP-Innenpolitiker Benjamin Strasser nennt den Parteiausschluss ein „Feigenblatt“. Strasser hält die  AfD für den „parlamentarischen Arm“ der Rechtsextremen in Deutschland. „Wenn es der AfD wirklich darum gehen würde, Rechtsextremisten konsequent aus ihrer Partei zu entfernen, wären Funktionäre wie Björn Höcke sowie seine Anhänger längst ausgeschlossen worden.“

CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte der „Welt am Sonntag“, es spreche  Bände, „wie viele frenetische Anhänger“ in der AfD ein Rechtsextremer wie Kalbitz habe. Blume sieht die AfD aber künftig unter der Fünf-Prozent-Grenze.