Ocean World statt Sea Life: Attraktionen in Berlin – Schließungen und Neueröffnungen

Schüler stehen vor einem der Fisch-Becken im Sea Life Berlin, das am 13. Dezember 2024 um 15 Uhr für immer schließt. Manche Kunden mit Kombi-Tickets bekommen nun Probleme.
dpa/Jörg Carstensen- Sea Life Berlin und Little Big City schließen am 13. Dezember 2024.
- Mattel eröffnet 2025 ein Erlebniscenter in den Potsdamer Arkaden.
- Ein neuer Meerespark "Ocean Berlin" entsteht in Lichtenberg und öffnet 2026.
- Kombi-Ticket-Inhaber müssen ihre Pläne ändern oder verlieren Geld.
- 58 Mitarbeiter sind von den Schließungen betroffen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Berlin haben Familien mit Kindern die Qual der Wahl, was Ausflugsmöglichkeiten angeht. Doch die Attraktionen sind wie die Stadt selbst im Wandel. Zwei besonders bei Touristen beliebte Freizeiteinrichtungen schließen noch im Dezember 2024. Darunter das große Aquarium an der Spandauer Straße in Mitte und die Miniaturwelt, nur wenige Fußminuten entfernt am Fuße des Fernsehturms.
„Nach reiflicher Überlegung haben wir mit Bedauern die schwierige Entscheidung getroffen, das Little BIG City Berlin und das SEA LIFE Berlin zum 13.12.2024 zu schließen“, kündigt Marcel Kloos, Regional Direktor Deutschland der Merlin Entertainments Gruppe, an.
Sea Life zieht zu wenig Besucher
Hintergrund sei vor allem, dass das Little BIG City schon seit einiger Zeit nicht mehr genug Besucher anlockte. Auch das SEA LIFE Berlin würde - insbesondere nach der Havarie im benachbarten AquaDom im Dezember 2022 - das gewünschte Zielpublikum nicht mehr ausreichend ansprechen. „Die Entscheidung zur Schließung der zwei Standorte zu treffen, ist Merlin nicht leicht gefallen. Sie ist jedoch aus wirtschaftlichen Gründen notwendig“, betont Kloos.
Von den Schließungen sind insgesamt 58 Mitarbeiter betroffen. „Wir werden mit den betroffenen Mitarbeitern persönlich sprechen, um mit ihnen Möglichkeiten einer Versetzung an einen anderen Merlin-Standort zu erörtern“, kündigt Kloos an.
Die Merlin Entertainments Group ist ein britischer Betreiber von über 120 Freizeiteinrichtungen in 23 Ländern. In Berlin betreibt die Deutschland Gruppe unter anderem auch das Legoland am Potsdamer Platz sowie das Madame Tussauds unter den Linden in Mitte.

Blick in das 2017 eröffnete Little Big City Berlin. Die Miniaturstadt, die Berlins Geschichte und ihre Gebäude in einem Maßstab von 1:24 zeigt, zieht nicht mehr genug Besucher an und schließt im Dezember 2024.
dap/Jens KalaeneBesucher, die Kombi-Tickets gebucht haben und denen man eigentlich mitgeteilt hatte, dass sie beispielsweise nach einem Tag im Lego-Land 90 Tage Zeit hätten, zusätzlich das Sea Life oder das Little Big City zu besuchen, wurden von der Schließungs-Ankündigung kalt überrascht und müssen sich jetzt sputen, sonst haben sie einen Teil des Geldes umsonst gezahlt.
Erschwerend kommt hinzu, dass das Riesen-Aquarium vom 18. 11. bis einschließlich 25. 11. 2024 wegen Betonarbeiten geschlossen bleibt. Bisher können ausschließlich erworbene Tickets oder Zeitfensterreservierungen nach dem 13. Dezember im Internet auf einen früheren Termin umgebucht werden. „Wir sind bereit in individuellen Fällen auch anderweitig Lösungen anzubieten", so eine Sprecherin beider Einrichtungen auf Anfrage. So könnten sich Kunden mit ihren Umbuchungs-Fragen direkt an das Sea Life unter info-berlin@sealife.de beziehungsweise unter info.berlin@littlebigcity.de an die Miniaturwelt wenden.
Zusätzlich zu den Berliner Standorten betreibt die Merlin Entertainments Group Attraktionen an mehr als zehn anderen Standorten in Deutschland, einschließlich dem Heide Park Resorts in Niedersachsen.
Neue Attraktionen in Berlin
Was Berlin anbelangt, so gibt es aber auch Neueröffnungen anderer Entertainment-Unternehmen. Neben dem „Lane7“, einer Mischung aus Spielhalle, Bowlingscenter, Indoor-Minigolf-Anlage und Bar, das vor wenigen Tagen am Potsdamer Platz eingeweiht wurde, soll Anfang 2025 nach zweijähriger Verzögerung ein Erlebniscenter des Spielzeugherstellers Mattel am Platz eröffnen.
Das bestätigte zumindest die Presseagentur, die vom Immobilieninvestor Brookfield Property Partners engagiert wurde. Das kanadische Unternehmen investiert rund 200 Millionen Euro in den Umbau der Potsdamer Arkaden sowie ihrer Außenflächen.
Im modernisierten Einkaufszentrum, das inzwischen „The Playce“ heißt, will nun auch der US-amerikanische Spielzeugkonzern Mattel wahrscheinlich ab Februar 2025 sein erstes europäisches Entertainment-Center vom Typ „Mission: Play!“ betreiben. Auf einer Fläche von über 4.000 Quadratmetern wird es dort nicht nur Spielzeug zu kaufen geben.
Kunden sollen dazu Mattels bekannte Marken wie Barbie, Hot Wheels und Mega Bloks in eigens dafür gestalteten Bereichen hautnah erleben. „Das Freizeitcenter verbindet physische mit digitalen Spielerfahrungen und bietet zudem Bildungsprogramme, Veranstaltungen und Erlebnis-Einzelhandel an“, heißt es in der Ankündigung.
Eigentlich sollte die Mattel-Welt schon 2022 eröffnen. Zu der Verzögerung sei es unter anderem gekommen, weil der Spielzeughersteller eine weitere Filial-Eröffnung in Dubai vorgezogen habe, heißt es von der PR-Agentur.
Meerespark in Lichtenberg
Unterdessen nimmt in Berlin-Lichtenberg ein riesiges rund 7.500.000 Liter Wasser fassendes Raubfischbecken Gestalt an. Es soll Teil des neuen „Ocean Berlin“ werden. Der hochmoderne Meerespark wird derzeit unter der Leitung von Coral World Berlin in der Rummelsburger Bucht gebaut und soll 2026 eröffnen.
Coral World International wurde 1974 vom israelischen Unternehmer Morris Kahn und dem Zoologen David Fridman gegründet und betreibt weltweit vier Meeresparks, unter anderem ein Unterwasser-Observatorium in Israel und ein Riesen-Aquarium mit einer Korallenaufzuchtstation auf Mallorca.
„Mit dem Berliner Projekt wollen wir den Ozean in das Herz Europas bringen und seinen Bewohnern eine Stimme geben“, schreiben die Betreiber auf ihre Webseite. Man wolle mit dem Projekt auch das Bewusstsein schaffen sowie das Handeln fördern, um den Auswirkungen von Artensterben, globaler Erwärmung und Ozeanversauerung entgegenzuwirken.
Darüber hinaus forsche man zusammen mit Wissenschaftlern verschiedener Universitäten und entwickele Zuchtprogramme. „Das Pumpenhaus in Berlin wird unsere Korallenaufzuchtstation beherbergen, und die Station wird öffentlich zugänglich sein, genauso wie das 6.500 Quadratmeter große Außengelände“, kündigt Coral World an.
Fische suchen neues Zuhause
Für die Sea-Life-Tiere wird die Eröffnung des neuen Mega-Aquariums in Lichtenberg wohl zu spät kommen. „Unsere Prioritäten liegen nun zum einen darin, für unsere Tiere ein geeignetes neues Zuhause zu finden, wobei wir auf die Hilfe unseres weltweiten Sea Life Netzwerks zurückgreifen können“, versichert Regionaldirektor Kloos.




