Olaf Scholz in Bad Saarow: Wirtschaftsboom in Ostdeutschland? So spricht der Kanzler über Brandenburg

Bundeskanzler Olaf Scholz (l, SPD) spricht mit Frank Nehring, Präsident des Ostdeutschen Wirtschaftsforums (OWF). Auf der Konferenz in Bad Saarow beraten von Sonntag bis Dienstag Vertreter von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über den wirtschaftlichen Wandel.
Patrick Pleul/dpaBundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wurde am Sonntagabend (11.6.) mit großer Spannung in Bad Saarow zum diesjährigen 8. Ostdeutschen Wirtschaftsforum erwartet. Denn vor einer Woche war er noch in Falkensee auf dem Europafest der SPD wegen seiner Ukraine-Politik ausgepfiffen worden.
Doch in Bad Saarow konnte der deutsche Regierungschef ganz entspannt seine Rede vor den ostdeutschen Unternehmerinnen und Unternehmern halten, die ihn zwar auch kritisierten, doch dies sehr höflich und zurückhaltend taten.
Heimspiel in Brandenburg auf dem Wirtschaftsforum
„Ostdeutschlands Wirtschaft erlebt einen Boom. Es gibt eigentlich kaum eine Zukunftstechnologie, kaum eine Wachstumsbranche, die hier in Ostdeutschland nicht bereits zu Hause ist oder sich hier gerade ein neues Zuhause sucht“, waren einige seiner Kernaussagen.
Letztlich hatte er ein Heimspiel, war er doch bereits zum vierten Mal bei der Veranstaltung. Denn auch schon als Vizekanzler und Finanzminister war er bereits hier gewesen. So gab es nur wenige kritische Reaktionen von den etwa hundert Teilnehmenden – beispielsweise, dass bei vielen kleinen und mittleren Firmen der Boom gar nicht ersichtlich sei.
„Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass unsere Unternehmen mitkommen“, sagte hingegen Scholz. Die Politik könne diese Entwicklung unterstützen, indem der „Rahmen dafür geschaffen wird – beispielsweise Strom bezahlbar ist“, so der Regierungschef.
Unterbrochene Lieferketten bleiben als Problem
An dem Wirtschaftsforum nehmen bis Dienstag neben Politikern von Bund und Ländern auch die Spitzen von Industrieverbänden und Unternehmen teil. Unter dem Motto „Eine neue Zeit“ soll es auch um die Chancen von Transformation vor dem Hintergrund einschneidender Ereignisse wie der Pandemie und Russlands Krieg gegen die Ukraine gehen. Ein Problem für die Unternehmen stellen die unterbrochenen Lieferketten dar, die restrukturiert werden müssen. Eine derartige Anhäufung von Schwierigkeiten hat es für die Vertreter aus Wirtschaft und Politik in den vergangenen Jahren noch nie gegeben. Das Wirtschaftsforum wird seit 2016 veranstaltet.
Die Wirtschaft in Brandenburg auf Platz 13
Zur Einordnung: Dass ein Ruck durch die Region geht, lässt sich schon erkennen: So ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr beispielsweise in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt stärker als im Bund insgesamt.
Allerdings belegten die ostdeutschen Bundesländer 2022 im Bundesvergleich beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (BIP) im Bundesvergleich die hinteren Plätze. Sie liegen unter dem Bundesdurchschnitt von fast 46.000 Euro. Berlin lag mit etwa 48.150 Euro darüber und schnitt damit sogar noch besser als Nordrhein-Westfalen (43.910 Euro) ab, das bevölkerungsreichste Bundesland. Brandenburg verzeichnete 34.610 Euro und belegte damit den 13. Platz.
Experten haben aber immer wieder betont, dass die Wirtschaft Brandenburgs aufgrund seiner zentralen Lage und seines logistischen Potenzials noch Wachstumsspielraum nach oben hat.
Hintergrund: Doch nicht nur die Wirtschaft ist bei diesem Gipfel ein bedeutsames Thema. So waren auch Sicherheitsfragen für den Bundeskanzler im Vorfeld der Veranstaltung besonders wichtig gewesen. Denn Wochen vorher hatte es eine ernsthafte Sicherheitspanne gegeben. Am 28. Mai hatte ein wildfremder Mann auf dem Flughafen in Frankfurt am Main wegen einer Sicherheitspanne Scholz einfach umarmen können.
Die Träger und Trägerinnen des Preises VORSPRUNG im Jahr 2023
● Das Luftfahrtunternehmen Apus
● Der Entwickler und Hersteller von Messinstrumenten Knauer
● Der Kunststoffverarbeiter meshpack
● Der Produzent von technischen Textilien Norafin Industries
● Der Hersteller von Röntgentechnik Oehm und Rehbein
● Das Technologieunternehmen Robust AO GmbH
● Der Sonderpreis Startup ging an Additive Drives
► Die Preise wurden bereits am 9. Mai vergeben. Die Kandidaten wurden nun noch einmal im Rahmen der Veranstaltung gewürdigt.

