Von der Erstentdeckung in Afrika bis zu den ersten nachgewiesenen Fällen in Brandenburg hat es nicht lange gedauert: Die neue Coronavirus-Variante Omikron ist in Brandenburg angekommen, denn dort wurden erste Fälle nachgewiesen.
Betroffen sind drei Menschen aus Potsdam, teilte die Stadt am Dienstagabend mit. Die positiven Corona-Tests stammten den Angaben zufolge aus der vergangenen Woche – anschließend wurde sequenziert. Die Untersuchungen seien abgeschlossen, am Dienstag habe das Ergebnis vorgelegen, erklärte ein Sprecher.
Laut Stadt handelt es sich bei einem der Infizierten um einen Reiserückkehrer aus Südafrika, bei dem zweiten um eine direkte Kontaktperson. Die dritte Person sei offenbar nicht im Ausland gewesen und habe sich in der Region angesteckt, erklärte die Bereichsleiterin Öffentlicher Gesundheitsdienst, Kristina Böhm. Im Umfeld seien weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Ob es sich dabei auch um die Omikron-Variante handelt, muss nun ermittelt werden“, so Böhm.

Potsdam will mit mehr Untersuchungen Ausbreitung untersuchen

Auch bei einer weiteren gebürtigen Potsdamerin sei mittlerweile eine Infektion mit der Omikron-Variante nachgewiesen worden, sie befinde sich aber außerhalb Brandenburgs in Quarantäne und sei nach einem positiven Test am Flughafen gar nicht erst nach Potsdam zurückgekehrt.
Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) kündigte unterdessen verstärkte Untersuchungen von positiven Tests an. „Um den Überblick zu behalten, wie schnell sich die Virusvariante ausbreitet und dabei die anderen Varianten verdrängt, werden wir die Sequenzierungsquote ausschöpfen und bei außergewöhnlichen Clustern zusätzlich sequenzieren. Das haben wir bereits bei der Ausbreitung der Delta-Variante so gemacht.“ Die aktuelle Entwicklung zeige, wie schnell sich die neue Variante verbreite, so Schubert.

Wie gefährlich ist die Omikron-Variante?

Nach Angaben des US-Immunologen Anthony Fauci könnte die Omikron-Variante des Coronavirus weniger schwere Krankheitsverläufe hervorrufen. Fauci mahnte allerdings am Dienstag, dass es noch zu früh für eine abschließende Bewertung sei.
Bei den Fällen, die man aktuell auswerte, beobachte man verhältnismäßig milde Krankheitsverläufe. Dies könne aber beispielsweise auch daran liegen, dass bei diesen Fällen vor allem jüngere Leute betroffen seien. „Ich würde also sagen, dass wir keine endgültigen Schlussfolgerungen ziehen sollten.“
Gerade bei der Frage nach der Schwere des Krankheitsverlaufs gebe es datentechnisch immer Verzögerungen. „Ich könnte mir vorstellen, dass es noch mindestens ein paar Wochen dauern wird, bis wir einen guten Überblick haben - und dann erst ein paar Wochen später einen wirklich guten Überblick“, sagte der Präsidentenberater. Schaue man auf die Übertragbarkeit, gebe es Beweise dafür, dass die Omikron-Variante hochansteckend und gegenüber anderen Varianten wie Delta dominant sei.

Frankfurt (Oder)

Christian Drosten befürchtet Omikron-Problem ab Januar

Der Virologe Christian Drosten befürchtet ab Anfang kommenden Jahres Schwierigkeiten mit der Omikron-Variante des Coronavirus auch hierzulande. „Das Virus wird auch in Deutschland zuwachsen“, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. „Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben.“
Dieses Problem könne bis in den Sommer andauern, warnte er. In Südafrika seien die Zuwachsraten trotz des dort einsetzenden Sommers hoch. „Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt.“ Bisher seien ihm hierzulande aus dem Austausch mit Kollegen ungefähr 25 bis 30 Omikron-Fälle bekannt, berichtete Drosten. Die Zahl sei nicht vollständig und werde „in ganz kurzer Zeit“ zunehmen.