Palast der Republik in Berlin: Wie ein Verein für das Comeback des DDR-Baus sorgt

Blick auf den Palast der Republik, den Fernsehturm und das Rathaus. Der Palast der Republik am historischen Lustgarten und Schlossplatz in Berlin war der teuerste Prachtbau in der Geschichte der DDR. Künftig soll vor Ort an ihn erinnert werden.
picture alliance/dpa- Ein Förderverein plant ein Bronzemodell des DDR-Palasts der Republik in Berlin-Mitte.
- Das Modell soll rund 44.000 Euro kosten und 2026 am Originalstandort aufgestellt werden.
- Der Verein fordert den Abriss des Humboldt Forums und den Wiederaufbau des Palasts.
- Spender können Bauteile des Modells finanzieren, z. B. Fenster, Türen oder Balkonstücke.
- Der Palast war ein DDR-Vorzeigebau, wurde aber zwischen 2006 und 2008 abgerissen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Palast der Republik soll wieder auferstehen. Ein Förderverein, der sich auch für den Wiederaufbau in Berlin öffentlich ausspricht, sammelt Spenden.
Dabei geht es allerdings nicht um einen Neubau in den gigantischen Maßen aus DDR-Zeiten, sondern um ein Bronzemodell, das für rund 44.000 Euro gegossen und im Sommer 2026 am Originalstandort aufgestellt werden soll.
Etwa die Hälfte des Geldes hat der 2021 gegründete „Förderverein Palast der Republik e.V.“ nach eigenen Angaben schon eingesammelt. „Nach konstruktiven Verhandlungen mit der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss ist die Installation auf dem nördlichen Schlossplatz in Berlin-Mitte gesichert“, erklärt Clemens Schöll vom Vorstand.
Palast der Republik in Berlin hat junge Fans
Damit werde 20 Jahre nach dem Abriss des DDR-Vorzeigebaus erstmals eine dauerhafte Markierung dieses bedeutenden Gebäudes der Nachkriegsmoderne im öffentlichen Raum geschaffen. „Wenn man dort entlangläuft und nicht ins Schloss/Humboldt Forum geht, gibt es derzeit keine wirklichen Anzeichen, dass es den Palast einmal gegeben hat, und auch keines dafür, dass das Schloss ein Neubau ist“, erklärt Schöll.

So wird das Modell einmal aussehen, das im kommenden Jahr auf dem Schlossplatz in Berlin vor dem Humboldt Forum aufgestellt werden und an den Palast der Republik erinnern soll.
Visualisierung: Förderverein Palast der Republik e. V.Er selbst ist 1994 in Süddeutschland geboren und hat den imposanten DDR-Mehrzweckbau nie live erlebt. Aber wie viele der anderen 170 Mitglieder des Fördervereins, die teilweise aus den Bereichen Denkmalpflege, Stadtplanung und Architektur kommen, sieht er sich als neue Generation der Palast-Fans, die dem Abriss-Diskurs als Nachwende-Geborene mit Abstand und Distanz begegnen können.
„Klar ist heute, dass die Abriss-Debatte um den Palast der Republik ganz bedeutend für die Berliner Mitte war“, sagt der 31-jährige Medienkünstler und Informatiker. Traurig sei, wie wenig davon heute übrig geblieben sei. „Wenn man recherchiert, ist es schwer herauszufinden, wie damals eigentlich der Verlauf und die verschiedenen Positionen waren“, sagt Schöll.
Der Palast der Republik galt zu seiner Eröffnung im Jahre 1976 mit den Kosten von rund 500 Millionen Ostmark als teuerster Prachtbau der DDR-Geschichte. Das Haus, Sitz der Volkskammer und später beliebter DDR-Kulturpalast, war 1990 unter anderem wegen Asbest geschlossen worden.
Palast der Republik bekommt detailgetreues Modell
Nach langen Diskussionen und unter Protest erfolgte zwischen 2006 und 2008 der Abriss. 2013 begann dann auf der Spreeinsel der Bau des 682 Millionen Euro teuren Humboldt Forums als Weltenmuseum in der Optik der einstigen preußischen Hohenzollernresidenz.
Ähnlich wie beim Schloss-Wiederaufbau können jetzt Spender beim Bronze-Palast-Modell für einzelne Bauteile eine Urkunde bekommen. Kleinere Fenster gibt es ab 6 Euro. Spenden kann man aber auch für Marmorbekleidungen, Türen, Treppen, Lüftungsgitter, Giebelbinder, Pflanzkästen, ein Balkonstück, eine Bühneneinfahrt und die Balkon-Tribüne.
Um die Wirkung des markanten Gebäudes wiederzugeben, in dessen bronzefarbenen Scheiben sich die Umgebung teilweise spiegelte, wolle man das Modell, das ungefähr die Größe eines Schreibtisches hat, besonders detailgetreu nachbauen lassen, betont Schöll. Dazu gehöre, jede einzelne Fensterstrebe zu zeigen.
Verein fordert wirklichen Wiederaufbau des Palastes
Neben der prominenten Platzierung des Modells vor dem Humboldt-Forum, die auch das neue Berliner Schloss für Passanten historisch einordnen soll, fordert der Verein in seinem Fünf-Punkte-Plan den wirklichen Wiederaufbau des Palastes und damit den Abriss des Humboldt Forums/Schlosses. „Viele Menschen haben das zu Recht als Provokation verstanden, die für Aufmerksamkeit sorgt“, sagt Schöll.
Diese Forderungen seien aber auch ein Mittel, um auf die Absurditäten in der historischen Berliner Mitte der vergangenen 30 Jahre hinzuweisen. Auch von dem Wiederaufbau des Schlosses habe man 1992 noch gedacht, dass er sinnlos und unrealistisch sei, betont Schöll. Und trotzdem haben sich Wilhelm von Boddin und sein Förderverein mit der Schloss-Vision durchgesetzt. „Die Geschichte an diesem Ort ist noch nicht zu Ende geschrieben.“


