Wirtschaft in Brandenburg
: Rolls-Royce verfolgt diese Expansionspläne

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat in Großbritannien mit Rolls-Royce offenbar erfolgreiche Gespräche geführt. Das Unternehmen hat neue Pläne für Brandenburg angekündigt. Auch für militärische Zwecke?
Von
Katharina Schmidt
Dahlewitz
Jetzt in der App anhören
9000. Rolls Royce Triebwerk aus Dahlewitz: 14.07.2025, Brandenburg, Blankenfelde-Mahlow: In einer Halle im Rolls-Royce Werk Dahlewitz steht ein Triebwerk mit dem Rolls-Royce Logo. Rolls-Royce feiert 30 Jahre nach dem Start der Triebwerksmontage am Standort Dahlewitz die Auslieferung des 9000. Triebwerks des Standorts. (zu dpa: «Rolls-Royce will von Aufschwung der Luftfahrt profitieren») Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Seit über 30 Jahren entwickelt, produziert und wartet Rolls-Royce in Brandenburg und hat offenbar noch viel vor, wie aus einer neuen Absichtserklärung hervorgeht.

Christophe Gateau/dpa
  • Rolls-Royce plant Expansion in Brandenburg – Fokus auf Dahlewitz als „Technologie-Leuchtturm“.
  • Aktuelle Investition von 35 Mio. Euro in neue Wartungs- und Produktionshalle für Geschäftsflugzeug-Triebwerke.
  • Ausbau des Servicebereichs für Großtriebwerke wie Trent 1000 und Entwicklung neuer Triebwerksgenerationen.
  • Landesregierung unterstützt Projekte mit Fördermitteln, Infrastruktur und Flächensuche.
  • Rolls-Royce betont zivilen Fokus der Investitionen – kein Einsatz für militärische Zwecke geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Rolls-Royce will in Brandenburg weiter investieren. Das geht aus einer Absichtserklärung zwischen dem britischen Unternehmen und der Landesregierung hervor. Der Hersteller von Antriebssystemen entwickelt, produziert und wartet in Dahlewitz (Landkreis Teltow-Fläming) Triebwerke für Geschäfts- und Langstreckenflugzeuge. Rund 2500 Mitarbeiter arbeiten am Standort.

Der Konzern sehe „Potenziale für eine weitere Expansion in Dahlewitz und darüber hinaus“, wie aus dem Letter of Intent hervorgeht, den die Staatskanzlei in einer Pressemitteilung am Montag (10. November 2025) veröffentlichte. Der brandenburgische Standort soll zu einem „Technologie-Leuchtturm“ ausgebaut werden, kündigt der Vorsitzende der Geschäftsführung von Rolls-Royce Deutschland, Dirk Geisinger, an.

Rolls-Royce investiert aktuell 35 Millionen Euro in Dahlewitz

Aktuell investiert Rolls-Royce schon rund 35 Millionen Euro in Dahlewitz. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau einer neuen Halle für die Wartung und Produktion der Triebwerke von Geschäftsflugzeugen eine umfassende Kapazitätserweiterung umgesetzt werden, heißt es in der Erklärung.

Ende 2024 wurden in Dahlewitz zudem erstmals seit der Corona-Pandemie wieder Großtriebwerke des Typs Trent 1000 gewartet. Diese sind für das Langstreckenflugzeug Boeing 787 Dreamliner vorgesehen. Auch dieser Servicebereich soll deutlich ausgebaut werden, „um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden“, wird in der Absichtserklärung angekündigt.

Der britische Konzern sieht für Dahlewitz zudem das Potenzial, an der Entwicklung neuer Triebwerksgenerationen mitzuwirken, die später auch vor Ort produziert werden könnten. „Das Land Brandenburg bietet dafür grundsätzlich ideale Rahmenbedingungen – darunter den Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften, eine hohe Dichte an Forschungseinrichtungen, gezielte Förderinstrumente sowie geeignete Flächen und Standorte“, heißt es weiter.

Ausbau der Militärsparte in Brandenburg?

Im Gegenzug sichert die Landesregierung volle Unterstützung bei der Umsetzung der geplanten Projekte zu. Man habe zugesagt, die Investitionsvorhaben „mit den vorhandenen wirtschaftspolitischen Instrumenten zu begleiten und das Unternehmen bei der Erschließung geeigneter Förderinstrumente zu unterstützen.“ Auch will sich die Landesregierung dafür einsetzen, die erforderliche Infrastruktur bereitzustellen und bei der Suche nach Flächen auch außerhalb von Dahlewitz zu helfen.

„Rolls-Royce steht für hochqualifizierte Arbeitsplätze, technologische Spitzenleistungen und internationale Wettbewerbsfähigkeit“, lobt Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in einer Pressemitteilung. „Mit der heute unterzeichneten Vereinbarung schaffen wir Planungssicherheit, stärken Forschung und Entwicklung und bauen die Rolle Brandenburgs als Industrie- und Innovationsstandort weiter aus.“ Woidke befindet sich derzeit in Derby, Großbritannien, einer weiteren Produktionsstätte des Konzerns.

Dominic Horwood, Chief Strategy Officer von Rolls-Royce, fügte in Hinblick auf Derby und Dahlewitz noch hinzu: „Gemeinsam werden wir bestehende Triebwerksprogramme umsetzen und Positionen auf zivilen und militärischen Plattformen der nächsten Generation gewinnen.“

Rolls-Royce ist auch ein Hersteller von Triebwerken für Militärflugzeuge. Wird die angekündigte Investition in Brandenburg möglicherweise auch militärischen Zwecken dienen? Ein Sprecher des Unternehmens verneint dies auf Nachfrage: Der Schwerpunkt liege in Dahlewitz bei Geschäftsflugzeugen und Großtriebwerken, „also im zivilen Bereich“. Auch die Staatskanzlei hat dies auf Nachfrage dementiert.