Erstmals seit vier Wochen ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Brandenburg unter die Marke von 100 gesunken. Der Wert neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen ging auf 98,3 zurück, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Potsdam mitteilte. Am Mittwoch lag er noch landesweit bei 101,5, vor einer Woche bei knapp 114. Damit ist Brandenburg neben Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen eines von vier Bundesländern mit einem Wert unter 100.
Die Zahl der gemeldeten neuen Infektionsfälle ist aber dem Ministerium zufolge mit 547 weiter hoch - nach 442 am Mittwoch. Eine Sieben-Tage-Inzidenz über 100 haben die kreisfreien Städte Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus sowie 6 der 14 Landkreise. Ab dem Wert von 100 greift am übernächsten Tag die bundesweite Notbremse mit einer Ausgangsbeschränkung zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr. In Cottbus sollen Schulen ab Montag wieder in den Wechselunterricht zurückkehren und Kitas in Regelbetrieb, nachdem der Inzidenzwert lange genug unter 165 liegt. Der Kreis Spree-Neiße plant die Öffnungen ab 17. Mai.

Öffnung von Restaurants

Brandenburg plant ab Pfingsten bei stabilem Trend zurückgehender Infektionszahlen voraussichtlich die Öffnung von Gaststätten, Sport, Kultur und Tourismus im Freien. Das Kabinett will am Dienstag nächster Woche darüber beraten.
Unterdessen kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) für die Sommer- und Herbstferien für Kinder und Jugendliche Ferienbetreuung mit Lernangeboten an. „Die Schülerinnen und Schüler machen Ferien – und können nebenbei etwas Lernen, Neues erforschen oder Gelerntes praktisch anwenden“, erläuterte Ernst. „Und die Familien werden ein wenig entlastet.“ Schon im vergangenen Jahr habe es solche Angebote etwa zu Natur und Technik oder Sprachen gegeben. Die Angebote werden in diesem Jahr vom Land mit 3,1 Millionen Euro gefördert.
Ernst setzt zudem für das kommende Schuljahr auf Corona-Impfungen für Schulkinder. „Wir werden nach dem Sommer, so hoffe ich, auch Kinder ab zwölf Jahren impfen können“, sagte Ernst der „Märkischen Oderzeitung“ (Donnerstag). „Mit der Impfung der Lehrkräfte und der verpflichtenden Teststrategie macht das die Schulen noch sicherer.“ Die geplanten Nachhilfeprogramme zum Aufholen der Lernrückstände wegen der Schulschließungen könnten nur im Präsenzunterricht greifen.
Der für die Impflogistik zuständige Innenminister Michael Stübgen (CDU) forderte eine Lockerung der aus seiner Sicht starren Vorschriften für Zweitimpfungen. Bisher müssten Erst- und Zweitimpfung zwingend am gleichen Ort stattfinden, sagte der Minister am Donnerstag vor der Gesundheitsministerkonferenz. Diese Regel bremse massiv aus, wo das Impfen in die Hausarztpraxen verlagert werde. Es sei nicht zu vermitteln, warum die Zweitimpfung nicht in einem anderen Impfzentrum als die Erstimpfung oder beim Hausarzt möglich sei. Die Gesundheitsminister müssten das umgehend klären.
In Brandenburg wurden seit Ende Dezember bis Mittwoch rund 686 000 Menschen oder 28 Prozent der Bevölkerung mit einer Erstimpfung versorgt. Mehr als 214 000 Menschen oder 8,5 Prozent aller Brandenburger sind nach Angaben des Innenministeriums vollständig geimpft.
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