Sport in Spandau: Vereine bangen um Existenz – Bruno-Gehrke-Halle vor Schließung?

Die Bruno-Gehrke-Halle in Spandau ist eine beliebte Sporthalle in Spandau Neustadt. Mehr als zehn Träger von Sport- und Freizeitangeboten nutzen die Halle. Doch wie lange wird das noch so sein?
Britta Pedersen/dpa- Die Bruno-Gehrke-Halle in Spandau könnte Ende 2024 geschlossen werden.
- Rund 60 Sportler der SG Siemens könnten ab Januar 2025 keine Trainingsstätte mehr haben.
- Der aktuelle Fünfjahresvertrag zwischen dem Bezirk Spandau und der BImA läuft Ende 2024 aus.
- Vereine und Schulen warten auf Informationen vom Bezirksamt über eine mögliche Vertragsverlängerung.
- Stadträtin Brückner verspricht, Infos zu liefern, sobald sie verfügbar sind.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die denkmalgeschützte Bruno-Gehrke-Halle in der Neuendorfer Straße 68 in Spandau ist Heimat vieler Vereine. Schulsport, Tischtennis, Boxen, Futsal, Modellflug, Fitness, Kampfsport, Eltern-Kind-Turnen – die Liste der Nutzer ist lang. Noch.
Ende des Jahres läuft der Vertrag zwischen dem Eigentümer der Halle und dem Bezirk Spandau aus. Da das Bezirksamt auf Fragen der Vereine nicht reagieren würde, befürchten diese, die Halle ab Januar 2025 nicht mehr nutzen zu können. Für einige Vereinsgruppen würde es das Aus bedeuten.
Spandau: Sportvereine bangen um die Bruno-Gehrke-Halle
Karin Gatz, Vorsitzende der Sportgemeinschaft Siemens, klingt aufgeregt, als sie mitten in ihrem Urlaub ans Telefon geht. Können alle Sportmannschaften auch 2025 in der Bruno-Gehrke-Halle trainieren? Die Frage, wie es für ihren Verein weitergeht, treibt sie um.
Sollte es wirklich keine Vertragsverlängerung geben, könnten rund 60 Sportler der SG Siemens ab Januar nicht mehr trainieren – „es sei denn, das Bezirksamt Spandau stellt uns andere Hallen zur Verfügung“. Zwei Futsal-Seniorenmannschaften, ein erfolgreiches Tischtennisteam und die Fitnessgruppe des Vereins nutzen verschiedene Bereiche der Bruno-Gehrke-Halle.
Die Halle in der Spandauer Neustadt gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Diese schließt regelmäßig Fünfjahresverträge mit dem Bezirk ab. Der aktuelle Vertrag endet am 31. Dezember 2024. Der Bezirk Spandau wiederum lässt die Halle von Vereinen und Schulen nutzen.
Spandau: Vereine warten auf Informationen vom Bezirksamt
„In neun Wochen läuft der Vertrag zwischen der BImA und dem Bezirk aus und wir haben vom Bezirksamt noch keine Informationen, wie der Stand der Verhandlungen ist und ob es danach weitergeht“, sagt Gatz.
Gerade jetzt, wo der Verein versuche, mehr junge Mitglieder zu gewinnen, treffe sie die Ungewissheit um die Sporthalle besonders. „Wer tritt schon in einen Sportverein ein, der seine Sporthalle verlieren könnte?“, fragt sie.
Neben der SG Siemens nutzen unter anderem zwei Schulen die Halle für den Sportunterricht und für Box-AGs. Weitere Nutzer sind der Box- und Freizeitclub 1980, junge Kampfsportler des Vereins Sambo Comb und die Sportgruppe des Bezirksamtes.
Der Verein Fitness Club Spandau hat auf 300 Quadratmetern seine Fitnessgeräte aufgestellt. Der Vereinsvorsitzende Jürgen Kessling erklärt: „Für diese 300 Quadratmeter gab es schon 2011 keine Ausweichsportfläche. Schon deshalb wäre es für uns gar nicht möglich, die Halle bis zum 31. Dezember besenrein zu verlassen.“ 80 jugendliche und 40 erwachsene Boxer seines Vereins trainieren im fest installierten Boxring in der Gehrke-Halle. So ein fest installierter Boxring sei einzigartig in Berlin, meint Kessling.
Spandau: Vereine könnten Mitglieder verlieren
Mit den anderen Vereinen hat er eine Interessengemeinschaft gegründet, um sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Kessling erklärt: Alle Sportvereine zusammengerechnet, „würden mehrere hundert Sportler ab dem 1. Januar auf der Straße stehen.“
Arno Brunn vom TSV 1860 fürchtet um die Fitnessgruppe seines Vereins, die seit 15 Jahren einmal wöchentlich den Gerätebereich der Halle nutzt. „Die 20 Sportlerinnen sind zwischen 60 und 85 Jahre alt und möchten nicht in eine andere Halle umziehen.“ Hier hätten sie alles, was sie brauchen. Die Fahrtwege seien eingespielt. Die Gruppe würde sich auflösen, vermutet er, wenn die Gehrke-Halle für sie nicht mehr nutzbar wäre.
Spandau: Stadträtin äußert sich zur Situation
Die Frage, ob die Vereine über den Stand der Verhandlungen zwischen dem Bezirk und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben informiert worden sind, beantwortet Stadträtin Dr. Carola Brückner so: „Wir befinden uns bereits seit längerem im Austausch mit der BImA, können zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine belastbaren Auskünfte geben. Sobald wir verlässliche Informationen haben, werden wir diese selbstverständlich mitteilen.“
Im Jahr 2019 fanden die letzten Vertragsverhandlungen zwischen dem Bezirk und dem Bund statt. Damals verkündete das Bezirksamt erst kurz vor Weihnachten die erfolgreiche Vertragsunterzeichnung. Für die Vereine wäre es auch diesmal eine glückliche, wenn auch nervenaufreibende Wendung.


