Streik im Nahverkehr: Ab wann in Berlin und Brandenburg im ÖPNV gestreikt werden soll

Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) soll gestreikt werden. (Symbolfoto)
Christophe Gateau / dpaDie Gewerkschaft Verdi ruft zu einem Warnstreik in ganz Deutschland auf. Und verhandelt parallel in fast allen Bundesländern über Tarifverträge im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV).
Bereits am Freitag (26. Januar 2024) hatte Verdi angekündigt, in der neuen Woche über mögliche Warnstreiks bei der BVG zu informieren. Beide Seiten waren am Mittwoch (24. Januar) erstmals zu Gesprächen in der laufenden Tarifrunde zusammengekommen. Verhandelt wird über den Manteltarifvertrag für den Nahverkehr (TV-N).
Am Freitag (2. Februar 2024) wird nun bundesweit in zahlreichen Städten gestreikt. Lediglich in Bayern sind keine Warnstreiks geplant, dort wird derzeit nicht verhandelt.
Streik bei der BVG in Berlin
Bei der BVG in Berlin geht es nicht um höhere Entgelte für die Beschäftigten, sondern um Arbeitsbedingungen. Verdi fordert etwa längere Wendezeiten auf allen Linien, Urlaubsgeld von 500 Euro im Jahr oder 33 Tage Urlaub für alle Beschäftigten ohne Staffelung.

Ein Bus fährt am Zoologischen Garten in Berlin vorbei. Die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen Medienberichten zufolge am Freitag (2. Februar) die Arbeit niederlegen.
Jörg Carstensen / dpaDer Warnstreik werde von Betriebsbeginn am frühen Morgen bis 10.00 Uhr andauern, teilte die Gewerkschaft am Montag (29. Januar 2024) in Berlin mit. „Wir sind sicher, dass dieser Arbeitskampf deutlich zeigen wird, wie ernst es den Kolleginnen und Kollegen ist“, sagte Jeremy Arndt, Verdi-Verhandlungsführer für Berlin und Brandenburg. „Wenn der Warnstreik um 10.00 Uhr beendet ist, ist davon auszugehen, dass es auch darüber hinaus noch Einschränkungen gibt.“ Wie lange das dauere, hänge von den Organisationsmöglichkeiten der BVG ab.
Tarifrunde wirkt sich auf 90.000 Beschäftigte aus
Die Tarifrunde wirkt sich bundesweit laut Gewerkschaft auf mehr als 130 kommunale Unternehmen und rund 90.000 Beschäftigte in den Städten und Landkreisen aus.
Die Tarifverträge der einzelnen Länder unterscheiden sich laut Verdi an vielen Stellen voneinander und jeder Tarifbereich habe eigenständige Forderungen entwickelt – dennoch stünden überall Entlastungsthemen im Vordergrund. Es gehe dabei unter anderem auch um die Absenkung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, kürzere Schichten, die Verringerung unbezahlter Wegzeiten, eine Ausweitung der Ruhezeiten, die Erhöhung des Urlaubsanspruchs oder zusätzliche Entlastungstage.
Verdi-Streik im ÖPNV in Brandenburg
Der Warnstreik im ÖPNV in Brandenburg werde den ganzen Tag gehen, hieß es.
Verdi will 20 Prozent, mindestens aber 650 Euro mehr für die Beschäftigten im Nahverkehr rausholen und die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. 15 kommunale Unternehmen mit 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind von dem Tarifkonflikt betroffen.

