Streik im Einzelhandel
: Wo in Berlin und Brandenburg bis Weihnachten gestreikt wird

Update: 15:39 Uhr Bei der Bahn droht das Streikchaos erst im kommenden Jahr, man wird also Weihnachten zur Familie reisen können. Doch nun ist der Weihnachtseinkauf in Gefahr. Wer genau zum Streik aufgerufen ist.
Von
Olaf Gardt
Berlin
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Ver.di fordert deutlich mehr Geld für die Beschäftigten im Einzelhandel. In vielen Märkten wird deshalb gestreikt. (Symbolfoto)

Hannes P. Albert/dpa

In den Tagen bis Weihnachten könnte es in den Supermärkten und Discountern noch voller werden als sonst vor Feiertage üblich. Der Grund: Die Gewerkschaft ver.di kündigt umfangreiche Streiks bis einschließlich Sonnabend an. Den Grund teilt ver.di in einer Pressemitteilung mit. Darin heißt es: „Die Arbeitgeber im Handel blockieren weiterhin eine Tariflösung. Sie sind nicht bereit zu verhandeln und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, das Reallohnverlusten entgegenwirkt.“ Damit würden die Arbeitgeber die Verantwortung für die Streiks tragen.

Wo genau gestreikt wird, ist derzeit offen. Es seien ausgewählte Filialen verschiedener Unternehmen zum Streik aufgerufen worden, teilt ver.di mit.

Streik im Einzelhandel – wer betroffen ist

Betroffen sind demnach Filialen von Kaufland sowie das Kaufland Lager in Lübbenau, Rewe und das Rewe Lager in Mariendorf, Märkte von Penny, H&M, Edeka, Thalia sowie Netto. Auch die vier Ikea-Einrichtungshäuser der Region sind von den Streiks betroffen. So kann es in den Häusern zu längeren Wartezeiten an den Kassen kommen. Auch könnten die Streiks zu kürzeren Öffnungszeiten im Schwedenrestaurant und im Schwedenbistro im Einrichtungshaus in Waltersdorf führen, heißt es von einer Unternehmenssprecherin.

Welche Filialen wo genau in Brandenburg aufgerufen sind, wollte ver.di nicht sagen, auch um die Mitarbeiter zu schützen. Ob es tatsächlich zu Schließungen von Märkten kommen wird, ist nicht klar. Allerdings, so hieß es, würden die Auswirkungen des Streiks in den kommenden Tagen spürbar werden.

Deutlich mehr Lohn gefordert

Im Tarifstreit geht es vor allem um mehr Lohn. Ver.di fordert für den Einzelhandel 2,50 Euro mehr die Stunde bei einer Laufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber, so die Gewerkschaft, würden bislang für 2023 nur eine Tariferhöhung von 1,04 Euro anbieten. Das bedeute deutliche Reallohnverluste für die Beschäftigten. Viele Beschäftigte im Einzelhandel würden mit ihrem derzeitigen Gehalt nicht mehr über die Runden kommen und in andere Branchen abwandern. „Mit ihrer Blockadehaltung sorgen die Handelsunternehmen dafür, dass es auch in den Tagen vor Weihnachten zu Streiks kommt.

Die Verhandlungen ziehen sich nun bereits seit sechs Monaten hin. Die Beschäftigten haben daher keine andere Wahl als weiter Druck zu machen, damit die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren und ihnen endlich die dringend notwendige Wertschätzung in Form einer Gehaltserhöhung zukommen lassen.“, so Conny Weißbach, ver.di-Verhandlungsführerin für den Einzelhandel in Berlin-Brandenburg.