Winter mit Schnee und Eis: Wie der Frost den Wäschetrockner ersetzen kann

Wäsche trocknet bei Frostwetter besonders gut. Der Grund dafür ist ein physikalisches Phänomen.
Armin Weigel, dpaWer viel waschen muss, zum Beispiel in einem Haushalt mit Kindern, sehnt sich im Winter wahrscheinlich öfter nach einem Wäschetrockner.
Für diejenigen, bei denen der Platz dafür nicht ausreicht, sorgt das Wetter derzeit für einen Wäschetrockner frei Haus: bei Frost in Kombination mit trockener Luft kann man sich nämlich ein physikalisches Phänomen zunutze machen — Sublimation.
Der Vorgang sorgt dafür, dass die Wäsche besonders schnell und sogar schonend trocknet. Frotteehandtücher sollen sogar so weich werden, wie man es sonst nur nach einem Durchgang im Trockner kennt. Und das ganz ohne Strom.
- Wie kann man dank Sublimation die Wäsche auch im Winter draußen trocknen?
- Worauf muss man bei der Frosttrocknung achten, damit empfindliche Stoffe nicht leiden?
Sublimation: ein physikalisches Phänomen als Haushaltshelfer
Im Standardwerk „Compendium of Chemical Terminology“, umgangssprachlich auch als „Gold Book“ bezeichnet, lassen sich allgemeine und anerkannte Definitionen aus der Chemie nachschlagen. Sublimation wird hier beschrieben, als „direkter Übergang eines Feststoffs in Dampf, ohne eine flüssige Phase zu durchlaufen.“
Beim Wäschetrocknen im Frost ist dies der Übergang von gefrorenem Wasser zu Wasserdampf. Das Wasser wird also gar nicht erst flüssig, sondern verwandelt sich direkt in ein Gas. Das funktioniert zudem relativ schnell.
Voraussetzung ist laut Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, dass „die Temperaturen unter null Grad“ liegen. Bestenfalls „lacht auch noch die Sonne vom Himmel, dann löst sich das gefrorene Wasser in der Wäsche sprichwörtlich in Luft auf. (...) Gefrorenes Wasser wird zu gasförmigem Wasserdampf.“ Das derzeitige Wetter ist also ideal zum energieschonenden Trocknen.
Was muss man beim Wäschetrocknen im Winter und bei Frost beachten?
Das Trocknen an der frischen Luft bei Frost schont die Fasern, denn die Wäsche wird nicht — wie im Trockner üblich — herumgewirbelt und an den Trommelwänden gerieben. Allerdings sollte man einige Punkte beachten, damit es mit der Frosttrocknung auch wirklich funktioniert.
- Die Wäsche muss nach dem Aufhängen so lange auf der Leine trocknen, bis sie nicht mehr steif ist. Erst dann ist sie wirklich trocken. Empfindliche oder sehr dünne Stoffe könnten beim Abnehmen brechen, solange sie noch steif gefroren sind.
- Steif gefrorene Wäsche sollte man zudem nicht ins Haus holen, denn dann verwandelt sich das noch vorhandene, gefrorene Wasser wieder in den ursprünglichen Aggregatzustand, flüssig, und die Wäsche ist wieder nass.
Wenn man die so wieder aufgetaute Wäsche nun drinnen trocknen lässt, wird die Luftfeuchtigkeit an die Raumluft abgegeben, was langfristig die Entstehung von Schimmel begünstigen kann.
Hinzu kommt, dass die Luft im Haus oft schon relativ feucht und vor allem warm ist. Gerade im Badezimmer, wo viele Menschen ihre Wäsche trocknen. Warme, feuchte Luft kann weitere Feuchtigkeit nicht aufnehmen. Das Trocknen dauert im Haus aus diesem Grund mitunter sogar länger, als draußen.
Besser ist es also, zu warten, bis die gefrorene Wäsche draußen wieder weich wird. Dann kann man sich über frische, weiche und vor allem trockene Handtücher wie aus dem Wäschetrockner freuen. Ganz ohne Stromverbrauch und besonders nachhaltig.



