Ein Warnstreik bei Bussen und Bahnen zwingt viele Berliner und Brandenburger seit dem frühen Dienstagmorgen zum Improvisieren. Mit Betriebsbeginn haben in beiden Ländern Beschäftigte im Nahverkehr die Arbeit nieder gelegt. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) läuft der Warnstreik seit 3 Uhr, wie Jeremy Arndt, der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi am Morgen der Deutschen Presse-Agentur sagte. Auf den Betriebshöfen blieben die Schranken unten. Die S-Bahn und Regionalzüge fahren aber wie gewohnt.
„Es fahren keine Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen“, erfuhren die Fahrgäste auf den Anzeigetafeln an zahlreichen Haltstellen. Nur auf den wenigen Linien privater Subunternehmer der BVG fuhren noch die gelben Busse, viele davon am Stadtrand.

Stau auf der A113

Auf den Einfallstraßen fuhren die Autos dicht an dicht. Staus gab es etwa auf der A113, der Landsberger Allee und der Heerstraße. „Viele sind heute früher zur Arbeit aufgebrochen“, teilte die Verkehrsinformationszentrale des Landes mit. „Eigentlich eine gute Idee, aber wenn es zu viele machen, kommt es auch früh zum Stau.“ Auch aufs Fahrrad stiegen Berufstätige und Schüler um.
Auch in Brandenburg waren erhebliche Einschränkungen für die Bus- und Bahnkunden angekündigt. Man habe Beschäftigte der zwölf öffentlichen Nahverkehrsbetriebe zum Warnstreik aufgerufen, sagte am frühen Dienstagmorgen Jens Gröger, Verdi-Geschäftsführer für Nordostbrandenburg und dort zuständiger Verhandlungsführer. Der Warnstreik sollte den ganzen Tag dauern.

Diese Verkehrsbetriebe streiken in Brandenburg:

Folgende Unternehmen sind betroffen: Verkehrsbetriebe Potsdam, Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald, Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming, Busverkehr Oder-Spree, Barnimer Busgesellschaft, Cottbusverkehr, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Regiobus Potsdam Mittelmark, Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel und DB Regio Bus Ost.

S-Bahn Berlin mit zusätzlichen Zügen

Die S-Bahn Berlin setzt einige zusätzliche Züge ein, sie fahren auf den Linien S1 (Zehlendorf-Potsdamer Platz) und S5 (Mahlsdorf-Ostbahnhof). „Wir appellieren an alle Fahrgäste, Mund und Nase zu bedecken und sich an die Maskenpflicht zu halten“, teilte das Unternehmen mit.
Mit dem Arbeitskampf soll in der laufenden Tarifrunde auf Landesebene der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden. Zugleich will Verdi bundesweite Tarifverhandlungen für den Nahverkehr erreichen. Nicht betroffen von dem Warnstreik sind Regionalzüge und die S-Bahn Berlin.