Tesla in Grünheide: Fabrik kündigt Pläne für komplette Batteriefertigung an

Die Batteriefabrik auf dem Tesla-Gelände in Grünheide: Das Werk startet wieder mit der Batteriemontage.
Patrick Pleul/dpa- Tesla Grünheide startet wieder mit der Batteriemontage für das Model Y.
- Batteriezellen werden aus Texas importiert und in Grünheide zu Modulen und Batterien verarbeitet.
- Umrüstung der Produktionslinie wegen neuem Model-Y-Batterietyp im Frühjahr 2025 abgeschlossen.
- Zukunftspläne: Herstellung von Anoden und Kathoden, Investitionen in neue Technologien.
- Grünheide gilt als „hochautomatisierteste Tesla-Batteriefabrik weltweit“, Projektname „Coyote“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Tesla in Grünheide startet wieder mit der Batteriemontage. Das hat Werkleiter André Thierig gegenüber diesem Nachrichtenportal bestätigt. „Dazu importieren wir die Batteriezellen als fertige Zellen aus der Gigafactory in Texas“, so Thierig.
In Grünheide werden anschließend die Zellen zu Modulen zusammengesetzt. Aus diesen fertigen die Mitarbeiter komplette Batterien, die dann im Model Y verbaut werden.
Zuvor musste aber die Produktionslinie umgerüstet werden, da die Fabrik in Grünheide im Frühjahr 2025 eine neue Version des Model Y an den Start gebracht hatte. Dieses verwende einen anderen Batterietyp als der ältere Elektro-SUV.
Batteriezellen sollen ab 2027 in Grünheide gebaut werden
Perspektivisch sollen auch die kleinsten Elemente der Batteriezellen in Grünheide hergestellt werden. Schon zwischen 2024 und 2025 habe die Fabrik Anoden produziert. Seither finde ein Umbau statt. „Geplant ist zudem die Kathodenfertigung, doch mehr kann ich dazu noch nicht sagen“, so Thierig. Anoden und Kathoden sind die kleineren Bauteile einer Batteriezelle.
Zudem werden die Voraussetzungen geschaffen, ab 2027 bis zu acht Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr zu produzieren. Eine Gigawattstunde entspricht einer Million Kilowattstunden. Ein Tesla Model Y Standard verbraucht 13,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Laut Unternehmen reichen die geplanten Kapazitäten für 2000 produzierte Autos pro Woche. Derzeit werden in der Fabrik 5000 Model Y pro Woche gefertigt.
„Wenn die Rahmenbedingungen passen, findet in Zukunft auch die komplette Batteriewertschöpfung in Grünheide statt“, erklärte das Unternehmen. Damit ist das ganze Akkupaket gemeint. Im internationalen Wettbewerb mit China und den USA sei es derzeit kaum möglich, wirtschaftlich Zellen in Europa zu produzieren. Bisher hinkt Europa bei der Fertigung von Batteriezellen für E-Autos vor allem Asien hinterher.
Eine Milliarde Euro Investition in Zellfabrik
Das Ziel von Tesla: „Von der Batteriezellen bis zu Fahrzeugen soll alles an einem Standort produziert werden“, teilte das Unternehmen mit. „Das ist einzigartig in Europa und stärkt zudem die Resilienz unserer Lieferketten.“ Resilienz bedeutet Widerstandskraft.
Für die Zellfertigung will Tesla nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag investieren: „Insgesamt werden wir damit knapp eine Milliarde Euro in die Zellfabrik investieren.“ Damit solle die bereits errichtete Zellfabrik in die Lage versetzt werden, dort auch die Zellen herstellen zu können. Das war von Anfang an geplant.
„Hochautomatisierteste Tesla-Batteriefabrik“
Das Handelsblatt hat am Montagabend (15. Dezember 2025) über die Pläne zur Batteriemontage berichtet und bezieht sich auf eine Tonbandaufnahme, die während einer Veranstaltung im Tesla aufgezeichnet wurde. Demnach soll viel in neue Technologie und Anlagentechnik investiert worden sein. Grünheide sei die „hochautomatisierteste Batteriefabrik von Tesla weltweit“, wird Thierig zitiert. Intern soll das Vorhaben den Titel „Projekt Coyote“ tragen.
Im Jahr 2020 kündigte Elon Musk an, in Grünheide die weltweit größte Batteriezellfabrik mit einer Kapazität von 100 Gigawattstunden errichten zu wollen. In den Antragsunterlagen wurde die Zahl auf 50 Gigawattstunden heruntergesetzt. Für die Batteriefertigung sollte Tesla eine Förderung in Milliardenhöhe erhalten. Das Unternehmen schlug dies jedoch am Ende aus.
Später pausierte der US-Elektroautobauer seine Pläne für Grünheide, da die US-amerikanische Regierung unter dem damaligen Präsidenten Joe Biden massive Steueranreize für die Batterieproduktion in den Vereinigten Staaten setzte.
Derweil hat VW mit der Produktion von Batteriezellen am Standort Salzgitter begonnen. Die Tochterfirme PowerCo hatte 2022 mit dem Bau einer Fabrik begonnen. Mehr als eine Milliarde Euro wurden investiert. (mit dpa)



