Tesla Grünheide: Elon Musk verurteilt mutmaßlichen Anschlag – „Dümmste Öko-Terroristen“

Nach einem Stromausfall stehen die Bänder in der Tesla-Fabrik von Elon Musk bei Berlin still. Der Unternehmenschef nimmt dazu Stellung. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke und Inneminister Michael Stübgen äußern sich.
Patrick Pleul/dpaTesla-Chef Elon Musk hat angesichts des Produktionsstopps seiner Fabrik in Grünheide wegen eines Stromausfalls auf den mutmaßlichen Anschlag reagiert. „Das sind entweder die dümmsten Ökoterroristen der Welt oder sie sind Marionetten derer, die keine guten Umweltziele haben“, schrieb Musk am Dienstag (5. März) auf Englisch auf dem Portal X (früher Twitter).
„Die Produktion von Elektrofahrzeugen anstelle von Fahrzeugen mit fossilen Brennstoffen zu stoppen, ist extrem dumm.“ Dabei schrieb der Tesla-Chef die Wörter „extrem dumm“ auf Deutsch.
Woidke und Faeser verurteilen mutmaßlichen Anschlag
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat einen mutmaßlichen Anschlag auf die Stromversorgung nahe der Tesla-Fabrik bei Berlin scharf verurteilt. „Anschläge auf unsere kritische Infrastruktur sind eine Form von Terrorismus“, teilte der SPD-Politiker am Dienstag mit.
Er forderte ein konsequentes Durchgreifen des Rechtsstaats. „Sollte sich der Verdacht eines terroristischen Anschlages erhärten, wird der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernehmen müssen“, so Woidke.
Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat den mutmaßlichen Brandanschlag scharf verurteilt und umfassende Aufklärung gefordert. „Ein solcher Anschlag auf unsere Strominfrastruktur ist eine schwere Straftat, die durch nichts zu rechtfertigen ist“, erklärte Faeser am Dienstag in Berlin.
In den Ermittlungen müsse geprüft werden, ob es politische Motive gebe. „Wenn sich ein linksextremistisches Motiv bestätigt, dann ist das ein weiterer Beleg, dass in der linksextremistischen Szene vor Angriffen auf kritische Energie-Infrastrukturen nicht zurückgeschreckt wird“, erklärte die Bundesinnenministerin. Das könne Tausende unbeteiligte Menschen betreffen. „Dies zeigt eine enorme kriminelle Energie.“
Tesla in Grünheide: Innenminister geht von Anschlag aus
Zuvor hatte Innenminister Michael Stübgen (CDU) von einem Anschlag gesprochen und diesen in aller Deutlichkeit verurteilt. „Sollten sich die ersten Erkenntnisse bestätigen, handelt es sich um einen perfiden Anschlag auf unsere Strominfrastruktur“, sagte er. „Das wird Konsequenzen haben. Hier wurden tausende Menschen von der Grundversorgung abgeschnitten und in Gefahr gebracht.
Der Rechtsstaat wird auf einen solchen Sabotageakt mit aller Härte reagieren.“ Dennoch warnt der Minister vor voreiligen Spekulationen zu den Tätern. „Jetzt gilt es, konzentriert und mit aller Kraft an der Aufklärung des Vorfalls zu arbeiten.“ Auch das Landeskriminalamt habe die Ermittlungen aufgenommen.
Möglicher Anschlag: Bürgerinitiative Grünheide distanziert sich
Die Bürgerinitiative Grünheide, die sich gegen die Erweiterungspläne von Tesla ausspricht und mit den Baumbesetzern solidarisiert hat, distanziert sich von dem möglichen Anschlag. Steffen Schorcht von der BI war am Dienstagmorgen am Brandort und bei Tesla: „Die BI Grünheide steht in der Tradition der friedlichen Revolution von 1989, wir haben von Anfang an auf rechtsstaatliche Mittel, Demokratie und Dialog gesetzt“, so Schorcht.
Das Camp liege mehrere Kilometer vom Ort des Brandes entfernt und ist durch die Spree getrennt. „Diese angespannte Situation ist die Folge der schlechten Kommunikation der Landesregierung und Tesla sowie der unzureichenden demokratischen Teilhabe der Menschen am Ansiedlungsprojekt Tesla„, so die Einschätzung von Steffen Schorcht. Die BI jedenfalls sei immer bereit für den Dialog und gegen jedwede Form von Gewalt.
Von diesem Vorfall, über den wir noch wenig wissen, waren auch die meisten Mitglieder der BI betroffen“, sagt er. Viele BI-Mitglieder hätten keinen Strom, keine Telefonverbindung und zum Teil auch kein Mobilfunknetz gehabt. „Sollte es sich um einen Anschlag handeln, verurteilen wir dies. Wir gehen davon aus, dass weder unser Bündnis, Tesla den Hahn abdrehen‘ noch die Baumbesetzer daran beteiligt waren“, sagt er.
Ein brennender Strommast führte in der Region im Osten Brandenburgs nahe Berlin am Dienstagmorgen zu einem Stromausfall. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Die Ermittlungen führt der Staatsschutz des Landeskriminalamts Brandenburg. Die Produktion in der einzigen europäischen Tesla-Autofabrik stand nach dem Stromausfall still. Die Fabrik in Grünheide bei Berlin sei geräumt worden, hieß es.


