Tierheim Märkisch Buchholz: 15 Katzen in Kiste eingesperrt – bei Minusgraden ausgesetzt

Eingepfercht in einer Transportbox wurden 15 Katzen vor dem Tierheim in Märkisch Buchholz ausgesetzt.
Manuela BudichFreud und Leid sind in einer Auffangstation für Tiere nah beieinander. Gerade noch war man im Tierheim Märkisch Buchholz in Feierlaune, weil innerhalb weniger Tage zwei Hunde vermittelt werden konnten, die drei beziehungsweise vier Jahre ohne Besitzer waren. Am Sonntag (25. Februar) wurde diese Euphorie dann jäh beeinträchtigt. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung fand auf dem Weg zur Arbeit an der Auffahrt zum Tierheim eine Transportbox mit 15 verängstigten Katzen.
Völlig unklar ist, wer die Samtpfoten am Wochenende ausgesetzt hat. „Sie wurden Sonntag gegen 7.30 Uhr entdeckt“, berichtet Tierpflegerin Manuela Budich. Wie viele Stunden die Tiere bei Minusgraden in der luftigen Box verbrachten, weiß niemand. Zunächst wurden die Katzen ins Warme gebracht. Gleich Montagfrüh machte sich eine Tierärztin ein Bild von den Vierbeinern.
Ausgesetzte Katzen sind offenbar an Menschen gewöhnt
„Unter den 15 Katzen sind drei erwachsene Kater, fünf erwachsene Weibchen und sieben halbwüchsige Tiere“, sagt Manuela Budich. Sie alle seien zwar verängstigt, aber an Menschen gewöhnt. Die ersten zeitaufwändigen Untersuchungen ergaben, dass die Katzen zwar Verunreinigungen in den Ohren hätten und etwas schmuddelig wirkten. Ihr Allgemeinzustand sei aber unbedenklich. „Fell und Zähne machen einen guten Eindruck“, erklärt die Tierpflegerin weiter.

Zwei der ausgesetzten Katzen: Noch sind sie etwas verängstigt.
Manuela BudichDie einstigen Halter hatten die Katzen in eine Box gesperrt, die normalerweise für Flugtransporte von Hunden benutzt wird. In dem Behälter wurden alte Handtücher und Reste von Jeanshosen gefunden.
Verdacht: Untersuchungen von Katzen soll Klarheit bringen
Noch sind nicht alle Untersuchungen der Katzen abgeschlossen. Bereits an diesem Dienstag sollen die Kater kastriert werden. Bei den erwachsenen Weibchen muss eine zusätzliche Diagnostik erfolgen. Denn es besteht der Verdacht, dass sie trächtig sind.
Bewahrheitet sich die Vermutung, hat das Tierheim ein großes Problem. Denn ein Weibchen bringt zwischen einem und neun Junge zur Welt. Im schlimmsten Fall vergrößert sich die Zahl der Katzen damit noch einmal erheblich, kommen zu den 15 ausgesetzten Tieren noch einmal bis zu 45 dazu.
Tierheim Märkisch Buchholz hat Kapazitätsgrenze erreicht
Bereits jetzt stellt der Fall für den Tierschutzverein Königs Wusterhausen als Betreiber der Einrichtung eine Herausforderung dar. Quasi über Nacht stieg die Zahl der zu betreuenden Katzen auf 69. „Wir können keine weiteren Tiere mehr aufnehmen“, sagt Manuela Budich. Zudem musste ein Vorhaben auf Eis gelegt werden. Ursprünglich sollten in dieser Woche in der Gemeinde Heidesee frei lebende Katzen eingefangen und kastriert werden, bevor sie sich weiter unkontrolliert fortpflanzen. Das Projekt ist vorerst gestoppt.
Tierschützer rechnen mit hohen Kosten
Auch in finanzieller Hinsicht könnte auf den privat finanzierten Tierschutzverein ein großes Problem zukommen: Denn die medizinische Versorgung der Katzen, die Kastration, aber auch die Unterbringung inklusive Fütterung und Pflege schlagen mit einem mindestens vierstelligen Betrag zu Buche. Die Angst ist groß, dass der Tierschutzverein auf den Kosten sitzen bleibt, sollten sich die zuständigen Behörden nicht daran beteiligen.
Dass Tiere vor dem Tierheim ausgesetzt werden, passiere in Märkisch Buchholz zwei bis dreimal im Jahr, berichtet Tierpflegerin Manuela Budich. Im seltensten Fall werden die einstigen Halter ermittelt. Gelingt es, sie ausfindig zu machen, drohen nach dem Tierschutzgesetz Strafen.




