Tierheim Märkisch Buchholz
: Hund Loui seit vier Jahren ohne Besitzer – das sind die Gründe

Vor mehr als vier Jahren kam Loui ins Tierheim Märkisch Buchholz. Bis heute wartet er vergeblich auf neue Besitzer. Die Gründe sind schwer nachvollziehbar.
Von
Marcel Gäding
Märkisch Buchholz
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Pitbull-Mix Loui kam vor mehr als vier Jahren ins Tierheim Märkisch Buchholz. Immer wieder scheitert seine Vermittlung.

Marcel Gäding
  • Hund Loui lebt seit vier Jahren im Tierheim Märkisch Buchholz, weil er als gefährlich eingestuft wird.
  • Loui, ein Pitbull-Mix, wurde wegen einer Verordnung in Brandenburg eingewiesen.
  • Seine Tierpflegerin beschreibt ihn als freundlich und verspielt.
  • Vermittlung nach Berlin, Niedersachsen oder Thüringen wäre möglich.
  • Ein Paar besucht Loui regelmäßig, um ihm Freude zu bereiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit einer Tüte voller Leckereien in der Hand öffnet Tierpflegerin Manuela Budich die Tür zum Seitenflügel des Tierheims in Märkisch Buchholz. Dort wird sie in einer der Hundestuben schon sehnsüchtig erwartet. Loui wedelt mit dem Schwanz, ist ganz außer sich vor Freude. Er weiß: Gleich geht es hinaus ins Freigehege. Der Vierbeiner ist kaum zu halten, bellt vor Aufregung und ist in diesem Moment überglücklich, an diesem sonnigen Wintertag herumtoben zu können.

Mehr als vier Jahre ist es her, da verlor Loui sein Zuhause. Damals wurde er vom Ordnungsamt Schenkenländchen ins Tierheim Märkisch Buchholz eingeliefert. Der Hund ist ein Pitbull-Mix. Nach Paragraf 8 der „Ordnungsbehördliche Verordnung über das Halten und Führen von Hunden“ gehört Loui zu den „gefährlichen Hunden“. Seine Haltung im Land Brandenburg ist demnach ausgeschlossen. Das war auch der Grund, warum Loui im Alter von vier Jahren ins Tierheim kam.

Hund Loui liebt es, draußen zu spielen

Loui, ein gefährlicher Hund? Da muss seine Tierpflegerin Manuela Budich schmunzeln. „Er ist ein verschmuster Kerl“, sagt sie. Klar sei er ein Kraftpaket, der es kaum erwarten kann, nach draußen zu kommen. Doch er liebt es auch, einfach nur in seinem Körbchen zu dösen. Draußen im Freigehege zeigt Loui, wie verspielt er trotz seiner neun Jahre ist, dass er Grundkommandos beherrscht. In einem Moment, in dem seine Pflegerin nicht aufpasst, gibt es sogar einen fetten Schmatzer von Loui.

Sobald es ihre Zeit erlaubt, geht es für Tierpflegerin Manuela Budich vom Tierheim Märkisch Buchholz mit Loui raus ins Freigehege.

Marcel Gäding

Seine freundliche Art ist der Grund, warum Tierheim-Besucher immer wieder vor seiner Hundestube stehen bleiben. „Oft heißt es: Der ist ja nett“, sagt Manuela Budich. Und sie kann das nur bejahen. Doch dann ist eben diese Geschichte mit der Verordnung, die dafür sorgt, dass Loui nun mal de facto als gefährlich eingestuft wird – ohne Wenn und Aber. Er teilt das Schicksal mit zehn weiteren Hunden im Tierheim Märkisch Buchholz.

Verordnung stuft Hund grundlos als gefährlich ein

Burkhard Wendland ist der Vorsitzende des Tierschutzvereins Königs Wusterhausen. Seit Jahren ärgert er sich über die aus seiner Sicht völlig haltlosen Verordnung, die eine Vermittlung von einigen Rassen unmöglich macht. „Damals wurde am grünen Tisch entschieden von Leuten, die keine Ahnung haben“, sagt der Tierarzt. Und nicht nur das: „Der Gesetzgeber setzt seine Verordnung nicht durch“, kritisiert Wendland mit Blick auf die Tatsache, dass immer noch sogenannte gefährliche Hunde gezüchtet werden – nämlich illegal.

Da jedes Bundesland eigene Regeln zum Halten und Führen von Hunden hat, gibt es für Loui nur eine Chance: eine Vermittlung nach Berlin, Niedersachsen oder Thüringen. Die dort geltenden rechtlichen Grundlagen sind weitaus liberaler. Für Loui ein Zuhause in Brandenburg zu finden, ist jedenfalls ausgeschlossen.

Tierfreunde schenken Loui ein wenig Freude

Einziger Lichtblick im Leben des Rüden ist ein Paar aus dem Speckgürtel, das meist sonntags ins Tierheim kommt und mit ihm einige Stunden auf dem weitläufigen, eingezäunten Gelände in Märkisch Buchholz verbringt. Loui erkennt die beiden Tierfreunde schnell. „Sobald deren Autotür auf dem Parkplatz zugeht, weiß er, dass er gleich raus darf.“

Ja, die Tierpfleger wären auch sehr gern mit ihm täglich draußen. „Doch dafür fehlt uns einfach die Zeit“, sagt Manuela Budich. Ist etwas Luft, steht einer kleinen Toberei draußen jedoch nichts im Wege. Ganz stolz präsentiert die Tierpflegerin auch, wie gehorsam Loui ist. Artig wartet er, bis er sein Leckerli bekommt, macht dafür Sitz oder Platz.

Im September ist es fünf Jahre her, dass der Tierschutzverein Königs Wusterhausen Loui in seine Obhut nahm. Aufgeben wollen die Tierpfleger die Hoffnung nicht, doch noch ein neues Zuhause für den verkuschelten Hund zu finden. „Wir könnten ihn uns auch gut als Anfängerhund vorstellen“, sagt Manuela Budich.

Ein neues Zuhause für Hund Loui

● Das Tierheim ist dienstags und donnerstags von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 12 sowie 13 bis 15.30 Uhr geöffnet.

● Es befindet sich in der Straße Am Tierheim 1, 15757 Halbe. Kontakt: Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de