Tierschutz in Brandenburg: Tierquälerei-Vorwurf gegen Gänse-Schlachterei erhoben

Rund um Weihnachten ist Gänse-Zeit und Hochsaison für Gelfügelschlachtereien. Ein Schlachthof in Seddiner See in Brandenburg soll laut einer Tierschutzorganisation die Tiere gequält haben.
Matthias Bein/dpa- Tierschutzorganisation Aninova erhebt Tierquälerei-Vorwürfe gegen Geflügelschlachthof in Seddiner See.
- Videoaufnahmen von November bis Dezember 2025 zeigen laut Aninova Misshandlung von Gänsen und Enten.
- Rund 100 Vorfälle dokumentiert, u. a. Schläge, Würgen und langes Hängen an Förderbändern.
- Aninova informierte Veterinäramt und Landwirtschaftsministerium und erstattete Strafanzeige.
- Schlachthof weist Vorwürfe zurück, verweist auf hohe Tierschutzstandards, Verfahren wird geprüft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Tierrechtsorganisation Aninova hat Vorwürfe gegen einen Geflügelschlachthof in der Gemeinde Seddiner See im Landkreis Potsdam-Mittelmark erhoben. Nach Angaben der Organisation, die auf Videoaufnahmen aus der Schlachterei verweist, sollen in dem Betrieb Gänse und Enten massiv misshandelt worden sein.
Der Betreiber der Schlachterei, deren Produkte unter dem Markennamen „Dithmarscher-Geflügel“ verkauft werden, kündigte eine schriftliche Stellungnahme zu den Vorwürfen an. Aninova erstattete eine Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft Potsdam sagte auf Anfrage am Vormittag, es sei ein Verfahren eingegangen, das noch geprüft werden müsse.
Das wirft die Tierrechtsorganisation dem Schlachthof vor
Aninova zufolge zeigen zwischen dem 8. November und dem 5. Dezember 2025 entstandene Videoaufnahmen, dass Gänse geschlagen und gewürgt wurden. Zudem sollen lebende Tiere längere Zeit kopfüber an stillstehenden Förderbändern gehangen haben. Insgesamt seien rund 100 Vorfälle dokumentiert worden, hieß es.
Die Tierrechtsorganisation informierte nach eigenen Angaben das zuständige Veterinäramt des Landkreises Potsdam-Mittelmark sowie das brandenburgische Landwirtschaftsministerium über die Vorwürfe. Aus Sicht der Organisation liegt Tierquälerei vor. Der Vorstandsvorsitzende von Aninova, Jan Peifer, erklärte, ein Unternehmen, das mit hohen Tierschutzstandards werbe, dürfe solche Zustände nicht zulassen.
Zur Marke „Dithmarscher Geflügel“ schreibt das Unternehmen im Internet, die Gänse würden „nach bewährten, traditionellen Methoden geschlachtet“. „Unser Unternehmen ist zertifiziert nach den neuesten Standards für sichere Lebensmittelproduktion und für die Einhaltung von Tierschutzvorgaben.“
Immer wieder geht die Justiz dem Verdacht von Tierschutz-Verstößen in Agrarbetrieben nach. Im Oktober nahmen Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen drei Hähnchenmastbetriebe in Brandenburg auf.
Unternehmen reagiert mit Kündigung auf heftige Vorwürfe
Angesichts des Vorwurfs der Tierquälerei bei Gänsen reagiert der Geflügelbetrieb in der Gemeinde Seddiner See (Kreis Potsdam-Mittelmark) mit Konsequenzen. Die Tierrechtsorganisation Aninova verwies auf Videomaterial aus der Schlachterei und erstattete Strafanzeige wegen Verstößen gegen den Tierschutz.
Gegen einen Mitarbeiter, der im Video bei einem tierschutzwidrigen Umgang mit einzelnen Tieren zu erkennen ist, sei eine fristlose Kündigung ausgesprochen worden, teilte Geschäftsführer Miko Pabel mit. Ein zweiter Mitarbeiter sei arbeitsrechtlich verwarnt worden. Er darf laut Unternehmen einen bestimmten Bereich des Betriebs nicht mehr betreten.
Zudem werde das Unternehmen eine Kameraüberwachung im Lebendtierbereich installieren, hieß es. Die Produkte aus der Schlachterei werden unter dem Markennamen „Dithmarscher-Geflügel“ verkauft. Aninova zufolge zeigen zwischen dem 8. November und dem 5. Dezember 2025 entstandene Videoaufnahmen, dass Gänse unter anderem geschlagen und gewürgt wurden.
Der Geschäftsführer erklärte: „Wir distanzieren uns mit allem Nachdruck von einem derartigen Umgang mit Tieren, wie er auf den Videoaufnahmen zu sehen ist (...).“ Auch das Unternehmen werde „Strafanzeige gegen Verantwortliche“ stellen. „Das schließt eine mögliche Strafanzeige gegen Verantwortliche der Tierrechtsgruppe ausdrücklich mit ein, falls sich die Anhaltspunkte in diese Richtung verdichten.“
Es werde geprüft, wie es zu den Videoaufnahmen kommen konnte und ob gezielt Aktivisten eingeschleust worden seien, so Pabel. Er verwies darauf, dass der Schlachtbetrieb zuverlässig geführt und regelmäßig kontrolliert werde. Er wies einen Vorwurf von Aninova zurück, dass eine Vielzahl von Mitarbeitern an Misshandlungen von Tieren beteiligt gewesen seien.
