Die Beschränkungen für Bauern im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) werden in Brandenburg teils gelockert. Unterdessen gehen die Planungen für den Bau des festen Zauns gegen die Schweinepest an der Grenze zu Polen weiter.
Der brandenburgische Agrarminister Axel Vogel (Grüne) kündigte außerdem an, alle Wildschweine sollen in der Nähe jener „Kernzone“ getötet werden, in der die ersten mit Afrikanischer Schweinepest infizierten Wildschweine gefunden worden. Der Krisenstab zur Bekämpfung der Tierseuche habe am Freitag einen entsprechenden Beschluss gefasst, sagte Vogel am Freitag nach dem Treffen der Länder-Agrarminister in Weiskirchen (Saarland).

Land- und forstwirtschaftliche Flächen wieder freigegeben

Beschränkungen für die Agrarbranche sollen weniger werden: Land- und forstwirtschaftliche Flächen könnten in dem Gefahrengebiet rund um die Funde toter infizierter Wildschweine außer in einem Kerngebiet schrittweise wieder genutzt werden, kündigte das Verbraucherschutzministerium am Freitag in Potsdam an. So sei die Ernte im Apfel- und Weinbau ohne weitere Voraussetzung möglich. Die Ernte von Kartoffeln und Zuckerrüben und Bestellarbeiten für Wintergetreide sei möglich bei der Suche toter oder kranker Tiere. Für Förster ist Holzabfuhr und Pflanzung ohne Voraussetzung machbar.
Die Tierseuche ist inzwischen bei 34 Wildschweinen aus Brandenburg nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut, das nationale Labor, bestätigte zwei weitere Verdachtsfälle. 25 Tiere wurden bisher bei Neuzelle im Kreis Oder-Spree gefunden, neun Tiere bei Schenkendöbern im Kreis Spree-Neiße. Hausschweine sind noch nicht betroffen. Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, für Schweine fast immer tödlich. Rund um die Funde hatten die Behörden ein Gefahrengebiet mit Beschränkungen für Bauern, Jäger und Anwohner eingerichtet.

Zaunbau in Oder-Spree ab Oktober

Die Planungen für den Bau des festen Zauns gegen die Schweinepest an der Grenze zu Polen werden konkreter. Während im Süden im Kreis Spree-Neiße bereits gebaut wird, soll es weiter nördlich im Kreis Oder-Spree Anfang Oktober losgehen, wie ein Kreissprecher am Freitag ankündigte. Bauern- und Jagdverband hatten einen festen Zaun gefordert. Vier Suchhunde aus Rheinland-Pfalz, die seit Montag nach Schwarzwildkadavern suchten, verabschiedeten sich. Sie hätten rund 150 Hektar durchstreift, aber im Kreis Oder-Spree keine Kadaver gefunden.
Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) sicherten sich Bund und Länder gegenseitige Unterstützung zu. „Es ist eine nationale Herausforderung, bei der es darauf ankommt, dass man sich unterhakt“, sagte der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Saarlands Ressortchef Reinhold Jost (SPD), nach dem Ministertreffen in Weiskirchen. In einem 17-Punkte-Katalog wurde unter anderem beschlossen, ein Modell zur „solidarischen Finanzierung“ für Wildschweinzäune zu prüfen und die Jagd auf Wildschweine deutlich zu verstärken.

Landwirtschaftliche Betriebe werden finanziell unterstützt

Einig waren sich die Minister, dass landwirtschaftliche Betriebe in den betroffenen Regionen in Brandenburg finanziell unterstützt werden sollten. „Nur Hand in Hand werden wir die ASP in Deutschland bekämpfen können“, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Ziel sei, dass Deutschland wieder „ASP-frei“ werde. Das sei dann der Fall, wenn mindestens ein Jahr lang keine positiven Funde gemacht wurden. Klar sei: „Wir haben eine lange Strecke vor uns, das ist ein Marathon.“
Die ASP war vor rund zwei Wochen in Brandenburg ausgebrochen. Die Tierseuche ist für den Menschen ungefährlich, nicht aber für Hausschweine: Wenn das Virus überspringt, hätte das fatale Folgen. Das müsse auf jeden Fall verhindert werden, sagte Klöckner.