Tour de MOZ
: „Komme sagenhaft teuflisch“

Pfingstsonntag startet die Tour de MOZ am Frankfurter Helenesee und endet dort auch.
Von
Jörg Kotterba
Frankfurt (Oder)
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Vom Helenesee rollten die Tour- Teilnehmer schon vor zwei Jahren über Kaisermühl in Richtung Schlaubetal.

Jörg Kotterba

Unter Führung des bekannten Tourenleiters Jürgen Sobeck radeln die Freunde der Tour de MOZ ein ordentliches Stück auf der Ostseite des Großen Müllroser Sees entlang. Der ist fast drei Kilometer lang und 640 Meter breit, liegt inmitten des Naturparks Schlaubetal  und erstreckt sich zwischen Müllrose im Norden und Mixdorf im Süden. Dort, nahe dem Wohnplatz Seeschlösschen, mündet die Schlaube in den See. Sie durchfließt das Bade- und Angelgewässer und stellt im Nordwesten die Verbindung zum Kleinen Müllroser See her, der wiederum mit dem Oder-Spree-Kanal verbunden ist. Ein beliebtes Erholungsgebiet.

„In der nahe gelegenen Ragower Mühle, die einzige Mühle mit erhaltener Mühlentechnik im Schlaubetal, erwarten uns reizvolle Fotomotive“, verspricht der sportliche Jürgen Sobeck. Der weitgereiste Frankfurter war 15 Jahre lang Wander- und Reiseleiter auf den Kanaren, kennt aber auch sein Schlaubetal und die anderen reizvollen Anlaufpunkte rund um Frankfurt wie aus dem sprichwörtlichen Effeff.

„Ich komme Sonntag sagenhaft  teuflisch“, verspricht Tourleiter Sobeck, gerade 75 Jahre alt geworden, vielsagend. Er wird während einiger Verschnaufpausen etliche Geschichten und Sagen (auch teuflische?) erzählen. In Müllrose zum Beispiel von zwei Kofferfabriken, die es vor hundert Jahren dort tatsächlich gab.

Die Geschichte der Eiszeit rund um Kupferhammer dürfte auch interessant sein. Und wer stellt wann schon solche Fragen – und bekommt sie dann auch noch beantwortet: Wann und warum haben die Bewohner des Schlaubetals Schmugglern und anderen Grenzgängern bei deren illegalen Aktivitäten geholfen? Warum haben sich die Amerikaner im 19. Jahrhundert für das Städtchen Müllrose ganz besonders interessiert? Und welche Rolle spielte Mixdorf einst bei den Bemühungen eines Preußenkönigs, den Staat Preußen und dessen Textilhersteller von Seide-Importen aus dem fernen Asien unabhängig zu machen? Jürgen Sobeck, der in Frankfurt als Gästeführer für die deutsch-polnische Tourist-Information tätig ist, hat die Gastronomie am Schervenzsee zur Mittagspause auserkoren.

Interessantes wird Pfingstsonntag aus dem Mund von Jürgen Sobeck sicher auch von der Mahlheide zu erfahren sein. Wegen des leichten Bodens waren die Bewohner dort immer auf den Wald angewiesen, er ernährte sie. Nordöstlich der Mittelmühle lag ein Waldgebiet, die Mühlheide (anno 1700 erwähnt), umgangssprachlich geht es noch heute uf Mühlheede. Die nordwestlich des Schervenzsees gelegene Waldflur bekam erst im 20. Jahrhundert den Namen Mahlheide. Die tiefbeasteten, mehrstämmigen Kiefern weisen diese eigentümliche Wuchsform durch die Waldnutzung der Bauern auf. Man hütete das Vieh im Wald und nahm die Nadeln der Kiefern als Einstreu mit, um das wenige Stroh der Getreidefelder als Futter zu verwenden. Seit 1990 ist die Mahlheide mit ihrem ungewöhnlichen Kiefernbestand auf 33,4 Hektar geschützt.

Mehr zu diesem Thema: www.moz.de/tourdemoz

Strecken-Spickzettel

Start: Sonntag, 10 Uhr am Helenesee, Parkplatz Rezeption

Länge: ca. 40 km

Schwierigkeit: für alle Altersgruppen geeignet. Vor allem asphaltierte, glatte Wege

Parken: auf dem Parkplatz am Helenesee, Eingang Hauptstrand (Rezeption)

Alternative Anreise: mit der Bahn RB 36 stündlich aus Richtung Frankfurt oder Königs Wusterhausen bis Haltepunkt Helenesee

Tourverlauf: Über Schlaubehammer nach Kaisermühl – Ostseite des Großen Müllroser Sees bis Ragower Mühle – Mixdorf – Kupferhammer – Schervenzsee – Schernsdorf – Kaisermühl über Schlaubehammer bis Helenesee