Trinkwasser in Brandenburg
: Wie sich der Wasser-Preis in den Landkreisen entwickelt

Wasser in Brandenburg wird zunehmend ein knappes Gut. Wie entwickelt sich der Trinkwasser-Preis je Landkreis? Eine Übersicht über die Kosten.
Von
Johannes Leichsenring
Frankfurt (Oder)
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Trinkwasser in Brandenburg: ein kostbares Gut. Wie haben sich die Preise im Bundesland entwickelt? Die Tendenzen sind in den Landkreisen unterschiedlich. (Symbolbild)

Oliver Berg/dpa

Die erste Schneedecke glitzerte bereits in weiten Teilen Brandenburgs. Nach einem regnerischen Sommer und Herbst scheint es an Niederschlag weiterhin nicht zu mangeln.

Entgegen der naheliegenden Vermutung, dass das Land wieder reichlich Wasser besitzt, zeigt sich, dass Brandenburg nach wie vor an Trockenheit und Dürre leidet. Wie aber schlägt sich die Verknappung des Wassers auf die Preise nieder?

Der Blick auf die Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg überrascht. Nicht nur wegen des großen Unterschiedes zwischen den Landkreisen, sondern auch, wegen der Stabilität der Preise.

Was kosten 1000 Liter Wasser in Brandenburg

Während der Kubikmeter Wasser im Kreis Märkisch-Oderland durchschnittlich 1,24 Euro kostet, zahlen die Einwohner Potsdams mit 2,41 Euro fast das doppelte. Die Grafik zeigt zudem, dass sich die Preise in den meisten Landkreisen in den vergangenen Jahren relativ stabil gehalten haben und der Brandenburger im Durchschnitt 1,57 Euro zahlt. Dabei liegen zehn Landkreise unter diesem Wert.

Hinsichtlich der Preisentwicklung von 2012 bis 2022 gibt es jedoch auffallende Unterschiede. Während die Kosten der Uckermark kaum schwankten, verzeichneten Teltow-Fläming oder Elbe-Elster deutliche Änderungen innerhalb der letzten elf Jahre. Die folgende Grafik zeigt, wo die Kosten gestiegen und wo sie gefallen sind.

Der direkte Vergleich der Landkreise miteinander ist jedoch nicht ohne weiteres möglich. Hans-Reiner Aethner, Leiter des Wasser- und Abwasser Zweckverbandes in Ludwigsfelde/Teltow-Fläming, weist darauf hin, dass auch die Grundgebühren bei der Betrachtung der Preisentwicklung berücksichtigt werden müssen. So zahlen beispielsweise die Einwohner Potsdams zwar den höchsten Wasserpreis pro 1000 Liter, dagegen aber die geringste jährliche Grundgebühr, die sich in manchen Landkreisen verändert hat.

Zudem betont Hans-Reiner Aethner, dass ebenso die Abwassergebühren Teil der Gesamtrechnung sind. Diese setzen sich aus den individuell anfallenden Mengen an Litern und einer jährlichen Grundgebühr zusammen. Durchschnittlich zahlten die Brandenburger im Zeitraum von 2012 bis 2022 3,18 Euro pro 1000 Liter. Die jährlich erhobene Grundgebühr für Abwasser wurde im angegebenen Zeitraum durchschnittlich mit 88,30 Euro berechnet. Im direkten Vergleich der Abwasserpreise je 1000 Liter und der jährlich erhobenen Grundgebühren zeigt sich für den Zeitraum von 2012 bis 2022, wo sich die Preise am stärksten verändert haben.

Abwasser-Preise pro 1.000 Liter und jährliche Grundgebühr auf Abwasser

Warum der Wasser-Preis in Brandenburg schwanken kann

Wodurch kommt es aber zu den Preisschwankungen bei den Wasser- und Abwasserpreisen? Zunächst stellt Jana Krone, Pressesprecherin des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserverbands, klar, dass Wasserverbände prinzipiell keine Gewinne erzielen dürfen.

Wenn jedoch ein Verband in die Infrastruktur investieren muss, oder die Energiekosten steigen, würde sich dies in den Abrechnungen der Bürger niederschlagen. So war im Barnim zum Beispiel die Einrichtung einer Druckerhöhungsstation nötig. Um sicherzustellen, dass auch während der Hauptbelastungszeiten der Wasserdruck in den Leitungen nicht abfällt, musste der Verband den Druck mit einer entsprechenden Einrichtung erhöhen, da der Verbrauch gerade in den Sommermonaten zugenommen hat.

Modellrechnung für einen Durchschnittspreis je Landkreis

Wie fiel in Brandenburg der monatliche Durchschnittspreis für Trinkwasser samt Grundgebühren und Abwasser im Jahr 2022 aus? Folgende Modellrechnung soll einen Überblick geben. Dabei wird der Wasser- und Abwasserpreis berücksichtigt sowie die auf einen Monat runtergerechneten Jahresgrundgebühren für Wasser und Abwasser. Etwaige Sondergebühren werden dabei nicht mit berücksichtigt, womit lediglich ein tendenzieller Eindruck vermittelt werden kann. Als monatlicher Wasserverbrauch wird der Durchschnittswert von 3875 Litern pro Person angenommen, wie vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft angegeben.

Monatlicher Durchschnittspreis für Wasserverbrauch

Während in Frankfurt die geringsten Wasserpreise anfallen, tragen die Bürger in Brandenburg an der Havel die höchsten Kosten. Ab kommendem Jahr könnten jedoch in allen Landkreisen die Kosten steigen. Im Wasser- und Abwasserverband „Panke/Finow“, der den südlichen Barnim versorgt, sind es beispielsweise 23 Cent pro Kubikmeter mehr, die zu zahlen sind. Begründet wird dies unter anderem mit höheren Energiekosten.

2023 zahlten die Verbände für die Grundwasserentnahme zehn Cent pro Kubikmeter. Auch dieser Preis wird 2024 erhöht. Der Umweltminister des Landes Brandenburg, Axel Vogel (Grüne), will mit den Mehreinnahmen 2024 nicht nur in den Gewässerschutz und in die Wasserwirtschaft investieren. Auch soll dadurch ein sparsamer Umgang mit dem Wasser bewirkt werden.