Bei dem deutschen Kämpfer, der in der Ukraine bei Gefechten gegen die russische Armee getötet wurde, soll es sich um einen 39-jährigen Mann aus Brandenburg handeln. Das berichtet Bild.de (Plus). Als Quelle wird ein anderer Kämpfer genannt, der noch versucht haben soll, das Leben des Mannes aus Brandenburg zu retten.
Auf Facebook erinnert die „International Legion of Defens of Ukraine“ an die vier getöteten Kämpfer und zeigt auch Fotos von ihnen.
Bild.de zitiert einen Kameraden von Björn. C.: „Wir waren im Osten von Kharkiv stationiert.“ Weiter heißt es von dem Mann: „Am 31. Mai hatten wir dort unseren Beobachterposten bezogen. Ich hatte die erste Schicht, machte Pause, dann war Björn dran.“
Immer wieder seien russische Drohnen über dem Dorf gekreist. „Wir konnten das Summen über unseren Köpfen hören, es ist ein schreckliches Geräusch, weil man weiß, was dann folgt.“ Gegen 18.30 Uhr sei eine Artilleriegranate im Haus eingeschlagen, wo der Posten der beiden war. Björn C. sei von Granatsplittern schwer verletzt worden. Gemeinsam mit anderen Kameraden habe er noch versucht, Björn C in ein Feldkrankenhaus zu fahren. „Es war zu spät, knapp zwei Stunden später war er bereits tot“, sagte er Bild.de zufolge.
Björn C. sei sehr beliebt gewesen. „Er war immer freundlich zu allen, einer der besten Menschen, die ich kannte“, sagte der Kamerad. Sein Spitzname war offenbar „Panzer“.
Björn C. wollte laut Bericht zurück in seine Heimat Brandenburg. Er hätte ab dem nächsten Tag einige Tage freigehabt. „Er wollte dann innerhalb der nächsten zwei Monate endgültig nach Hause, er vermisste seine Freundin, sein Kind und seinen Hund.“

Auswärtiges Amt bemüht sich um Aufklärung

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft in Kiew bemühe sich um Aufklärung und stehe mit den ukrainischen Stellen in Kontakt, die entsprechende Nachrichten verbreitet haben.
Insgesamt vier ausländische Freiwillige, die auf der Seite der Ukraine gekämpft hatten, seien ums Leben gekommen, teilte eine Freiwilligenbrigade namens Internationale Verteidigungslegion der Ukraine am Samstag mit. Neben dem Deutschen seien drei Männer aus den Niederlanden, Frankreich und Australien getötet worden.
Zu den Umständen des Todes der vier ausländischen Kämpfer oder dem Ort machte die Freiwilligenbrigade in ihrer Erklärung keine Angaben. Es hieß nur: „Wir haben unsere Brüder im Kampfe verloren, aber ihre Tapferkeit, ihr Gedenken und ihr Vermächtnis wird uns für immer inspirieren.“ Der Erklärung waren Fotos der Männer im Kampfanzug und mit leichten Waffen beigefügt.

20.000 Freiwillige kämpfen in der Ukraine

Nach Angaben der Organisation kämpfen Staatsbürger aus vielen Ländern auf Seiten der Ukraine, darunter aus Dänemark, Israel, Polen, Kroatien und Großbritannien.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte kurz nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar die Bildung einer internationalen Brigade aus Freiwilligen angekündigt. Nach ukrainischen Angaben meldeten sich daraufhin rund 20.000 Freiwillige aus aller Welt. Russland hatte diese Woche erklärt, „hunderte“ ausländischer Kämpfer in der Ukraine getötet zu haben.
In der Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine hatten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP im vergangenen Monat an der Beerdigung des niederländischen Freiwilligen teilgenommen, der in der Erklärung der Freiwilligenbrigade vom Samstag genannt wurde.
Der Australier soll im Mai getötet worden sein und sein Tod wurde durch das Außenministerium bestätigt. Paris hatte am Freitag bestätigt, dass ein französischer Freiwilliger in der Ukraine getötet worden sei, Medienberichten zufolge durch Artilleriefeuer in der Region Charkiw.