Stürmisches Wetter hat in Berlin und Brandenburg vor allem am Donnerstagabend für umgestürzte Bäume und vorübergehende Straßensperrungen gesorgt. Verletzte meldeten die Leitstellen der Feuerwehren der Region am Freitagvormittag allerdings nicht. Größere Schäden waren den Angaben zufolge selten. In Berlin-Steglitz stürzte demnach ein Schornstein auf ein Hausdach. In Wandlitz (Landkreis Barnim) soll ein Dach „zumindest teilweise“ weggeweht worden sein, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Die meisten Einsätze hatten die Feuerwehren in Berlin und im Westen und Nordwesten Brandenburgs, vor allem am späten Donnerstagnachmittag bis in die späten Abendstunden. In diesen Regionen zogen Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von knapp einhundert Kilometern je Stunde über das Land, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mitteilte. Vor allem die Hauptstadt sei dabei von Schauern und Gewittern getroffen gewesen. 

Seltene Mammatus-Wolken über Berlin

Optisch sorgte das Wetter für eine Besonderheit: Über Berlin waren am Donnerstagabend tiefhängende, nach unten gewölbte sogenannte Mammatus-Wolken zu beobachten. Dabei habe es sich um ein in dieser Ausprägung seltenes Naturphänomen gehandelt, hieß es beim DWD. Dessen Entstehung sei in der Theorie noch nicht restlos geklärt. Die Wolken träten durch Abwinde an der Rückseite von Gewittern auf. In Berlin hätten vor allem die seitlichen Sonnenstrahlen für ein beeindruckendes Bild gesorgt. Damit derartige Mammatus-Wolken am kommenden Wochenende noch einmal vorkommen, bräuchte es „sehr viel Glück“, sagte der Sprecher. Die Wolken sollen an die weibliche Brust erinnern, die auf Latein „mamma“ heißt, daher der Name.
Die Berliner Feuerwehr wurde nach eigenen Angaben am Donnerstagabend zu 75 Einsätzen vor allem im Süden und Südwesten der Stadt gerufen. Zumeist sei es dabei um umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste oder Bauteile gegangen, hieß es. Im Stadtteil Lichterfelde in Steglitz-Zehlendorf habe die Feuerwehr etwa mit Kran und Drehleiter eine 25 Meter hohe Tanne gesichert und abgetragen, die drohte umzustürzen.
In der Schöneberger Straße in Steglitz sei zudem ein massiver, mehrzügiger Schornstein auf das Dach eines Mehrfamilienhauses gestürzt, hieß es. Dabei sei niemand verletzt worden. Die Bauaufsicht habe den Schaden begutachtet. Die Bewohner konnten teilweise in die Wohnungen zurück.

Viele Feuerwehreinsätze in Brandenburg

Die Feuerwehren in Brandenburg rückten vor allem in den Landkreisen Havelland, Ostprignitz-Ruppin, im nördlichen Teil von Potsdam-Mittelmark, Oberhavel und Barnim sowie in den Städten Brandenburg an der Havel und Potsdam aus. In Premnitz (Havelland) drohte eine Kiefer auf eine Garage zu fallen, wie eine Feuerwehrsprecherin mitteilte. Einsatzkräfte hätten den Baum schichtweise abgetragen. Vereinzelt seien auch Autos von Bäumen getroffen worden. Insgesamt seien es „nicht übermäßig viele“ Einsätze gewesen. 
Auch am Wochenende wird es dem DWD zufolge windig und regnerisch. Nachdem es am Freitag bei Temperaturen von neun bis elf Grad meist noch trocken bleiben sollte, zieht am Samstag ein neues Sturmtief mit Regen auf. Die Temperaturen können zehn Grad erreichen. Auch für den Sonntag werden häufige Regenschauer und stürmische Windböen vorhergesagt, die gegen Abend nachlassen.