Waldbrände: Drohnen liefern Bilder vom Feuer

Treuenbrietzen: Große Flächen des abgebrannten Waldes nahe der Bundesstraße 102 sind bereits gerodet (Luftaufnahme mit einer Drohne). Beim aktuellen Waldbrand bei Jüterbog werden Drohnen zur Beobachtung des Waldbrandes eingesetzt.
dpa-Zentralbild/Patrick PleulIhre Daten helfen, die Gefährdung für die Feuerwehrleute zu senken, sagt Norman Barth von der Landesschule für Brand– und Katastrophenschutz, der in Jüterbog in den vergangenen Tagen dabei war.
Drohnen seien „nicht als Technologiehype zu sehen, sondern als wichtige technische Ergänzung“, sagte Barth am Freitag in Wildau auf einer internationalen Tagung von Curpas, einem Netzwerk für den zivilen Einsatz von Drohnen. Dort ging es auch um den Einsatz der Flugroboter bei der Feuerwehr in Deutschland und Polen. Die Cottbuser Feuerwehr und ihr Pendant in Zielona Gora testen gemeinsam die Fluggeräte. Die Cottbuser Feuerwehr hatte ihre Drohne mit sechs Rotoren und Wärmebildkamera bisher vor allem bei Bränden in Wäldern, aber auch auf einer Deponie im Einsatz. „Die Drohne gibt uns einen guten Überblick, wie weit sich das Feuer ausgedehnt hat, in welche Richtung es sich bewegt“, sagt Uwe Schulze, der stellvertretende Leiter der Cottbuser Berufsfeuerwehr.
Die Bilder erleichtern es den Feuerwehrleuten zu entscheiden, an welchen Stellen sie welche Kräfte positionieren müssen. Ohne Drohne müsste Schulze Feuerwehrleute losschicken, die genau das erkunden. Die Drohne leistet das schneller und effizienter. Mit ihrer Wärmebildkamera und Temperatursensoren liefert der Hektacopter trotz der Rauchentwicklung wertvolle Daten. So geben die Temperaturwerte Aufschluss, ob es an einer bestimmten Stelle noch brennt oder nicht. In dem deutsch–polnischen Projekt geht es vor allem darum zu erkunden, wann der Einsatz von Drohnen möglich und sinnvoll ist und wie das auch grenzüberschreitend etwa bei Waldbränden gemanagt werden kann. Die Wehren auf deutscher und polnischer Seite nutzen identische Drohnen–Typen.
In Polen wurde die Drohne unter anderem auch schon bei der Suche nach Vermissten eingesetzt, wie Justyna Patalas–Maliszewska von der Universität Zielona Gora berichtete. Die polnische Uni begleitet dieses Pilotprojekt in der Euroregion Spree–Neiße–Bober wie auch die Brandenburgisch Technische Universität Cottbus Senftenberg. An beiden Unis wird unter anderem Software für Feuerwehr–Drohnen entwickelt. Probleme sieht die polnische Professorin unter anderem noch in der Qualität der Bilder bei hoher Sonneneinstrahlung und auf rechtlichem Gebiet, zum Beispiel bei Nachteinsätzen.
Die rechtliche Seite bei grenzüberschreitenden Einsätzen ist ein Aspekt dieser Untersuchungen. Sie sollen im September abgeschlossen werden. Die Beteiligten hoffen aber auf eine Fortführung des Projektes. So gibt es bei der Datenübertragung noch Verbesserungsbedarf. Uwe Schulze wünscht sich, dass er die Drohne eines Tage zum Feuer vorausschicken kann, damit sie schon Bilder liefert, wenn die Feuerwehrautos noch im Anrücken sind. „Aber das“, sagt er „ist noch eine Vision.“