Wasserstoff in Brandenburg: Genug Wasser trotz Trockenheit? Studie gibt Klarheit

Elektrolyseanlagen zur Produktion von Wasserstoff – diese hier steht in Wien – könnten bald auch in Brandenburg zum Einsatz kommen. (Symbolbild)
picture alliance/dpa/Roland SchlagerFür die Erzeugung von grünem Wasserstoff als Energieträger der Zukunft gibt es auch in Brandenburg als einer der trockensten Regionen Deutschlands ausreichend Wasser. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag in Potsdam vorgestellte Studie im Auftrag des Landes. In Deutschland sollen bis 2030 viele Anlagen zur Wasserstoff-Herstellung entstehen, sogenannten Elektrolyseure. Darin wird Wasser mithilfe von Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.
Wasserstress werde gerne als „Killerargument“ dafür verwendet, dass die Wasserstoff-Produktion nicht funktionieren könne, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Die Studie zeigt ihm zufolge aber: „Brandenburg hat genug Wasser für die Wasserstoff-Produktion.“
Wasserstoff in Brandenburg: Das können Elektrolyseanlagen
Eine 5-Megawatt-Elektrolyseanlage, die etwa zur Versorgung von Tankstellen mit Wasserstoff diene, verbrauche so viel Wasser, wie zur Bewässerung eines Profifußballfeldes im Jahr gebraucht werde, hieß es in der Studie. 3000 Familien könnten bei einer Produktion von jährlich 400 Tonnen Wasserstoff ein Jahr lang Auto fahren.
Eine 100-Megawatt-Anlage könne mit der jährlichen Abwassermenge einer 3000-Einwohner-Gemeinde betrieben werden. 1600 Busse des Berliner Nahverkehrs könnten der Untersuchung zufolge mit dem Wasserstoff fast ein Jahr lang betrieben werden. Eine Elektrolyse-Anlage braucht demnach etwa 25 Liter pro Kilogramm Wasserstoff. Bei optimierten Systemen könne der Verbrauch auf um die 13 Liter gesenkt werden, hieß es.
Brandenburg will künftig intelligenter mit Wasser umgehen
Studienleiter Martin Zerta sagte, für die Wasserstoff-Erzeugung in Brandenburg würden insgesamt rund 1 bis 6 Prozent der heutigen Wassergewinnung benötigt. Dies werde nicht zwangsläufig den Wasserstress erhöhen. Lokal angespannte Wasserhaushalte wie etwa in der Bergbauregion in der Lausitz und der Spree-Region müssen laut Studie bei Projekten aber stets berücksichtigt werden. Attraktiv sei es auch, statt Grundwasser Abwasser, das gereinigt werden müsse, für die Wasserstoff-Erzeugung zu nutzen, so Zerta.
Wirtschaftsminister Steinbach betonte zudem, es müsse intelligenter mit Wasser umgegangen werden, etwa mit dem im Bergbau abgepumpten Grundwasser – sogenanntem Sümpfungswasser –, das bislang ungenutzt in Gewässer eingeleitet werde.

