Weihnachtsmarkt-Rummel Spandau
: Warum das Family Wonderland 2024 ausfällt

Neben dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt Spandau findet seit Jahren ein Weihnachtsrummel statt. 2024 wird das „Family Wonderland“ nicht zurückkommen. Das sind die Gründe.
Von
Kai Wielert
Spandau
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NRW–Parteien wollen Schausteller entlasten: ARCHIV - 04.08.2023, Nordrhein-Westfalen, Herne: Das Fahrgeschäft "Breakdance" auf der Cranger Kirmes. Schausteller sollen in Nordrhein-Westfalen von übertriebenen finanziellen und bürokratischen Lasten befreit werden - das sieht ein parteiübergreifender Antrag an den Düsseldorfer Landtag vor. (zu dpa: «Neuer Erlass: Weniger Kosten und Bürokratie für Schausteller in NRW») Foto: Christoph Reichwein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Rummel zu Weihnachten war eine Tradition in Spandau. Doch das „Family Wonderland“ findet 2024 nicht statt. (Symbolbild)

Christoph Reichwein/dpa
  • „Family Wonderland“ in Spandau fällt 2024 aus; Rummel war seit 2018 Tradition.
  • Veranstalter Wollenschlaeger hielt sich 2023 nicht an Lärmschutzvorgaben.
  • Streit mit Bezirksamt: Rummel war zu laut/hell; begrenzte Öffnungszeiten.
  • Schausteller protestierten, stürmten Rathaus, führten zu Hausverboten.
  • Gelände wird ab 2025 für Bauprojekt „Spandau Ufer“ genutzt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Seit 2018 hat sich der Weihnachtsrummel auf dem Gelände zwischen Spandau Arcaden, Havel und Fernbahnhof zur Tradition entwickelt. Jetzt ist damit Schluss. Fuhren die Fahrgeschäfte vom „Family Wonderland“ 2023 noch, ist die Weihnachtstradition jetzt zu Ende ist.

Das heißt konkret: 2024 wird der Weihnachtsrummel „Family Wonderland“ nicht stattfinden. Das bestätigte der Schaustellerbetrieb Wollenschlaeger als Veranstalter auf Nachfrage. Grund dafür könnte ein Streit aus 2023 sein.

Rummel in Spandau hat sich nicht an Vorgaben gehalten

Nach Angaben des Bezirksamtes habe sich Thilo-Harry Wollenschlaeger als Veranstalter nicht an Vorgaben des Landesemissionsschutzgesetzes gehalten. Kurz: Das „Family Wonderland“ war offenbar zu laut und zu hell. Die Öffnungszeiten des Rummels wurden demnach wochentags auf 20 Uhr begrenzt.

Damit war der Rummelbetreiber nicht einverstanden. Etwa 50 bis 80 Schausteller vom „Family Wonderland“ zogen im November 2023 mit ihrem Unmut ins Rathaus. Sie wollten laut dem Bezirksamt den Baustadtrat Thorsten Schatz unter Druck dazu bringen, den Bescheid zurückzunehmen.

Die Gruppe stürmte das Büro des Stadtrats und bedrohte ihn und seine Mitarbeiter. Die Polizei musste einschreiten. Das Bezirksamt erteilte den Teilnehmern Hausverbot und zeigte sie wegen Hausfriedensbruch an.

Hier fand das „Family Wonderland“ in Spandau statt:

Seitdem ist das Verhältnis zwischen Bezirksamt und Wollenschlaeger zerrüttet. Der Unternehmer hält die Ausführungen des Bezirksamtes und einiger Medien für übertrieben. Die Gruppe sei friedlich ins Rathaus gekommen und habe auch niemandem gedroht. Einige Schausteller hätten sogar ihre Kinder mitgenommen.

Frank Bewig (CDU) findet Vorwürfe „völlig absurd“

Laut Wollenschlaeger habe das Bezirksamt nun Druck auf den Eigentümer des Grundstücks ausgeübt, damit der Rummel nicht erneut stattfinden kann. Auch bei anderen Veranstaltungen sei er mittlerweile unerwünscht. Bezirksbürgermeister Frank Bewig (CDU) hält die Vorwürfe auf Nachfrage für „völlig absurd“, möchte sich aber nicht weiter dazu äußern.

Bis zum 8. Dezember wird die Brachfläche noch von einem Zirkus belegt. Ob dort über die restliche Weihnachtszeit etwas passiert, hat der Eigentümer des Grundstücks bisher nicht angekündigt. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Gelände auch 2025 nicht zur Verfügung stehen. Anfang des Jahres sollen dort die Bauarbeiten für das ambitionierte Bauprojekt „Spandau Ufer“ beginnen.