Wildtiere
: Erstes Elch-Warnschild in Brandenburg - Achtung, hier kommt Bert!

In Teltow-Fläming hat sich ein Elch wohl dauerhaft eingerichtet. Deshalb werden Autofahrer in Brandenburg mit einem Schild gewarnt.
Von
Mathias Hausding
Dobbrikow
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Premiere: In Teltow-Fläming wird vor Begegnungen mit Elchen gewarnt.

Kreisverwaltung Teltow-Fläming

Wie das Brandenburger Umweltministerium bestätigt, sind „bis zu drei Elche im Bereich Teltow-Fläming realistisch anzunehmen“. Besonders präsent ist ein mit Sender-Halsband ausgestatteter und von Beobachtern Bert getaufter Bulle. „Wir sind stolz, dass er bei uns ein Zuhause gefunden hat“, sagt Corinna Zick von der Naturwacht Nuthe-Nieplitz. Pudelwohl fühle er sich in der gewässerreichen Gegend.

Bis  zu drei Elche in Teltow-Fläming 

Sie selbst habe ihn schon etliche Male gesehen, zum Beispiel auf der Rinderkoppel von Jürgen Frenzel. Ungewöhnlich für einen Elch, suche Bert die Nähe zu den Kühen, lasse sie aber in Ruhe. Nur in der Brunft könne es etwas stressiger für sie werden. "Bert fehlt ein Weibchen“, sagt Corinna Zick. „Wir hoffen, dass auch eine Elchkuh einwandert.“

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Doch so faszinierend die bis zu zwei Meter hohen Tiere mit ihren mächtigen Geweihen sind, eine Kollision ist für Autofahrer eine größere Gefahr als ein Zusammenstoß mit einem Wildschwein. Deshalb haben die Verantwortlichen in Teltow-Fläming vor einem Monat ein selbst entwickeltes Schild aufgestellt. Ziemlich genau dort in Dobbrikow, wo Jürgen Frenzel seinen Beinahe-Unfall hatte. Das Elch-Warnschild soll auf eine mögliche Begegnung mit der größten Säugetierart Europas hinweisen und so auch die Tiere schützen.

Elch-Warnschild von Dieben gestohlen und zurückgebracht

Die Freude währte nicht lange. Eine Woche nach der feierlichen Schild-Aufstellung kamen Diebe, sägten es ab und nahmen es mit. Die Kreisverwaltung reagierte mit einem Aufruf zur Ergreifung der Täter und erklärte noch einmal die Bedeutung des Schildes. „Die Aufstellung war eine Premiere für Brandenburg, vielleicht sogar für Deutschland, denn ein offizielles Verkehrszeichen zum Thema Elch gibt es hier bislang nicht“, mahnte die Verwaltung.

Und siehe da. Offenbar plagte die Diebe das schlechte Gewissen. Sie legten das Schild wieder am Tatort ab. Inzwischen ist es wieder montiert und versehen mit einer Zusatztafel, auf der aus der Sicht von Bert erklärt wird, worum es geht: „Ich quere in dieser Gegend ab und an etwas langsam die Straße. Also lasst das Schild bitte an Ort und Stelle, damit es nicht zu Unfällen kommt.“

Elch Bert liebt die Rapsfelder

Nun sind mögliche Unfälle das Eine und von Bert verursachte Schäden das Andere. „Er schaufelt in meinen Rapsfeldern herum und wenn er die Kuhweide verlässt, hebt er seine Beine nicht, sondern macht mir den Zaun kaputt“, klagt Landwirt Jürgen Frenzel. Auch am Silofutter bediene sich der Elch und könne es damit für Kühe unbrauchbar machen.

Er bleibe auf diesen Schäden sitzen, betont Frenzel. Und das sei angesichts der angespannten Lage in der Landwirtschaft nicht lustig. Das Umweltministerium räumt ein, dass ein vom Elch zerstörter Zaun nicht erstattungsfähig sei. Aber ein zertrampeltes Feld oder weggefressener Mais könnten als Wildschaden angezeigt werden. „Ich werde bestimmt nicht zu den Jägern gehen und von ihnen Entschädigung für Verluste durch ein Wildtier verlangen, dass unter Schutz steht und deshalb nicht gejagt wird“, sagt Jürgen Frenzel.

Der Kommentar zum Umgang mit Wildtieren.