• Acht weitere Tiere wurden verletzt.
  • Nur bei einem der insgesamt sieben Angriffe waren die Bestimmungen für den Schutz der Nutztiere voll erfüllt, wie das Umweltministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion mitteilte.
  • Die Vorfälle ereigneten sich zwischen dem 20. Januar und den 21. Februar in Michendorf, Seddiner See und in Beelitz.
In vier Fällen fehlte laut Ministerium ein wolfssicherer Schutzzaun. Bei einer weiteren Attacke habe es zwar einen Zaun gegeben, der jedoch nicht an allen Stellen ordnungsgemäß errichtet worden sei. In einem anderen Fall hätten extreme Minustemperaturen in der Nacht den Elektrozaun außer Betrieb gesetzt. Trockener Schnee habe die Stromführung isoliert, so dass der Wolf bei einer Berührung des Zauns keinen Elektroschlag erhielt.
Wie das Ministerium auf dpa-Anfrage erläuterte, könne bei Temperaturen von minus 15 Grad kein Elektrozaun störungsfrei funktionieren. In solchen Fällen müssten die Tierhalter zum Beispiel mehrere Erdungsstäbe an den Zäunen anbringen, damit Strom fließen könne. Alternativ könnten die Tiere bei solchen Bedingungen auch in ihre Ställe gebracht werden.
Der Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg hat die Tierhalter aufgefordert, die vom Land gewährten Zuschüsse für Herdenschutzmaßnahmen zu nutzen. „Noch immer sind zu viele Herden ungeschützt“, sagte Geschäftsführer Karsten Günther der dpa. Viele Tierhalter verzichteten aus Unwissenheit auf Schutzzäune und Herdenschutzhunde. „Dabei fördert das Land Anschaffung und Unterhalt von Schutzmaßnahmen mittlerweile zu hundert Prozent.“
Nach Angaben des Landesumweltamtes wurden im vergangenen Jahr in Brandenburg 731 Nutztiere getötet oder verletzt, bei denen der Wolf als Täter bestätigt oder zumindest nicht ausgeschlossen wurde. Das waren 367 Tiere mehr als 2019.
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