Wohnung mieten in Berlin
: In Spandau entsteht besonderes Haus – Wohnen in Atelier-Nähe

Miethäuser mit normalen Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen gibt es viele in Berlin. Neue Wohnungen in Spandau machen es möglich, Wohnen und Kreativität zu vereinen.
Von
Jessica Neumayer
Berlin-Spandau
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Baulücken effektiv nutzen. Ein kleines Bauprojekt mit dreizehn Wohnungen in der Boca-Raton-Straße bietet Platz zum Leben, aber auch, um kreativ zu sein.

Planugsteam Balzke Palinkse GmbH

Wohnraum ist stark nachgefragt. Deswegen ist es sinnvoll, jede Baufläche optimal zu nutzen, auch wenn sie klein ist. Eines dieser kleineren Bauprojekte in der Wasserstadt Oberhavel in Berlin-Spandau wird im März 2024 abgeschlossen. Das Haus mit den 13 neuen Wohnungen, für die das landeseigene Wohnungsbauunternehmen Gewobag zuständig ist, hat einen ganz besonderen Fokus.

Das neue Wohnhaus in der Boca-Raton-Straße 7 im Ortsteil Hakenfelde in Berlin-Spandau ist nicht besonders breit, aber dafür hoch. 743 Quadratmeter Wohnfläche erstrecken sich auf acht Geschosse. Sieben Etagen sind Vollgeschosse und ganz oben befindet sich ein sogenanntes Staffelgeschoss – also eine Etage, die im Vergleich zu den Außenwänden des Hauses etwas eingerückt ist und damit eine kleinere Grundfläche hat.

Außergewöhnliches Wohnungsbauprojekt in Berlin-Spandau

13 Wohnungen befinden sich im Hochhaus direkt am Maselakekanal. Zwölf der Wohnungen haben jeweils zwei Zimmer und sind zwischen 54,22 bis 57,28 Quadratmeter groß. Die Drei-Zimmer-Wohnung bietet auf 74,24 Quadratmetern Platz zum Leben. Das Besondere an diesem Bau: Es ist kein reines Wohnhaus. In dem neu gebauten Wohnturm ist auch Platz für Kreativräume. In jedem Geschoss gibt es ein Atelier. Die Größe der Ateliers variiert zwischen 31,09 und 56,33 Quadratmeter.

Doch auch wenn Ateliers oft an die Arbeit Kunstschaffender erinnern, müssen nicht zwangsweise nur Künstlerinnen und Künstler einziehen. Die Räume sind zwar als Ateliers ausgeschrieben, die dafür vorgesehenen 463 Quadratmeter können aber ebenfalls als Gewerbefläche genutzt werden.

„Die Gewobag vermietet die Flächen in der Boca-Raton-Straße an Freiberuflerinnen und Freiberufler jedweder Art, die Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden möchten“, definiert Monique Leistner, stellvertretende Pressesprecherin der Gewobag, die zukünftigen Wunschmieterinnen und -mieter.

Die unterste Etage enthält zwei Ateliers. Vom ersten bis zum sechsten Geschoss wird es auf einer Ebene immer eine Wohnung mit zwei Zimmern und ein Atelier geben. Alle Wohnungen in den Obergeschossen sind mit einem Balkon und Fußbodenheizung sowie einer barrierefreien Dusche ausgestattet. Die Drei-Zimmer-Wohnung sowie das Atelier im Dachgeschoss haben eine Dachterrasse.

Wie hoch ist die Miete?

Für die Flächen in der Boca-Raton-Straße zahlen unsere Mieter und Mieterinnen zukünftig eine marktübliche Miete“, teilt Leistner auf Nachfrage mit. Genauer wird sie dabei nicht. Laut der aktuellen Kooperationsvereinbarung des Landes Berlin mit den landeseigenen Wohnungsunternehmen liegt der Preis bei Erstvermietungsmieten jedoch bei durchschnittlich maximal 15 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Dass die Miete jährlich angepasst werden kann, ist jedoch ebenso in der Vereinbarung festgelegt. Daher kann sich der Mietpreis nach einem Jahr am aktuellen Mietspiegel orientieren. Der durchschnittliche Mietpreis für Hakenfelde liegt laut gängigen Immobilienportalen derzeit zwischen 13 und 18 Euro.

Eine der Wohnungen im Neubau in der Boca-Raton-Straße soll mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) angemietet werden können. „Wir starten ab April mit der Vermietung“, berichtet Anne Noske, Pressesprecherin der Gewobag. Interessierte, potenzielle Mietende können sich vor der Vergabe noch auf der Webseite der Gewobag registrieren.

Energieeffizientes Wohnen am Maselakekanal

Beim Bau wurde auf eine kompakte Form geachtete, die zu einer hohen Energieeffizienz beiträgt. Durch eine Wärmedämmung sowie eine Versorgung mit Nah-/Fernwärme soll ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden und durch niedrige Heiz- und Warmwasserkosten der Geldbeutel der Mietenden geschont werden.

Zum Thema Klimaschutz lässt sich ergänzen, dass zukünftig geplant ist, das Dach zu begrünen und alle Vorbereitungen getroffen werden, um eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Auf dem knapp 800 Quadratmeter großem Grundstück entsteht jedoch nicht nur ein Wohnhaus. In ruhiger Wasserlage ist auch eine neue kleine öffentliche Grünfläche geplant.

Vom Industriegebiet zur attraktiven Wohnlage

Noch bis Anfang der 1990er Jahre war das Gebiet rund um den Havelarm Maselakekanal Teil des Industriehafens, in dem Kohle, Öl, Baustoffe und Schrott gelagert wurde. Mitte der 1990er wurde die Industrieanlage entfernt und damit begonnen, die Fläche für Wohnsiedlungen umzubauen.

Bis zum Jahr 2000 konnten ein Drittel der geplanten Wohnanlagen in Hakenfelde und Haselhorst verwirklicht werden, schreibt die Gewobag über das Projekt Wasserstadt Oberhavel auf ihrer Webseite. Das neue Wohnhaus in der Boca-Raton-Straße ist ein Teil dieses Projekts und zeigt, wie verbliebene Baulücken zwischen größeren Bauvorhaben sinnvoll erschlossen werden können.

Ein anderes Beispiel für die optimierte Nutzung von Bauflächen ist ein ebenfalls kleineres Bauprojekt mit 40 Wohnungen in der Parkstraße, das Ende 2023 fertiggestellt wurde. Ein weiteres Projekt, das vom landeseigenen WBM Wohnungsbauunternehmen Berlin-Mitte mbH in unmittelbarer Nähe gebaut wird, kann voraussichtlich im Sommer 2025 bezogen werden.

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