Zahnarzt in Brandenburg
: Zahnärzte-Versorgungswerk fordert Millionen-Schadenersatz

Es geht um hohe Verluste wegen fehlgeschlagener Investments. Im Raum steht der Verdacht der Korruption. Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer beschäftigt die Justiz in Berlin.
Von
dpa
Berlin
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Besuch beim Zahnarzt

11.000 Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen sind verunsichert, wie viel von ihren Renten-Beiträgen noch übrig ist. Ihr Versorgungswerk beschäftigt jetzt die Justiz in Berlin. (Symbolfoto)

Rolf Vennenbernd/dpa
  • VZB klagt gegen Ex-Direktor: knapp 50 Mio. Euro Schadenersatz nach Investmentverlusten.
  • Gütertermin beim Arbeitsgericht Berlin ist für den 19. Juni 2026 geplant.
  • Gericht bestätigte Ende Januar 2026 die Kündigung, Urteil ist nicht rechtskräftig.
  • Wirtschaftsprüfer fanden massive Wertverluste – befürchtet wird eine Versorgungslücke über 1 Mrd. Euro.
  • Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen Anfangsverdachts der Bestechlichkeit bzw. Bestechung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach hohen Verlusten wegen fehlgeschlagener Investments fordert das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) Schadenersatz von seinem früheren Direktor. Beim Arbeitsgericht der Hauptstadt ist eine entsprechende Klage eingegangen, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage mitteilte. Ein Gütertermin ist demnach für den 19. Juni 2026 geplant.

Der Anwalt des gekündigten Direktors teilte auf Anfrage mit, man wolle sich während der Dauer des Verfahrens nicht zu Details äußern.

Nach Angaben der Gerichtssprecherin fordert das Versorgungswerk knapp 50 Millionen Euro von dem früheren Manager. Zuvor hatten „Tagesspiegel“ und die Agentur Bloomberg darüber berichtet. Erzielen die Beteiligten keine Einigung beim Gütertermin, muss das Gericht über die Klage entscheiden.

Erste Entscheidung nicht rechtskräftig

Ende Januar 2026 hatte das Arbeitsgericht die ordentliche Kündigung des Mannes bestätigt. Der Kläger habe seine Stellung als Direktor und in Leitungsgremien zahlreicher Beteiligungsunternehmen missbraucht, argumentierte das Gericht damals. Er habe sich in einen Interessenkonflikt begeben, worauf er das VZB nicht hingewiesen habe, obwohl er dazu verpflichtet gewesen sei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Hintergrund der Kündigung bilden Kapitalanlagen für die Alters- und Hinterbliebenenversorgung von Zahnärzten und Zahnärztinnen. Wirtschaftsprüfer ermittelten nach Gerichtsangaben im vergangenen Jahr, dass die Anlagen wohl deutlich weniger wert sind als angenommen. Es wird eine Versorgungslücke von mehr als einer Milliarde Euro befürchtet. Grund dafür sollen riskante Anlagestrategien sein.

Rund 11.000 Zahnärzte in Brandenburg, Berlin und Bremen müssen nun um ihre Rente fürchten, weil ihr Versorgungswerk die Verluste in Milliardenhöhe gemacht hat.

Ermittlungen und Schadenersatz

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat zu dem Fall Ermittlungen eingeleitet. Nach Angaben eines Behördensprechers wird der Anfangsverdacht der Bestechlichkeit beziehungsweise der Bestechung geprüft. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.