zur Ablösung in der Berliner SPD
: Franziska Giffey ist die letzte Hoffnung der Berliner SPD

Dass Familienministerin Franziska Giffey die Macht in der Berliner SPD übernehmen wollte, ahnten viele. Dass es so schnell gehen würde, überrascht aber doch.
Von
Mathias Puddig
Berlin
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Mathias Puddig

Thomas Koehler/photothek.net

Wenn Franziska Giffey geglaubt hat, nach der überstandenen Affäre um ihre Doktorarbeit aus dem Gröbsten raus zu sein, dann hat sie sich getäuscht. Zwar ist ihre Entscheidung folgerichtig, den blassen Michael Müller erst als Chef der Berliner SPD abzulösen und dann als Spitzenkandidatin in die nächste Wahl zu gehen – ohne Giffey wäre die Hauptstadt–SPD 2021 garantiert baden gegangen. Für die Noch–Familienministerin birgt der Schritt jedoch ein Risiko.

Denn Giffey übernimmt einen der widerspenstigsten Landesverbände, den die SPD so zu bieten hat. Sie gilt zwar als Hoffnungsträgerin, weil sie sowohl durchsetzungsstark ist, als auch gut mit den Wählern kann. Dass Giffey auch parteiinterne Strömungen zusammenbinden kann, muss sie aber erst noch zeigen. Am besten schnell, denn der erste Ärger steht an: Geplant ist nämlich, dass Müller im Tausch für das Bürgermeisteramt auf Listenplatz eins in die nächste Bundestagswahl geht. Das riecht doch arg nach Hinterzimmer. Diesen Eindruck bei Wählern, Genossen und vor allem Delegierten zu zerstreuen, wird eine von Giffeys ersten Aufgaben in Berlin sein.