AC/DC Konzerte in Berlin
: Die Rock-Legende in der Hauptstadt – ein Rückblick

2025 spielen AC/DC im Berliner Olympiastadion. Es wird der 12. Besuch der australischen Rock-Legenden in der Hauptstadt sein. Zeit für einen Rückblick.
Von
Michael Heider
Berlin
Jetzt in der App anhören
Der Sänger Brian Johnson (r) und der Gitarrist der australischen Rockband AC/DC, Angus Young, stehen 25.06.2015 in Berlin im Olympiastadion auf der Bühne. Foto: Britta Pedersen/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

AC/DC kehren für ein Konzert in das Olympiastadion Berlin zurück. Die Rock-Legenden um Angus Young verbindet eine lange Geschichte mit der deutschen Hauptstadt.

Britta Pedersen / dpa
  • AC/DC kehren am 30. Juni 2025 nach Berlin zurück, spielen im Olympiastadion.
  • Dies wird ihr 12. Konzert in der Hauptstadt sein.
  • Erste Shows 1977 im Kant-Kino; bekannt für ihre energiegeladenen Auftritte.
  • Brian Johnson übernahm nach Bon Scotts Tod 1980 das Mikrofon.
  • Die letzte Berlin-Show war 2015 im Olympiastadion mit Stevie Young an der Gitarre.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Sommer ist es endlich so weit: AC/DC kehren nach Berlin zurück. Am 30. Juni 2025 macht die australische Band auf ihrer „Power Up“-Tour Halt in der Hauptstadt. Das Olympiastadion mit rund 70.000 Plätzen ist für die Rock-Legenden gerade groß genug.

Vorbei die Zeiten, als Angus Young & Co. noch Kinosäle und Turnhallen bespielten. Legendär waren ihre Berliner Konzerte aber damals schon.

Zwei AC/DC-Konzerte innerhalb von drei Stunden

Schon in den Siebzigern standen AC/DC hoch im Kurs – auch wenn der Weltruhm noch auf sich warten ließ. Ihre Berliner Fans jedenfalls lechzten nach einem Auftritt. Immerhin trat die Band nach ihrer Gründung 1973 ausschließlich in ihrer Heimat Australien auf, machte dort die Ochsentour durch Clubs, spielte oft mehrmals täglich.

Erst am 25. September 1977 hatte das Warten ein Ende. Die „Let There Be Rock“-Tour führte AC/DC ins (West-)Berliner Kant-Kino.

Bei nur 600 Plätzen waren die 12 Mark teuren Eintrittskarten so schnell vergriffen, dass die Gruppe um Sänger Bon Scott kurzerhand zwei Shows spielte: die erste um 18 Uhr, die zweite um 20.30 Uhr. Vielleicht war es als Entschädigung gedacht. Die „High Voltage“-Europatour hatte AC/DC bereits ein Jahr zuvor nach Deutschland geführt, ein Konzert in Berlin fehlte allerdings auf dem Tourplan.

Schlechter Sänger und „Satan auf Saiten“

Die Hauptstadt-Presse nahm von AC/DC erst beim zweiten Berlin-Konzert am 3. Dezember 1979 Notiz. Inzwischen hatten die Hard-Rocker ihr sechstes Studioalbum „Highway to Hell“ mit dem gleichnamigen Welthit veröffentlicht. Trotzdem zeigte sich Musikjournalist Peter E. Müller skeptisch. In einer Konzert-Ankündigung für die Berliner Morgenpost stichelte er gegen Frontmann Bon Scott. Die Band, so seine Meinung, könne „einen etwas besseren Sänger durchaus gebrauchen“.

Die Fans in Berlin sahen dies naturgemäß anders. Ihr Ansturm zwang die Veranstalter, den ursprünglich in der Neuen Welt in Neukölln geplanten Auftritt in die größere Eissporthalle zu verlegen. Anders als die Vorband Judas Priest, bei denen er nur „chauvinistisch-aggressive Hardrock-Klischees“ erkennen wollte („übel und einfältig“), fand dort selbst Peter E. Müller AC/DC „erfrischend“. Besonders Gitarrist Angus Young hatte es ihm angetan: „Advokatus Diaboli, Teufelsantreiber und Satan auf Saiten in einer Person“, sah er in dem damals 24-jährigen Virtuosen.

Das erste Berlin-Konzert mit Brian Johnson

Ihr Auftritt in der Eissporthalle war das letzte Berliner Konzert von AC/DC mit Bon Scott. Nach einer durchzechten Nacht in Londoner Clubs erstickte der Sänger am 19. Februar 1980 an seinem Erbrochenen. Sein Nachfolger am Mikrofon wurde Brian Johnson. Nur wenige Monate nach Scotts Tod, am 27. November 1980, trat AC/DC wieder in Berlin vors Publikum. Mit Whitesnake als Support spielte die Band diesmal in der Deutschlandhalle.

Der Sänger Brian Johnson (l) und der Gitarrist der australischen Rockband AC/DC, Angus Young, stehen 25.06.2015 in Berlin im Olympiastadion auf der Bühne. Foto: Britta Pedersen/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

„Ein endgültiger Abschied“? Den vermutete ein Bericht nach dem Auftritt von Sänger Brian Johnson (l.) und Angus Young beim AC/DC-Konzert 2015 in Berlin im Olympiastadion. Es sollte anders kommen.

Britta Pedersen / dpa

In der Nachbetrachtung von Peter E. Müller mutet das Konzert wie ein Hexenkessel an: Die Musiker um Angus und Malcolm Young ließen die „heiße Luft in der Halle vibrieren“. Zu Scotts Gesangskünsten hatte der Kritiker seine Meinung offenbar geändert; diesmal bekam sein Nachfolger eine Spitze: „Der neue Sänger Brian kann sich […] nicht mit den Qualitäten des verstorbenen Bon Scott messen.“ Das Publikum hingegen hat Johnson „akzeptiert und gefeiert“, konstatierte selbst der kritische Journalist. Wie in der „Berliner Morgenpost“ zu lesen war, bestand das aus übrigens aus „Popper und Punks, Rokker und Rowdys, Abitursanwärter und Azubis“.

Es sollte rund acht Jahre dauern, bis AC/DC wieder ein Konzert in Berlin spielten: am 28. März 1988 traten sie erneut in der Eissporthalle auf.

Wir suchen den größten AC/DC-Fan!

Sie sind AC/DC-Fan der ersten Stunde? Sie kennen jeden Song? Haben Angus Young schon etliche Male live gesehen? Wenn ja, würden wir gerne mehr über Ihre Leidenschaft für AC/DC erfahren!

Wenn Sie Lust haben, Teil unserer Berichterstattung zu werden, schicken Sie uns gerne eine E-Mail an: kultur@moz.de

„Blitz und Donner“ bei AC/DC in der Waldbühne

Erstmals unter freiem Berliner Himmel traten AC/DC 1991 in der Waldbühne auf – und das gleich zwei Tage in Folge. Die „Monsters of Rock“-Tour gastierte an der Spree und hatte auch Metallica, Mötley Crüe, Queensryche und die Black Crowes im Paket. Im Rock und Metal schon damals ein namhaftes Line-Up. Gespielt wurde am 27. und 28. August vor jeweils 22.000 Menschen.

Von Unwetter blieb die Berliner Freiluft-Premiere von AC/DC glücklicherweise verschont. Im Konzertbericht von damals liest man dennoch von „Blitz und Donner“. Grund waren die australischen Rock-Ikonen selbst, die ihr Set mit „Thunderstruck“ einläuteten. 14 Jahre nach ihrem ersten Auftritt in einem Berliner Kinosaal galten AC/DC in der Waldbühne da übrigens bereits als „Altmeister“.

Wann waren AC/DC zuletzt in Berlin?

Insgesamt elfmal machten AC/DC im Laufe ihrer Bandgeschichte Halt in Berlin. Am 30. Juni werden sie das Dutzend vollmachen – und beenden erneut eine lange Wartezeit. Zuletzt sah man Angus Young in der Hauptstadt nämlich am 25. Juni 2015 mit Gitarre über die Bühne laufen. Auch damals schon im Olympiastadion. Es war bereits die zweite Show in Berlins größter Konzertstätte.

Die Besetzung wies beim Konzert 2015 eine Besonderheit auf: Stevie Young. Er spielte für seinen Onkel Malcolm an der Gitarre. Eine Demenz-Erkrankung zwang den Kopf hinter den legendären AC/DC-Riffs und unbestechlichen Rhythmiker, die Karriere zu beenden. Zwei Jahre später starb er. Auch wegen dieser gravierenden Personaländerung wähnte der „Tagesspiegel“ damals, der Auftritt in Berlin könnte „ein endgültiger Abschied sein“.

Dass es nicht so ist, beweist AC/DC seit vergangenem Jahr auf der „Power Up“-Tour. Und bald endlich auch wieder in Berlin.

Wo spielte AC/DC bereits in Berlin?

  • 25. September 1977: Kant-Kino
  • 3. Dezember 1979: Eissporthalle
  • 27. November 1980: Deutschlandhalle
  • 28. März 1988: Eissporthalle
  • 27./28. August 1991: Waldbühne
  • 30. April 1996: Deutschlandhalle
  • 27. Oktober 2000: Velodrom
  • 9. Juni 2003: Columbiahalle
  • 22. Juni 2010: Olympiastadion Berlin
  • 25. Juni 2015: Olympiastadion Berlin