Akquise: Filmbranche in Brandenburg sucht massiv Fachkräfte

Der Boom von TV-Serien sorgt für Fachkräftemangel bei Filmfirmen in Berlin und Brandenburg.
Paul Zinken/dpaDarauf haben am Montag Regisseure und Produzenten hingewiesen. "Es werden händeringend Filmgeschäftsführer, Produktionsleiter, Beleuchter sowie Assistenten für das Kostümbild und die Kameraarbeit gesucht“, sagte Florian Koerner von Gustorf, der langjährige Produzent des Regisseurs Christian Petzold, auf der Brandenburger Berlinale-Pressekonferenz. Ziel müsse sein, schnell mehr auszubilden und die Attraktivität der handwerklichen Berufe beim Film herauszustellen.
Buchhalter in Griechenland
Regisseur Christian Alvart erzählte, dass er für „Freies Land“ partout keinen Filmgeschäftsführer gefunden habe. „Wir haben dann jemand in Griechenland angestellt, der unsere Quittungen gesammelt hat. Durch Amazon, Netflix und andere Anbieter gibt es einen Hype, der zum Fachkräftemangel geführt hat.“ Dazu passend berichtete Philipp Klausing, Herstellungsleiter bei „Dark“, dass die deutsche Erfolgsserie auf 420 Drehtage komme. Man binde damit also Personal, dass woanders fehle, verdeutlichte er.
Auch ein anderer Boom habe Schattenseiten, wie die drei Filmleute berichteten. So sei Brandenburg als Drehort mittlerweile so beliebt, dass es langsam eng werde und man zunehmend Mühe habe, Drehgenehmigungen zu bekommen. "Wir sorgen ja auch dafür, dass tagelang Schulen, Straßen und Plätze gesperrt werden. In manchen Orten werden die Leute immer genervter“, sagte Alvart, der jüngst für die ZDF-Serie „Sløborn“ in Brandenburg drehte. Er appellierte an die eigene Branche: „Wir müssen uns Mühe geben: keine verbrannte Erde hinterlassen, sondern die Leute vor Ort für den Dreh so begeistern, dass sie das gerne noch einmal erleben möchten.“
Dank an die Stadt Bernau
Philipp Klausing nahm diesen Ball auf und richtete Dankesworte an die Verantwortlichen der Stadt Bernau: „Sie haben uns sehr geholfen, den Gutshof Börnicke als Drehort zu erschließen.“ Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit vielen märkischen Kommunen sei, dass die von Netflix weltweit verbreitete Serie "Dark“ zu 85 Prozent in Brandenburg gefilmt wurde.
Bei der diesjährigen Berlinale ist das Medienboard Berlin-Brandenburg mit zwölf Produktionen aus der Region im offiziellen Programm vertreten. Unter anderem mit „Undine“ von Christian Petzold, einem Drama um eine geheimnivolle Wasserfrau, für das in den Babelsberger Studios eigens ein neun mal elf Meter großes und fünf Meter tiefes Becken gebaut wurde.
