Alice Cooper in Berlin: Konzert mit Gruselfaktor – vom Priestersohn zum Rocker

Macht auch mit 76 Jahren noch eine gute Figur auf der Bühne: Musiker Alice Cooper
Jaroslav Novk/dpaBereits auf sechs Jahrzehnte auf der Bühne blickt Alice Cooper zurück. Doch ans Aufhören denkt der mittlerweile 76-jährige Rockstar, der für Hits wie „Poison“ und „School's Out“ bekannt ist, noch lange nicht. Am 8. Oktober wird er zusammen mit der deutschen Metal-Königin Doro für ein Konzert in die Berliner Max-Schmeling-Halle kommen.
Anlass genug, sich einmal mit kuriosen Aspekten des Lebens und der Karriere des „Godfather of Shock Rock“ auseinanderzusetzen.
Alice Cooper in Berlin: Vom Priestersohn zum Schock-Rocker
Dass Vincent Damon Furnier als Alice Cooper einmal in finsterer Schminke die Bühnen der Welt erobern und dort Kunstblut fließen oder schon mal die eigene Hinrichtung inszenieren sollte, war ihm wahrlich nicht in die Wiege gelegt. Schließlich ist der Schockrocker Spross einer sehr gläubigen Familie. Sein Vater war Priester der Kirche Jesu Christi, der sogenannten Bickertoniten, einer mormonischen Glaubensgemeinschaft. Der Großvater fungierte in den Sechzigern sogar als deren Präsident.
Für die vermeintlich gotteslästerlichen Eskapaden des Sohnes musste sich Furnier Senior mehr als einmal vor seiner Kirche verteidigen, wie Cooper in einem Interview verriet. Er sagte: „Sehen Sie, er ist ein Schauspieler, ein Künstler. Das ist sein Sinn für Humor. Er ist kein Satanist.“ So unterschiedlich der Lebensstil - den Hang zur Musik teilte sich Cooper jedoch mit seinem Vater: „Er liebte Musik, Sinatra und Elvis.“ Und während die Eltern anderer damals argwöhnisch auf die Beatles blickten, überraschte der Priester seinen Sohn, weil er die Pilzköpfe „ziemlich gut“ fand.
Trinkfeste Freunde und zweite Karriere für Alice Cooper
Welch illustren Freundeskreis Alice Cooper pflegte, zeigte sich bereits in den Siebzigern. Damals gründete der Sänger in Hollywood eine Art Stammtisch des Who-Is-Who der Rockgeschichte. Im „Rainbows“, einer in der Rockszene noch heute legendären Bar, lud der Sänger andere berühmte Künstler zu feuchtfröhlichen Gelagen und taufte die Gruppe „The Hollywood Vampires“. Zu den festen Mitgliedern der offenbar Tageslicht scheuenden Truppe zählten unter anderen The Who-Drummer Keith Moon und Ringo Starr. Als wiederkehrende Gäste gaben sich Komiker John Belushi, Iggy Pop oder John Lennon die Ehre.
Den gleichen Namen sollte ein weiteres Freundschafts-Projekt Coopers erhalten. 2012 tat er sich mit Schauspieler Johnny Depp und Aerosmith-Gitarrist für eine Rock-Supergroup zusammen. Die Gruppe coverte zunächst Rockklassiker und erhielt dadurch den inoffiziellen Beinamen der „teuersten Coverband der Welt“. Inzwischen veröffentlichten The Hollywood Vampires aber auch eigene Songs und brachten bereits zwei Studioalben und ein Livealbum heraus. Vergangenes Jahr spielte die Band sogar ein Konzert in Berlin.
Alice Cooper: Auftritte in Film und Fernsehen
Mit Johnny Depp kollaborierte Alice Cooper nicht nur musikalisch. Für den Tim Burton-Film „Dark Shadows“ standen sie 2012 auch gemeinsam vor der Kamera. In der Horrorkomödie spielte der Sänger sich selbst. Es war nicht sein erster Cameo-Auftritt. Auch in „Wayne’s World“, der Sitcom „Die Wilden Siebziger“, in „Monk“ und der Musikkomödie „Roadie“ trat Cooper auf.
Und natürlich schreckt der Horrorrocker auch vor Horrorfilmen nicht zurück. Im sechsten Teil der „Nightmare on Elm Street“-Reihe mimte er Freddy Kruegers Vater. Die Musicalwelt hat er allerdings nur passiv beeinflusst. Den Schöpfer der „Rocky Horror Picture Show“, Richard O’Brien, inspirierte Alice Cooper nämlich zur Figur des als Dr. Frank N. Furter.
Alice Cooper: „Too Close For Comfort“-Tour
Seine „Too Close For Comfort“-Tour führt Alice Cooper auch nach Deutschland. Als Special Guest bei den Konzerten wird auch Doro mit auf der Bühne stehen. Die deutschen Tour-Termine sind:
3. Oktober: Stuttgart, Porsche-Arena
4. Oktober: Lingen, Emsland Arena
6. Oktober: Oberhausen, Rudolf Weber Arena
8. Oktober: München, Olympiahalle
9. Oktober: Berlin, Max-Schmeling-Halle
11. Oktober: Leipzig, Arena
Tickets für die Tour gibt es hier.


