Angelika Mann ist tot: Bekannte DDR-Künstlerin stirbt, Trauer um „die Lütte“

Ob als Sängerin oder Schauspielerin: DDR-Künstlerin Angelika Mann liebte das Rampenlicht. (Archivbild)
Soeren Stache/dpa- Angelika Mann, bekannte DDR-Sängerin und Schauspielerin, starb im Alter von 76 Jahren.
- Wegen ihrer Größe von 1,49 Metern wurde sie „die Lütte“ genannt und war über 50 Jahre aktiv.
- Ihre Karriere begann in den 1970ern, u. a. mit Reinhard Lakomy und auf der Kinderschallplatte „Traumzauberbaum“.
- 1985 verließ sie die DDR, feierte Erfolge im Westen und kehrte nach dem Mauerfall oft in den Osten zurück.
- Mann erlag einem Krebsleiden, sie war auch als Kabarettistin, Moderatorin und Schauspielerin tätig.
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Angelika Mann, eine der bekanntesten Künstlerinnen mit DDR-Wurzeln, ist tot. Die Sängerin und Schauspielerin starb Mittwoch im Alter von 76 Jahren, wie ihre Familie der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Mann – die wegen ihrer Körpergröße von 1,49 Meter auch „die Lütte“ genannt wurde – stand mehr als ein halbes Jahrhundert auf der Bühne, auch als Kabarettistin und Moderatorin. Nun erlag die Künstlerin einem Krebsleiden.
Um ein Haar wäre Mann kein DDR-Star geworden - denn bei ihrer Geburt am 13. Juni 1949 lebten ihre Eltern im Westen Berlins. Dann bekam ihr Vater, ein Arzt, eine Stelle im Berliner Stadtteil Buch. Die Familie zog in den Osten um. Im Spätsommer 1961 wollte ihre Mutter zurück in den Westen. Ein Grund: „Wir lebten in ständiger Angst.“ Das schrieb Mann in ihrer Autobiografie „Was treibt mich nur“, die 2013 erschien. Aber: Der Mauerbau kam der lang geplanten Republikflucht zuvor.
Angelika Mann: Auftritte mit Manfred Krug und Uschi Brüning
Musik spielte für die Berlinerin schon früh eine wichtige Rolle. Als Kind übte sie bis zu acht Stunden täglich Klavier, als Teenager hörte sie Bach und Beatles. Doch nach dem Abschluss der Schule absolvierte die Arzttochter zunächst eine Lehre in einer Apotheke. Sie liebte den Publikumskontakt, wie sie selbst schrieb. In der Mittagspause sang sie ihren Kollegen die neuesten Schlager vor.
Eines Abends trat Udo Jürgens im Friedrichstadtpalast auf. Mit weißem Kittel und kaputter Strumpfhose fuhr die künftige Apothekerin in einer Mittagspause zum Hotel - und wurde von Jürgens mit hineingenommen. Sie stand damals auch selbst schon regelmäßig auf der Bühne, am Wochenende in einem der DDR-Tanzsäle.
In den 1970er Jahren begann dann ihre Musikkarriere richtig - zunächst an der Seite des Komponisten Reinhard Lakomy. Ihre unverwechselbare Stimme ist etwa auf Lakomys millionenfach verkaufter Kinderschallplatte „Traumzauberbaum“ zu hören. Angelika Mann sang aber auch mit Manfred Krug und der Jazz-Sängerin Uschi Brüning.
Weil sie sich in der DDR zunehmend unwohl fühlte, stellte sie 1984 einen Ausreiseantrag. Ein Jahr später durfte sie das Land verlassen. Im Westen fasste „die Lütte“ zügig Fuß. Zum Beispiel wurde sie am Theater des Westens als Lucy in der Dreigroschenoper bejubelt. Nach dem Mauerfall kehrte die Künstlerin dennoch gerne wieder zurück in den Osten Deutschlands – und auf viele Bühnen dort.
So war sie in der Comödie Dresden im Theaterstück „Kalender Girls“ unter anderem an der Seite von Viktoria Brams, Ursula Karusseit und Uta Schorn zu sehen. Auch vor der Kamera stand sie, etwa in Rosa von Praunheims Film „Der Einstein des Sex“.
2021 erlitt die Künstlerin mit dem frohen, optimistischen Wesen einen weiteren Schicksalsschlag: Sie erhielt eine Brustkrebs-Diagnose. Dennoch stand „die Lütte“ weiter auf der Theaterbühne, ließ sich nichts anmerken und trug Perücke. Im November 2022 schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite, sie habe nun ihre letzte Chemotherapie-Tablette genommen. „Ich bin dankbar und demütig. Ich liebe das Leben.“
