Ausflugstipps
: Strausberg, Garzau, Ruhlsdorf – welche Denkmäler einen Besuch lohnen

Spannende Architektur, technologische Seltenheiten und ein Superlativ: In und um Strausberg gibt es tolle Denkmäler zu entdecken. Wir stellen einige der schönsten Ausflugsziele vor.
Von
Michael Heider
Strausberg
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Die Region um Strausberg hat nicht nur architektonisch besondere Denkmäler wie die Pyramide Garzau zu bieten.

Thomas Berger

Egal ob Wanderlustige, Architekturfans oder Technikfreunde – in Sachen Denkmälern werden in und um Strausberg fast alle fündig. Welche Ausflugsziele einen Besuch (oder sogar eine Mitfahrt) lohnen? Hier eine Auswahl der interessantesten Bauwerke und Orte.

Pyramide Garzau (Garzau-Garzin)

Im Sommer finden an der Garzauer Pyramide auch Konzerte statt.

Gerd Markert

Die Pyramide Garzau ist nicht nur eine architektonische Besonderheit, sondern gleich ein waschechter Superlativ: die größte Feldsteinpyramide Deutschlands. Ihre rund 14 Meter erheben sich inmitten des zum Schloss Garzau gehörigen Landschaftsparks, wo sie 1784 errichtet wurde. Wer hinter dem Entwurf steckt, ist nicht zweifelsfrei klar.

Es wird jedoch vermutet, dass es Carl Gotthard Langhans gewesen sein könnte, der Architekt des Brandenburger Tores in Berlin. Das lange verfallene und erst 1999 wiederentdeckte Bauwerk wurde über Jahre freigelegt und wiederaufgebaut, sodass sie heute weitestgehend wieder im Originalzustand erkundbar ist. Hinter dem an einen griechischen Tempel erinnernden Portal der Pyramide befinden sich ein Saal und verschiedene Kammern. Besichtigt werden kann die Pyramide Garzau allerdings nur von Außen. Gelegentlich finden an der Pyramide auch Veranstaltungen statt, etwa ein Open-Air-Konzert am letzten Sonntag im August. Infos über bevorstehende Veranstaltungen gibt es auf der Website der Pyramide Garzau.

Adresse: Schlosspark, 15345 Garzau-Garzin OT Garzau, Infos unter: www.pyramide.garzau.de

Strauseefähre (Strausberg)

Eine technische Rarität: die Personenfähre über den Straussee

Dirk Nierhaus

Auch eine echte Rarität hat Strausberg zu bieten: die letzte verbliebene Oberleitungsfähre in ganz Deutschland. Die Strausseefähre verbindet seit stolzen 130 Jahren das Strausberger Stadtgebiet mit dem Waldgebiet „Jenseits des Sees“. Zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1894 hatte es noch Muskelkraft und einer Seilwinde bedurft, um die Fähre zu bewegen. Doch seit 1915 sorgt Strom aus einer freigespannten Oberleitung für die Überquerung des Sees.

Längst gilt das Verkehrsmittel als Wahrzeichen Strausbergs, es steht sogar unter Denkmalschutz. An Bord passen bis zu 100 Fahrgäste, die die 350 Meter See in knapp 7 Minuten überqueren können. Die Fähre mit der Liniennummer 39 ist das ganze Jahr über in Betrieb und setzt sogar in Wintern mit fast komplett zugefrorenen Straussee noch über. Damit ist sie ein idealer Ausgangspunkt für Wandertouren rund durch das umliegende Waldgebiet. Tickets gibt es direkt auf der Fähre zu kaufen.

Adresse: Karl-Liebknecht-Straße, 15344 Strausberg (auf städtischer Seite), Infos unter: www.strausberger-eisenbahn.de/strausseefaehre

Wasserturm Marienberg (Strausberg)

Sorgte einst für den richtigen Wasserdruck in Strausberg: der Wasserturm auf dem Marienberg

Gerd Markert

Die Wälder um Strausberg halten durchaus Entdeckungen bereit. Eine von ihnen ist der Wasserturm auf dem Marienberg. Das 35 Meter hohe Bauwerk liegt in unmittelbarer Nähe zur St. Marienkriche und dem Straussee und avancierte in den 124 Jahren seit seiner Erbauung zu einem weiteren Wahrzeichen der Stadt. Das Jahr seiner Fertigstellung, 1910, ist heute noch einem Relief aus schlesischem Sandstein an der Eingangstür zu entnehmen, das das Strausberger Wappen darstellt.

Der auf dem fast 100 Meter hohem Marienberg erbaute Hochbehälter, der Platz für bis zu 400 Kubikmeter Wasser bietet, diente einst dazu, den Wasserdruck in der Stadt konstant zu halten. Eine Aufgabe, die er bis nach der Wende erfüllte. Inzwischen mag der Wasserturm auf dem Marienberg aus wirtschaftlichen Gründen zwar stillgelegt sein, dafür eignet er sich nach wie vor als großartiger Anlaufpunkt für Wanderlustige. Die Aussicht von der Spitze kann man allerdings nicht genießen. Der Wasserturm ist nicht öffentlich zugänglich.

Adresse: Berliner Str. 69, 15344 Strausberg

Dorfkirche in Ruhlsdorf

Mit mittelalterlichen Baumaterial entstanden: die Dorfkirche Ruhlsdorf (Strausberg)

Thomas Berger

Selbstverständlich kann auch die Region um Strausberg mit so schönen wie alten Dorfkirchen aufwarten. Im beschaulichen Wohnplatz Ruhlsdorf etwa befindet sich die gleichnamige Dorfkirche. Ihre Geschichte ist dem Bauwerk gut erkennbar anzusehen. So zieren die Fassade noch immer mittelalterliche Reste von Feldsteinen. Die baulichen Anfänge gehen vermutlich bis ins 15. Jahrhundert zurück. Im Innern der Kirche mit ihrem Pyramidendach befindet sich ein barocker Altar. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Dorfkirche Ruhlsdorf starke Beschädigungen. Dass sie heute wieder weitestgehend instandgesetzt ist, ist auch der Hilfe eines Fördervereins zu verdanken.

Adresse: Alt-Ruhlsdorf 18, 15344 Strausberg