Beatrice Egli in Berlin
: Was ihr Schlager mit Jan Böhmermann gemeinsam hat

3400 Fans, über 30 Songs: Beatrice Egli lädt zur Party in der Uber Arena. Ihre Texte erinnern bisweilen an eine berühmte Pop-Satire. Doch live entfalten ihre Lieder eine erstaunliche Wirkung.
Von
Michael Heider
Berlin
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Vertrieblerin der guten Laune: Beatrice Egli bei ihrem Konzert in der Uber Arena Berlin

Vertrieblerin der guten Laune: Beatrice Egli bei ihrem Konzert in der Uber Arena Berlin

Michael Heider
  • Beatrice Egli spielte in der Berliner Uber Arena vor laut Veranstalter rund 3400 Fans.
  • Sie bot über 30 Songs mit Dance-Pop-Sound statt volkstümlichem Schlager – Mitsingen inklusive.
  • Viele Titel stammen von „Balance“ und „Hör nie auf damit“, Klassiker wie „Mein Herz“ fehlten nicht.
  • Mundartsongs und ein Video aus 1995 setzten persönliche Akzente, das Publikum reagierte emotional.
  • Der Abend zielte auf Gemeinschaft und gute Laune, was live spürbar funktionierte.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Beatrice Egli ist eine erfolgreiche Sängerin, klar. Sie hat eine tolle Stimme, Hits und gleich mehrere Nummer-1-Alben. Das Problem ist nur: Wirklich zu fassen, kriegt man das, was die 38-Jährige hauptberuflich macht, damit nicht. Gut, sie tritt als TV-Moderatorin auf, steht als Schauspielerin vor der Kamera. Trotzdem … Es fehlt was. Etwas, das erst greifbar wird, wenn man Egli live erlebt.

So wie bei ihrem Konzert in der Berliner Uber Arena. Dort demonstriert die gelernte Friseurin an diesem Samstagabend (24.10.) ihr eigentliches Jobprofil: Vertrieblerin. Ihre Handelsware? Gute Laune. Und eines muss man Beatrice Egli lassen: Sie ist verdammt gut in ihrem Job.

„Wenn euch jemand fragt: ‚Warum hört ihr Schlager und seid dabei immer so gut gelaunt?‘“, rät die Schweizerin ihrem Berliner Publikum. „Antwortet einfach: ‚Warum nicht?‘“ Es ist mehr Intro zum gleichnamigen Song als nötiger Ratschlag. Die anwesenden Fans, rund 3400 sind es laut Veranstalter, tragen ihre Schlager-Begeisterung offensiv nach außen.

Beatrice Egli setzt auf Dance-Beats statt Schunkelmusik

Glitzernde Outfits, blinkende Haarreifen und Lust auf Party haben sie mitgebracht. Gut, dass Beatrice Egli letztere mit Songs wie „Voll unter Strom“, „Sternendiebe“ und „Was geht ab“ musikalisch gleich zu Beginn untermalt. Mit ihren eingängigen Texten und basslastigen Popsounds bringt sie nicht nur die vordersten Reihen der Arena zum Tanzen.

„Warum hört ihr Schlager und seid dabei immer so gut gelaunt?“
Beatrice Egli
… hat eine passende Antwort

Egli steht für eine Schlagergeneration, die sich längst vom volkstümlichen Klang vergangener Jahrzehnte verabschiedet hat. Das stellt sie auch in Berlin unter Beweis. Wo früher Streicher, schmachtende Melodien und romantische Sehnsucht dominierten, legen sich heute elektronische Beats und Synthesizer über die Texte. Die Uber Arena dröhnt wie bei einer Dance-Pop-Show.

Ein wenig Ursprünglichkeit darf dennoch nicht fehlen. Mit Mundarttiteln wie „Zyt zum Heicho“ und „Liächtermeer, immer meh und meh“ zelebriert die aus dem Kanton Schwyz stammende Sängerin ihre Schweizer Wurzeln.

Und auch Raum für süße Momente gibt. Vor „Bros“ zeigt ein Video Egli als Kind im Jahr 1995 singend mit ihren drei Brüdern. Gerührte „Ohh“-Rufe der Berlinerinnen und Berliner hat die Sängerin damit sicher. „Dieser Applaus geht definitiv an meine drei Brüder“, freut sie sich. Musikalisch setzt sie aber auf die Gegenwart. Ein Großteil der Songs entstammt ihren jüngsten Alben „Balance“ und „Hör nie auf damit“. Publikumslieblinge wie „Mein Herz“ und „Verliebt, verlobt, verflixt nochmal“ fehlen trotzdem nicht.

Schlager der Marke Egli ist auf Gemeinschaft ausgerichtet

Das Berliner Konzert findet im Rahmen von Eglis „Tanzen – Lachen – Leben“-Tour statt. Ein Schelm, wer beim Namen an „Menschen Leben Tanzen Welt“ denkt – ein Song, den einst Jan Böhmermann veröffentlichte. Für diesen ließ der Satiriker die Reihenfolge der aus Posts, Slogans und Plattitüden zusammengestellten Textzeilen von Schimpansen des Gelsenkirchener Zoos bestimmen. Die Aktion sollte die Austauschbarkeit deutscher Pop-Hits demonstrieren.

Mit viel Charisma, enormer Energie und spürbarem Spaß bei ihrer Arbeit begeister Beatrice Egli in der Berliner Uber Arena ihre Fans.

Mit viel Charisma, enormer Energie und spürbarem Spaß bei ihrer Arbeit begeister Beatrice Egli in der Berliner Uber Arena ihre Fans.

Michael Heider

Wobei … Vor einem solchen Vorwurf ist auch Beatrice Egli nicht ganz gefeit. In „Hör nie auf damit“ singt sie davon, niemals mit besagtem Tanzen, Lachen, Leben aufzuhören. Und Zeilen wie „so mühelos fliegen wie ein Schmetterling“ oder „unsere Gefühle, die fahren Achterbahn“ erinnern an Sprüche für Kaffeetassen.

Doch was auf dem Papier gelegentlich generisch anmutet, entfaltet auf und vor der Bühne eine andere Wirkung. Denn Schlager der Marke Egli zielt auf Gemeinschaft – und genau darin liegt seine Stärke. Er will die Welt nicht erklären, sondern sie für ein paar Stunden erträglicher machen. Zusammen! In Berlin gelingt das der Sängerin erstaunlich gut.

Fast drei Stunden steht Beatrice Egli auf der Bühne

Beatrice Egli versteht es, mit viel Charisma, Energie und spürbarem Spaß, ihre Fans, egal ob jung oder alt, für fast drei Stunden dem Alltag zu entreißen. Sie tritt vor ihr Publikum in funkelnden Hosenanzügen, einer Robe, die an ein Geschenk mit Schleife erinnert (zu „Magisch“), im Ventilator wehendem Haar und taktgenauen Posen. Unterstützt von ihrer Live-Band, Background-Sängerin und -Sänger, Tänzerinnen und hymnischen Mitsingrefrains erzeugt die Show eine kollektive Stimmung wie im Fußballstadion.

Über 30 Songs sind es am Ende. Ihr Publikum dankt Beatrice Egli derartigen Fleiß mit konsequentem Ignorieren der Arena-Bestuhlung, Lichtermeeren, lauten Chören und noch lauterem Applaus. Denn es muss nicht immer die große musikalische Offenbarung sein. Gute Laune in rauen Mengen tut es auch. Und die findet in Berlin an diesem Abend dankbare Abnehmer.