Berlinale 2026
: Auf welcher Party sich die deutschen Stars treffen

Wo treffen sich die deutschen Stars auf der Berlinale 2026? Beim MBB-Event feiern Filmschaffende Erfolge, sprechen über Durststrecken und debattieren Wim Wenders’ Aussagen.
Von
Barbara Breuer
Berlin
Jetzt in der App anhören
76. Berlinale - MEDIENBOARD: 14.02.2026, Berlin: Gäste feiern auf der Party der Veranstaltung «Medienboard» im Rahmen der Berlinale im Holzmarkt. Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin finden vom 12. bis 22. Februar 2026 statt. Foto: Britta Pedersen/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Klassentreffen: Viele deutsche Stars und andere Gäste feiern auf der Party der Veranstaltung „Medienboard“ im Rahmen der Berlinale im Holzmarkt.

Britta Pedersen/dpa
  • MBB-Party im Holzmarkt: deutsche Stars feiern Berlinale 2026 und MBB-Erfolge.
  • Fünf MBB-geförderte Filme laufen dieses Jahr im Wettbewerb.
  • Jannis Niewöhner blickt auf Shootingstar-Ehre zurück und schwankende Branchenphasen.
  • Ulrike Ottinger zeigt „Blutgräfin“; Lars Eidinger dankt MBB für Finanzierung.
  • Edin Hasanović kritisiert Wim Wenders’ „We should stay out of politics“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Liste der prominenten Gäste ist lang, das Medienboard Berlin-Brandeburg (MBB) hat eingeladen: Gleich fünf von der Förderinstitution unterstützte Produktionen, laufen im diesjährigen Wettbewerb der Berlinale. Das wurde auf dem Holzmarktgelände in Berlin – wie schon in den vergangenen Jahren – ausgiebig gefeiert.

Auch Jannis Niewöhner, gerade in „Allegro Pastel“ gefeiert, schaute vorbei. Vor elf Jahren war er der deutsche Shootingstar auf der Berlinale. „Das war damals eine Riesenehre und es waren tolle, volle Tage. Ich bin nach wie vor wahnsinnig glücklich, dass ich diese Auszeichnung kriegen durfte“, erzählt er. In den vergangenen Jahren hat er mehrere Phasen im Filmgeschäft miterlebt: „Da gab es eine Zeit, wo es durchaus experimentelle Stoffe gab, auch bei den Streamingdiensten, und dann aber auch Phasen, wo es irgendwie schwierig war.“

„Blutgräfin“ mit Isabelle Huppert und Lars Eidinger

Regisseurin Ulrike Ottinger präsentiert auf der Berlinale ihre „Blutgräfin“ mit Isabelle Huppert, Birgit Minichmayr, Thomas Schubert und Lars Eidinger. „Ich wollte diesen Beruf unbedingt machen und habe immer alles drangesetzt – seit meinem 16. Lebensjahr“, erzählt sie. Jeder müsse das verfolgen, was er wirklich machen möchte. „Und sich dabei nicht an die Normen halten und nicht beirren lassen“, rät sie, „sonst wird einem von Anfang bis Ende immer reingequasselt“.

Zusammen mit ihr ist Lars Eidinger unterwegs. Er verrät, warum: „Ich bin hier, weil es die Medienbordveranstaltung ist. Das Medienbord bezahlt die Filme, die ich mache. Und ich bin hier, weil ich Danke sagen will und weil ich mich freue, dass es Leute gibt, die Geld investieren, damit ich arbeiten kann.“

Regisseur Simon Verhoeven nach langer Pause wieder zurück

Manchmal sind auch Durststrecken dazwischen: Acht Jahre lang hat Regisseur Simon Verhoeven gebraucht, um vor Jahren die Finanzierung für seinen zweiten Film zu stemmen. Diese Zeiten sind vorbei. Sein neuestes Werk „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ ist aktuell in den Kinos zu sehen und hat in der ersten Woche 150.000 Zuschauerinnen und Zuschauer berührt. „Auf mich kommen hier viele Kolleg:innen und Schauspieler:innen zu und geben mir ganz aufrichtig Feedback und sagen, wie schön der Film ist. Das berührt mich, und darum ist es für mich eine ganz andere Berlinale dieses Jahr.“

Nun könne er auch einfach wieder mal andere Produktionen schauen und sich daran erfreuen. „Denn bei mir fällt jetzt viel Druck ab, nachdem der Film so erfolgreich angelaufen ist“, verrät er. Ein Partymensch sei der 53-Jährige aufgrund seines Alters inzwischen nicht mehr. „Partys waren früher sehr mein Ding und jetzt bin ich ganz froh, wenn ich früh ins Bett komme.“

Eine lange Nacht wird es sicher für MBB-Geschäftsführerin Sarah Duve-Schmid: „Für Berlin ist die Berlinale wie die fünfte Jahreszeit: Überall in der Stadt wird Kino gelebt und geliebt. Wir freuen uns auf tolle Events, die die internationale Filmbranche in der Filmhauptstadt zusammenbringen und auf 15 herausragende MBB-geförderte Filme im offiziellen Festivalprogramm.“ Dazu gehört auch „Staatsschutz“ von Regisseur Faraz Shariat. Schauspielerin Julia Jentsch freut sich darauf, wenn das Publikum ihren neuesten Film endlich während seiner Weltpremiere im Panorama der Berlinale sehen kann. Sie erklärt: „Ich finde das ist eine sehr bewegende Geschichte, die von den Beteiligten lange recherchiert wurde.“

Kritik an Wim Wenders' Aussagen auf der Pressekonferenz

Berührt war auch Edin Hasanović – allerdings nicht positiv. „Ich habe gerade die Jury-Pressekonferenz mitbekommen und finde es ziemlich schwach, dass Jurypräsident Wim Wenders gesagt hat ,We should stay out of politics‘. Ich würde sagen, genau in diesen schwierigen Zeiten sollten wir Filmemacher und Künstler Zeichen setzen, politisch sein. Überall, wo es geht.“

Dann erzählt er noch von einer Berlinale, die ihm in Erinnerung geblieben ist: „2016 habe ich den Nachwuchspreis bei der Goldenen Kamera gewonnen, kurz vor der Berlinale. Danach dachte ich, es wäre klug, jede Party der Berlinale mitzunehmen. Und das war keine gute Entscheidung“, sagt er heute. Teilweise habe er sich im Auto umziehen müssen, weil er von einer Party zur anderen gefahren ist. „Ich bin krank geworden, habe also eine Tablette genommen, um mich hochzupuschen. Dann habe ich funktioniert bei der Party und bin wieder krank nach Hause und musste von Mutter abends gepflegt werden. Das werde ich nicht vergessen. Das passiert mir nicht noch einmal.“

Und während die ersten Kolleg:innen nach Kaiserschmarrn, Käsespätzle und Linsen mit Tofu in Currysoße schon Espresso-Martini und Glühwein trinken, überlegt Edin Hasanović kurz, wie sein Tipp gegen Brummschädel lautet. „Alkohol trinke ich eigentlich nicht. Darum mein Tipp: Vielleicht ‚nicht trinken‘.“