Berliner Rundfunk Open-Air 2024
: Jubiläum in der Wuhlheide – Gäste aus Dänemark, Polen, Moskau

Der Berliner Rundfunk feiert 20. Jubiläum als Open-Air-Event in der Wuhlheide. Gäste reisten aus Polen, Dänemark und Moskau an. Wie war die Stimmung?
Von
Nicole Buhlau
Berlin
Jetzt in der App anhören
Achtziger-Ikone Sandra trat auf dem Open-Air 2024 des Berliner Rundfunks in der Wuhlheide auf und erntete Jubelschreie.

Achtziger-Ikone Sandra tritt auf dem Open-Air 2024 des Berliner Rundfunks in der Wuhlheide auf und erntet Jubelschreie.

Janine Reinschmidt

Gemischtes Publikum schlängelt sich den Weg von der S-Bahn-Haltestelle durch den Wald entlang, bis zur Parkbühne Wuhlheide. Unterwegs sucht der eine oder die andere noch Tickets für das Event, manche wollen sie loswerden. Ist man dann auf dem Gelände angekommen, wird das Warten am Eingang direkt belohnt, denn die Hermes House Band spielt gerade ihre bekanntesten Hits. „Das ist die schönste Bühne Deutschlands“, begrüßt die holländische Band die Zuschauenden.

Mit bunten Blumenketten, einem frischen Getränk in der Hand und gehobener Laune tanzt das Publikum ausgelassen. Die Arena sei ausverkauft – rund 17.000 Zuschauende seien gekommen, schätzt Doro Manz, Pressesprecherin des Berliner Rundfunks (BRF). Die Hermes Houseband verabschiedet sich pünktlich von den Gästen, der BRF hat einen straffen Zeitplan und noch einiges an Darbietungen an diesem Abend. Nur wenige Minuten bleibt zwischen den Auftritten für eine Umbaupause – der nächste Act ist die Band Münchener Freiheit.

Polen, Dänemark, Moskau – internationale Zuschauer in der Wuhlheide

Während die Sonne auf die Fans scheint und sie bei sommerlichen Temperaturen im Takt klatschen, leiten Moderatoren des Berliner Rundfunks ein Spiel ein. Zwei Teams des Radiosenders sollen jeweils Personen aus dem Publikum finden, die von weit her angereist sind. Dabei stellt sich heraus, dass es Zuschauerinnen und Zuschauer aus Moskau und Polen in die Wuhlheide zum Event gelockt hat. Nahe der Bühne stehen zwei Damen aus Dänemark. Sie sind extra hergekommen, weil sie die Show nicht verpassen wollten. Vorher seien sie noch nie hier gewesen, erzählen sie.

Beim Berliner Rundfunk Open-Air-Event, sind Zuschauerinnen aus Dänemark angereist, um die Show in der Wuhlheide nicht zu verpassen.

Beim Berliner Rundfunk Open-Air-Event, sind Zuschauerinnen aus Dänemark angereist, um die Show in der Wuhlheide nicht zu verpassen.

Nicole Buhlau

Die Menge tobt, als Sänger Tim Wilhelm das Lied „Ohne dich (schlafe ich heute Nacht nicht ein)“ anstimmt. Der Song war wohl das, worauf alle gewartet haben. Das Publikum ist sichtlich begeistert von der Band. Dennoch ist es etwas ernüchternd, als bemerkt wird, dass Playback gesungen wird.

Eine weitere Überraschung steht bevor, als das Team während einer Umbaupause mit großen Luftballons auf die Bühne kommt. Sie sollen in die Masse getragen werden, aber in einer ist auch ein Sommerpaket mit Wurfzelt, Kühltruhe und Getränken versteckt. Das Publikum muss herausfinden, welcher Ballon es ist.

Aus Münster und Berlin – zwei Besucher feiern zum ersten Mal

Johann aus Münster und Piet aus Berlin sind langjährige Freunde – trotz der weiten Entfernung. Sie sind zum ersten Mal auf dem Open-Air vom BRF. „Ich hatte nicht erwartet, dass ich hier so gut unterhalten werde, da das sonst nicht die Art Konzert ist, wo ich hingehen würde“, erzählt Piet. Johann fand die Hermes House Band am besten. Sie hätten am meisten Stimmung gemacht.

Johan Sühling aus Münster (links) und Piet aus Berlin sind zum ersten Mal bei dem Open-Air des Berliner Rundfunks und dann auch noch zum 20. Jubiläum.

Johann aus Münster (links) und Piet aus Berlin sind zum ersten Mal bei dem Open-Air des Berliner Rundfunks und dann auch noch zum 20. Jubiläum.

Nicole Buhlau

Um 19:40 Uhr kommt dann Sandra auf die Bühne. Sie konnte letztes Jahr beim Open-Air nicht dabei sein, da sie sich kurz vorher unfallbedingt verletzt hatte. Nun ist aber alles gut und sie startet in den Abend mit „Maria Magdalena“. Der Text sitzt noch bei den meisten aus den Achtzigern. „Mir schlottern die Knie, weil ich euch alle sehen kann, so hell ist es noch“, ruft Sandra der Menge zu.

Highlight des Abends, der Stimmung des Publikums nach zu urteilen, sind die Hermes House Band, Münchener Freiheit, Bonnie Tyler und Matthias Reim. Bonnie Tyler singt mit ihren 72 Jahren komplett ohne Playback. Man kann ihr anmerken, dass einige Töne für sie nicht mehr so einfach sind wie noch vor ein paar Jahren, dennoch kann sie sich kaum erholen von zahlreichen Jubelschreien.

Matthias Reim beendet den Konzertteil mit bekannten Hits wie „Verdammt, ich lieb´dich“. Es folgt ein riesiges Feuerwerk zum krönenden Abschluss, direkt über den Köpfen der Wuhlheide-Besuchenden. Um 23 Uhr treten dann die meisten auf den Heimweg an.