Beatsteaks in Berlin 2024: So war das „Please“-Release-Konzert in der Wuhlheide

Feiern den Release ihres neuen Albums Please mit einem Doppelkonzert in der Wuhlheide Berlin: die Beatsteaks
Bastian BochinskiDie Frage ist total überflüssig! Die Beatsteaks stellen sie trotzdem – in Form ihres Intros. „Don‘t You Want Me“? Die geduckt sehnsuchtsvolle Bitte der britischen Synthie-Popper The Human League schallt aus den Lautsprechern der ausverkauften Wuhlheide. Einigkeit bei dem 17.000 Anwesenden: Ja! Wir wollen euch!
Berechtigten Zweifel gab es daran nicht. Trotzdem wird erstmal mit dem abgespaced wippenden „Traumschiff“ vorgefühlt. Der zweite, schon wesentlich explosivere Song „Ain’t Complaining“ vom Überalbum „Smacksmash“ dreht die Betriebstemperatur einige Grad höher. Die ist spätestens mit der dritten Nummer „Milk & Honey“ da, wo sie hingehört: Ganz oben. Und da bleibt sie die nächsten zweieinhalb Stunden.
Zuletzt mussten die Beatsteaks Konzerte absagen
„Es ist immer wieder komplett verrückt, hier zu spielen“, ruft Beatsteaks-Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß. Mit rosa Mütze und schwarzem Skelett-Pulli swaggert der Sänger, anders kann man die sympathisch exaltierte Körpersprache dieses Fast-Akrobaten nicht nennen, über die blaue Bühne. Hinter ihm klingen die Riffmaschinen an den Gitarren, Bernd Kurtzke und Peter Baumann, mächtig wie eh und je. Und auch die Rhythmussektion aus Bassist Torsten Scholz und dem unbestechlichen Taktgeber Thomas Götz bildet den gewohnt gesunden Faustschlag ins Gesicht.
Ein Glück! In Prag, Stuttgart in Hannover mussten sie in den zurückliegenden Tagen auf die Beatsteaks verzichten. Die Grippe hatte die Band am Wickel. Ob es an rauen Mengen Gippostad oder der konzentrierten Euphorie liegt, die sich gerade in der Wuhlheide entlädt, ist nicht bekannt. Egal! Sicher ist: In Berlin wirkt die Band topfit.
Wenige Stunden vorher ist das neue Album „Please“ erschienen
Gerade rechtzeitig! Denn es ist Release Day. Und gefeiert wird mit einem Doppelkonzert. Nur wenige Stunden zuvor ist mit „Please“ das neue, mittlerweile neunte Beatsteaks-Album erschienen. Das bleibt jedoch stark unterrepräsentiert an diesem Freitagabend mit seinem idealen Open-Air-Wetter. Neben dem Opener gibt es nur noch das träumerisch verspielte „Dead Man“ und das so harmonische wie live taugliche „Detractors“.

„Es ist immer wieder komplett verrückt, hier zu spielen“: Beatsteaks-Frontmann Arnim Teutoburg-Weiß
Bastian BochinskiDabei müssen sich die 11 Songs der neuen Platte nicht verstecken. Getragen sind sie vom unverkennbaren, lebensbejahenden Groove, den nur diese fünf Berliner Großstadt-Musikanten zaubern. Diese Mischung aus Elektrisierung und Leichtigkeit, die einen zum Tanzen über die schiefen Steinplatten Kreuzberger Gehsteige animiert. Eben dieses einladende „Magic Feel“ (so der Titel eines der „Please“-Songs).
Crowdsurfen ist ständiger Begleiter einer jeden Beatsteaks-Show
Doch das gibt es in in der Wuhlheide auch mit Mehr vom Alten. Riesige Moshpits, nicht nur zu „Demons Galore“. Textsichere Chöre, nicht nur zu Hits wie „Hand in Hand“ und „I Don’t Care As Long As You Sing“. Auch die Bengalos zünden schon vor Einbruch der Dunkelheit – „Jane Became Insane“ sei Dank. Und Crowdsurfen ist ohnehin ständiger Begleiter jeder Beatsteaks-Show. Den Anfang macht der kleine Ole, den Teutoburg-Weiß persönlich zum „ersten Stage Dive seines Lebens“ auf die Bühne zieht.
Für Ole ist es womöglich die erste Beatsteaks-Show. Er wäre fast der einzige hier, für den dies gilt. Die Wuhlheide ist voll mit Bandshirts vergangener Touren. Auch Fan Nadine hat schon über ein Dutzend Beatsteaks-Konzerte besucht. Wie viele genau, weiß sie nicht. Heute ist sie mit ihrer Tochter Lisa hier. Auch das zweite Konzert am nächsten Tag werden sie besuchen. Sie sagt: „Die Beatsteaks live zu erleben, ist wie Familie. Jedes Mal aufs Neue.“
„Die Stimmung ist jedes Mal geil!“
„Die Beatsteaks beziehen die Fans mit ein“, das gefällt Lisa und ihren Freundinnen an der Band. Die vier Köpenickerinnen stehen gerade am Merchstand. Genau wie die fünf Musiker haben sie heute „Heimspiel“. Auch sie sind weder zum ersten Mal bei den Beatsteaks, noch zum ersten Mal bei den Beatsteaks in der Wuhlheide. Die Live-Qualitäten der Band haben sie überzeugt: „Die Stimmung ist jedes Mal geil!“

„Die Beatsteaks live zu erleben, ist wie Familie. Jedes Mal aufs Neue.“
Bastian BochinskiDas trifft auch auf den Wuhlheide-Auftakt zu. Und so müssen sich die Beatbulleten, wie sie auch gern genannt werden, nicht mehr schüchtern zeigen. Nach Sonnenuntergang trällert ihr Frontmann ein fast intimes Medley aus „Big Attack“ und George Michaels „Careless Whisperer“. Doch die Beatsteaks wären nicht die Beatsteaks, würde ihr Konzert nicht mit Wumms enden. Den gibt es in Form zweier Zugaben. Viele hätten eine Weitere nicht verschmäht. Zum Glück gibt es noch Karten für die zweite Wuhlheide-Show.
Beatsteas: PLEASE – Tour 2024
· 29.06.24: Berlin – Wuhlheide
· 21.09.24: Rubingen (CH) – Mühle Hunziken (AUSVERKAUFT)
· 22.09.24: Zürich (CH) – Dynamo (AUSVERKAUFT)
· 23.09.24: Zürich (CH) – Dynamo (ZUSATZKONZERT)
· 25.09.24: Wien (AT) – Arena Open Air (AUSVERKAUFT)
· 26.09.24: München – Zenith
· 28.09.24: Bremen – Pier 2 (AUSVERKAUFT)
· 29.09.24: Bielefeld – Lokschuppen(AUSVERKAUFT)
· 1.10.24: Leipzig – Haus Auensee (AUSVERKAUFT)
· 2.10.24: Offenbach – Stadthalle Offenbach (AUSVERKAUFT)
· 4.10.24: Köln – Palladium (AUSVERKAUFT)
· 5.10.24: Hamburg – Edel-Optik-Arena (AUSVERKAUFT)
Tickets für die PLEASE – Tour gibt es hier.


