Beyoncé, Post Malone & Co.: Diese Stars machen den Country gerade cool

Passen musikalisch erstaunlich gut zusammen: Billy Ray Cyrus (l.) und Lil Nas X haben schon 2019 mit „Old Town Road“ gezeigt, wie vielseitig Country sein kann.
Chris Pizzello/dpa/Invision- Beyoncé, Post Malone und Lil Nas X bringen frischen Wind in das Country-Genre.
- Beyoncé schaffte mit "Cowboy Carter" als erste schwarze Frau Platz 1 der Country-Charts.
- Post Malones Album "F-1 Trillion" vereint moderne und traditionelle Country-Elemente.
- Lil Nas X setzte mit "Old Town Road" einen Country-Trend im Hip-Hop.
- Diese Stars zeigen, wie vielseitig und modern Country-Musik heute sein kann.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Lana Del Rey Anfang des Jahres ihr neues Album ankündigte, war die Überraschung groß. Grund war die musikalische Ausrichtung der noch unveröffentlichten Platte namens „LASSO“. Denn Del Rey, bekannt für träumerisch, melancholischen „Sadcore“, wendet sich dem Country zu.
Richtig: das musikalische Klischee aus den USA, das oft als Hillbilly-Sound verschrien ist. Musik, die im schlechtesten Fall kitschig-patriotisch und seicht ist. Im besten (und weitaus häufigerem) Fall aber herzerwärmende Geschichten erzählt und die Lebenswelt der „kleinen Leute“ vor herrlich melodischen Kulissen abbildet.
Lana Del Rey ist mit ihrer Entdeckung des Country nicht allein. So einige namhafte Stars haben sich jüngst auf musikalische Vorbilder wie Hank Williams, Willie Nelson und Dolly Parton besonnen – und dem Country einen neuen Anstrich und Glanz verpasst.
Beyoncé: Von der Queen des R’n’B zu „Cowboy Carter“

Ikone, egal in welchem Genre: Beyoncé ist der bislang größte Popstar mit Ausflug in den Country
Chris Pizzello/dpa/APEs ist das wohl meistdiskutierte Country-Album aller Zeiten: „Cowboy Carter“. Immerhin wurde Beyoncé damit zur ersten schwarzen Frau, die auf Platz 1 der Country-Charts landete. Nicht wenigen gilt das Album als Meisterwerk, das verschiedene Genres vereint und inhaltlich wie musikalisch den Country modern umdeutet.
Bestes Beispiel dafür ist das Cover von „Jolene“, einem der größten Hits von Dolly Parton. Bei Parton noch flehentliche Bitte an eine Nebenbuhlerin, ihr den Mann nicht zu stehlen, kommt der Song bei Beyoncé als Warnung daher: Finger weg, sonst kriegst du’s mit mir zu tun! Hommage mit selbstbewusst-emanzipatorischen Twist.
Doch auch mit Originalkompositionen wie „Texas Hold 'Em“, ein Hinweis auf ihren Heimat-Bundesstaat, beeindruckt Beyoncé. Beim wichtigsten Country-Preis ging die Popikone mit ihrer wegweisenden Platte dennoch leer aus. Und nicht nur das: Der verantwortlichen Country Music Association war das Album nicht mal eine Nominierung wert. Für viele zurecht ein Skandal!
Post Malone: Rapper mit Hang zur Musikgeschichte

Talentierter Tausendsassa: Post Malone startete eigentlich als Rapper. Jüngst hat er sich mit „F-1 Trillion“ mehr als nur vor einem Genre verneigt – er hat auch ein verdammt gutes Country-Album vorgelegt.
George Walker IV/dpa/Invision/APWesentlich erfolgreicher schnitt Post Malone ab (der Beyoncé übrigens bei „Levii's Jeans“ auf ihrem Album unterstützt). Der als Rapper bekannt gewordene Texaner gewann in gleich vier Kategorien, darunter Song des Jahres für „I Had Some Help“. Das Stück ist Teil seines im August erschienenen Albums „F-1 Trillion“. Eine Platte, die mehr ist als ein Ausflug in den Country. Es ist eine kenntnisreiche Hommage an zahlreiche Nischen und Epochen des Genres.
Neben viel modernem Country Rock und Rap, bedient sich Post Malone ausgiebig an Outlaw- und Nashville-Elementen – und vereint mit Hank Williams Jr., Dolly Parton, Chris Stapleton, Blake Sheldon oder Jelly Roll ein „Who’s Who“ des Genres. Auch inhaltlich versteht sich der gerade mal 29 Jahre alte Musiker bestens darauf, zwischen Liebeskummer, Freiheit und Bartresen ureigene Themen des Country aufzugreifen und in wunderbare Verse zu packen.
Lil Nas X: Extrovertierter Pionier des Country-Revivals

Stilecht mit Cowboyhut: Rapper Lil Nas X setzte mit seiner Single „Old Town Road“ einen regelrechten Country-Trend.
Richard Shotwell/dpa/InvisionEines muss man Lil Nas X lassen, er ist definitiv ein Trendsetter. Der Rapper hat sich bereits 2018 beim Country bedient. Kurioserweise hat er dem Country sogar den Start seiner Karriere im Hip-Hop zu verdanken. Damals hatte er sich zwar bereits als Internetpersönlichkeit auf Twitter einen Namen gemacht. Der Erfolg als Rapper ließ allerdings auf sich warten. Das sollte sich mit „Old Town Road“ ändern. Zunächst wies der Song nur subtile Country-Elemente in Form von Steel-Guitars und Banjo-Klängen auf.
Im wenig später veröffentlichten Remix machte Lil Nas X aber Nägel mit Köpfen. Unterstützung holte er sich dafür von Country-Sänger Billy Ray Cyrus (Vater von Miley Cyrus). Im Video tanzen die beiden, stilecht, Line Dance mit Cowboyhut und Westernhemd. „Old Town Road“ wurde zum Hit, erreichte sowohl in den USA als auch in Deutschland auf Platz 1 – und setzte einen Trend, der hoffentlich noch viele Musikerinnen und Musiker mehr dazu animiert, es einmal mit dem Country zu versuchen. Die bisherigen Experimente sind jedenfalls ziemlich gelungen.



