Buch aus Schwedt: Was der Roman „Tabakpech“ über Tabak und die Uckermark erzählt

Harte Arbeit: Auf einem Tabakfeld in Lunow (Landkreis Barnim) stapeln Erntehelfer Ende der 1990er-Jahre gepflückte Tabakblätter auf einen Erntewagen. In Eva-Martina Weyers Roman „Tabakpech“ geht es um eine Familie von Tabakanbauern von 1930 bis 1995.
Klaus Franke/picture-alliance / ZB- Eva-Martina Weyer, ehemalige Journalistin, veröffentlicht ihren Roman „Tabakpech“.
- Das Buch schildert das Leben einer Tabakanbauer-Familie von 1930-1995.
- „Tabakpech“ thematisiert die Geschichte der Uckermark und starke Frauenfiguren.
- Buchpremiere ist am 28. November im Berlischky Pavillon in Schwedt.
- 280 Seiten über das dramatische 20. Jahrhundert, 25 Euro bei Stroux edition.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wann ist die Uckermark schon mal auf der Buchmesse in Frankfurt/Main präsent? Nur wenige Tage vor Start der Messe war das Buch „Tabakpech“ aus dem Druck gekommen, heißt es beim Münchner Verlag Stroux edition, der regelmäßig für seine schönen Bücher ausgezeichnet wird, zuletzt 2024 mit der Auszeichnung für Bayerns beste Independent Bücher.
Zu einer Lesung mit der Autorin Eva-Martina Weyer auf der Buchmesse hat es da nicht mehr gereicht, aber: „Die Resonanz ist toll“, so der Verlag. Zehn Lesungen seien schon vereinbart, Buchpremiere ist standesgemäß am 28. November um 17 Uhr im Berlischky Pavillon in Schwedt. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.
Eva-Martina Weyer – 65 Jahre Leben mit dem Tabak
Ein schönes Buch ist „Tabakpech“ geworden - eingeschossen in den Text sind vier grüne Seiten, illustriert mit Tabakpflanzen: der Keimling, die rote Blüte, das geerntete und das getrocknete Blatt. Ein Jahreszeiten-Zyklus, gespiegelt im wiederkehrenden Rhythmus des Tabakanbaus und der Ernte. Und ein Lebenszyklus, von der Kindheit bis zum Tod, über vier Generationen.

Erinnert an die Geschichte der Region: das Tabakmuseum in dem uckermärkischen Städtchen Vierraden.
Klaus Franke /picture-alliance/ dpa / ZBEva-Martina Weyer, die selbst im Unteren Odertal lebt, spiegelt in ihrem ersten Roman 65 Jahre Leben am Fluss und im Tabakfeld, eine Familiendynastie, geprägt von starken Frauen, die daheim die Ernte hoch- und die Familie zusammenhalten, wenn die Männer im Krieg sind und versehrt zurückkehren, zu früh sterben oder gerade vom Hexenschuss geplagt sind.
Zentrale Figur ist die blonden Elfie, die nach dem frühen Tod ihrer Eltern in der Familie ihrer Tante Wilmine aufwächst. Diese hat in eine Hugenotten-Familie eingeheiratet, man lebt auf dem Menanteau-Hof, einem prächtigen Vierseithof, in der Stube steht die Chaiselongue, vor der Tür liegen Granitstufen.
Doch der wahre Schatz lagert hinter der Gartenpforte: das Tabakfeld, wo die kostbaren Pflanzen wachsen, die täglich gepflegt und begossen werden. Wenn sie geerntet werden, klebt der Saft an den Händen - das titelgebende „Tabakpech“.
Zwischen Oder und Welse spielt das Buch „Tabakpech“
Neben der Familiengeschichte erzählt das Buch auch die Geschichte dieses besonderen Landstrichs zwischen Oder und Welse, mit den Orten Mühlraden und Gottesgabe im Zentrum, in dem man unschwer die Gegend um Vierraden nördlich von Schwedt erkennen kann. Hier fahren die Kinder zur Schule über den Deich, und Wilmine mit ihnen zum Fotografieren in die Stadt.
Hier bringt der Krieg Zerstörung und die DDR Zwangskollektivierung. Die erste Kaufhalle entsteht, und der erste Fernseher hält Einzug. Und die Geschichte klingt aus in den 1990ern, als auf den Tabakanbau die Touristen folgen.
Roman „Tabakpech“ – 280 Seiten Spannung und Sympathie
Eva-Martina Weyer hat eine Chronik geschrieben, die viel über das dramatische 20. Jahrhundert erzählt und die Spuren, die es in einem kleinen Ort hinterließ. Vor allem aber hat sie Porträts sehr unabhängiger, starker Frauen geschaffen, denen man über die 280 Seiten mit Spannung und Sympathie folgt. „Tabakpech“ ist eine Liebeserklärung an die Region - und ein Mutmacherbuch für alle, die verzagen wollen.
Eva-Martina Weyer: „Tabakpech“, Stroux edition, 280 Seiten, 25 Euro


