Christiane Ufholz ist tot. Die Sängerin wurde am Neujahrstag leblos in ihrer Berliner Wohnung aufgefunden, wie zunächst die „Bild“-Zeitung berichtete. Ihr Sohn David habe der Zeitung gegenüber den Tod der Mutter bestätigt.
Christine „Christel“ Ufholz, ältere Fans kennen sie noch unter ihrem Mädchennamen Wunder, gehörte zu den bekanntesten und stimmstärksten Blues- uns Jazzsängerinnen Deutschlands. Ihre Karriere ist eng mit der Rock- und Blues-Musik der DDR und vieler ihrer Bands verbunden. Mehrere Jahre singt sie zunächst im Leipziger Rundfunk-Kinderchor. Ihre Karriere als Rocksängerin beginnt sie bei den Butlers, der Gründungs-Kombo von Klau Renft. Nach dessen erstem Verbot dockt Christiane Ufholz beim Studioteam Leipzig an.

Gemeinsam mit Stephan Trepte bei Lift

Seit den 1970er-Jahren arbeitet sie mit fast allen bekannten Musikern der Szene zusammen. Sie singt beim Dresden Septett, aus dem kurze Zeit später Lift entsteht. Bei der damals gerade populär werdenden Band, die internationale Hits coverte und sich auf Blues, Soul und Gospel konzentrierte, stand sie gemeinsam mit dem Sänger Stephan Trepte auf den großen Bühnen des kleinen Landes.
Bald wird sie vom Bandleader Klaus Lenz entdeckt. Auch mit seiner Band folgen Tourneen. Es schließt sich eine intensive musikalische Zeit mit Musikern wie Günther Fischer und Manfred Krug an, den sie auf seiner Amiga-Platte „Du bist heute wie neu“ stimmlich begleitet. Doch ihre Karriere endet 1976 abrupt. Ufholz verlässt nach dem Biermann-Rauswurf – sie war einer der Erstunterzeichner des Offenen Protestbriefs – die DDR.

Im Westen fällt der Neustart schwer

Der Neustart im Westen, unter anderem mit vielen bekannten Ost-Musikern, hat wenig Erfolg. Christiane Ufholz klagt nicht und geht in ihren Ausbildungsberuf als Frisörin zurück. Erst nach den 1990er-Jahren gelingt ihr Comeback – vornehmlich im Osten. Sie spielt wieder mit Klaus Renft, und wird Sängerin in der Jonathan-Blues-Band.
Die vertraute Ost-Szene nimmt sie mit großer Herzlichkeit auf: Das Blues- und Jazzfestival in Köpenick, das Bluesfestival Rostock, die Reihe Blues in Reitwein, die vor einigen Jahren nach Seelow zog, oder der Stadtgarten Neuruppin bieten ihr ein Podium. In Reitwein singt sie im Duett mit der polnischen Mundharmonika-Lady Beata Kossovska. Ihren 70. Geburtstag feiert sie mit vielen Musikern und Fans im „Neu Helgoland“ bei Köpenick.
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In den letzten Jahren wird es ruhiger um Christiane Ufholz. Ein geplantes Konzert mit der Hamburg Blues Band muss abgesagt werden. Mit dem Gitarristen Eberhard Klunker, einst Leadgitarrist von Modern Soul, verbindet sie eine vetraute Zusammenarbeit. Zwei Alben entstehen in der Zeit.
Bei YouTube findet sich ein berührendes Video, in dem sie mit Eberhard Klunker, heute einer der profilierten Akustik-Gitarristen, den Song „Knocking On Heavens Door“ im Duett singt. Nach einer 60-jährigen musikalischen Karriere mit Höhen und Tiefen wurde am Neujahrstag für Christiane „Christel“ Ufholz diese Tür geöffnet. Sie wurde 75 Jahre alt.
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