Demenz und Pflege: Autor Norbert Kron schreibt Roman über pflegebedürftige Eltern

Schreibt über ein Eltern-Kind-Verhältnis: Autor Norbert Kron
Susanne Schleyer- Norbert Kron schreibt über Pflegebedürftigkeit und Eltern-Kind-Beziehungen in "Manchmal ist es sogar lustig".
- Das Buch zeigt das Drama alternder Eltern und überforderter Kinder, bietet aber auch Ratschläge zur Pflege.
- Es beleuchtet die emotionale Belastung und gibt praktische Tipps zur Pflegeorganisation.
- Kron teilt persönliche Erfahrungen und bietet Einblicke in die Pflegeproblematik.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das erste Weihnachten ist zwar chaotisch, aber noch lustig. Man trifft sich in der Wohnung in München, wie jedes Jahr: Ida, die Mutter des Erzählers Nikolaus, das Annerl, ihre jüngere Schwester und Nikolaus‘ Patentante, und Roland, der langjährige Freund des Annerls. Es gibt Fisch, es gibt Sekt, es gibt die üblichen Gespräche über kranke Bekannte und das schlechte Essen im Altersheim. Annerl wird immer vergesslicher, Roland immer zerbrechlicher und Ida immer ungeschickter und eigensinniger. Aber immerhin, mit diesem Wissen erträgt Nikolaus „die weihnachtliche Beckettiade“, wie er es nennt, haben sie am Vortag beim Notar die Vorsorgevollmachten unterzeichnet. Beide, Ida und Anna.
Norbert Kron, Journalist und Autor, hat in seinem Buch „Manchmal ist es sogar lustig“ behutsam fiktionalisiert das Drama einer alternden Elterngeneration und ihrer überforderten Kinder geschildert – in leichtem, komödiantischen Ton, der gleichwohl vor der Bitterkeit und Dramatik der Situation nicht zurückscheut.
Es ist ein ebenso lustiges wie tottrauriges Buch, das das Dilemma unserer überalterten Gesellschaft ebenso dokumentiert wie den absoluten Notstand in Ambulanzen und Pflegeheimen. Gleichzeitig ist es eine späte, große Liebeserklärung an die bald 90-jährige Mutter in all ihrem Eigensinn und ihrer Herrschsucht, aber auch ihrem Witz und ihrer Tapferkeit. Und es ist das Dokument einer Selbsterforschung, in der Nikolaus seiner Mutter so nah kommt wie noch nie und gleichzeitig begreift, was ihr Verhältnis seit der Kindheit belastet hat.
Ratschläge über Pflegestufen und Vollmachten
Immer wieder streut Kron Ratschläge an die Leserinnen und Leser ein, Wie man sich im Dschungel der Pflegesachleistungsabrechnungen zurechtfindet, welche Vollmachten es braucht und warum es unbedingt eine gute Idee ist, rechtzeitig eine 24-Stunden-Pflegekraft einzustellen. Vor allem aber zeigt er anschaulich und am eigenen Fall, wie man zurechtkommt mit schlechtem Gewissen, mit übertriebenen Ansprüchen der Eltern, mit dem ewigen Gefühl, nicht genug zu tun und nicht ausreichend oft da zu sein. Und was das mit uns macht, mit unseren Beziehungen, unserem Beruf, unserem Selbstwertgefühl. Damit reiht es sich ein in eine Reihe ähnlicher Publikationen, von Arno Geigers „Der alte König im Exil“ bis David Wagners „Der vergessliche Riese“.
Am Ende hat Nikolaus seinen Frieden gemacht, mit der Mutter und mit sich selbst. Seine Erlebnisse und Erkenntnisse dürften für viele Leserinnen und Leser in ähnlichen Situationen hilfreich sein.
Norbert Kron: „Manchmal ist es sogar lustig. Meine Mutter, ihr langes Leben und ich“, Galiani Verlag, 352 Seiten, 23 Euro


