Depeche Mode in Berlin 2024: „Memento Mori“– so war das Konzert in der Mercedes Benz Arena

Frontmann Dave Gahan von Depeche Mode tritt im Olympiastadion Berlin auf.
Christoph Soeder/dpaEine Frau mit blonden Haaren schaut etwas traurig in die Menge. „Hast Du noch eine Karte?“, fragt sie vorbeigehende Passanten. Karten? Nein, leider nicht. An diesem Abend (13.02.) ist die Mercedes-Benz Arena in Berlin restlos ausverkauft. Die Menschen im Foyer verraten auch, warum. Die Synthiepop-Band Depeche Mode zieht Fans aller Altersgruppen an – von 15 bis 65. Die Farbe des Abends ist schwarz, was sonst.
Schon zwei Stunden vor dem Start des Konzerts füllt sich der Innenraum mit dem „harten Kern“ der Fans. Sie proben die perfekte La-Ola-Welle. Durch die Luft wabert ein Hauch von Currywurst und anderen fettigen Kleinigkeiten. Ein Bier kosten sieben Euro, ein Gin Tonic zehn. Besucher diskutieren zwischen den Reihen um den richtigen Sitzplatz. Fans müssen nicht immer einfach sein.
Aktuelle Platte von Depeche Mode entstand zu Corona-Zeiten
Licht aus, Spot aus! Die Bühne ist komplett dunkel, als Dave Gahan und Martin Gore die Bühne betreten. Der erste Song „My Cosmos is mine“ stammt von ihrer aktuellen Platte „Memento Mori“, die in der Zeit von Corona und nach dem Tod von Keyboarder Andrew Fletscher (1961-2022) entstand. Gahan streckt die Arme in die Luft. Er bewegt sich wie eine Diva im Kreis. Posen, die man aus zahlreichen Videos von Instagram kennt.
Die Halle tobt. Es ist nicht wie bei Konzerten von Bands, die seit Jahrzehnten auf der Bühne stehen und alle nur die alten Songs hören wollen. In Fahrt kommt die Menge auch bei „Wagging Tongue“ von der aktuellen Platte. Was nach dem schweren Drogenabsturz von Gahan auffällt, ist sein klarer Gesang. Die sonore Stimme surrt durch die Mercedes-Benz Arena. Jeder Ton sitzt, danke seines Gesangsunterrichtes, den er nach dem Absturz nahm.
Es folgt ein Potpourri aus „Walking in my shoes“ und „It's no good“. Gahan (weißes Hemd, schwarze Hose, spitze Schuhe) wirbelt wie ein Derwisch auf der Bühne. Er dreht sich wie ein Wirbelwind und geht in die Knie – und fast sich – Gott sei Dank – nicht so häufig wie auf den vielen Videos in den sozialen Netzwerken in den Schritt.
Depeche Mode - „Before We Drown“ (SIGNL Remix) auf YouTube:
Mit einem Schluck aus der Wasserflasche verabschiedet sich Gahan zunächst und überlässt dem Songwriter und Gitarristen Martin Gore (schwarzes Shirt, silberfarbene Hose) für zwei Songs die Bühne „Strangelove“. Die Rivalitäten von früher sind längst Geschichte.

Im Mai 2022 verstorben: Andy Fletcher, Mitglied der britischen Synthie-Pop-Band Depeche Mode
Rainer Jensen/dpaBei „Behind the wheel“ taucht erstmals Andrew Fletcher auf der Videowand im Hintergrund auf. Die Massen jubeln noch lauter als sonst. Nach dem Song erinnert Gahan in einem knappen Satz an den Freund, der die Band mit seiner stoischen Art so lange zusammenhielt und nach Brüchen immer wieder zusammenbrachte. Der Verlust sitzt tief.
Zwei weitere Konzerte gibt es in Berlin
Die Zeit rauscht dahin. Fast zwei Stunden geht es mit Depeche Mode auf Reise durch die Zeit und die Vergangenheit. Zwei weitere Konzerte sind am 15. und 20. Februar in Berlin auf dem Programm. Vielleicht ergattert die blonde Frau vom Anfang dann doch noch eine Karte. Es lohnt sich! Oder wie ein Konzertbesucher auf Facebook schreibt: einfach der Hammer.
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