Die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen. Das belastet viele Menschen in der Region immens. Geld sparen kann, wer weniger Lebensmittel wegwirft. Allein in Brandenburg landen laut dem Verein Foodsharing 500.000 Tonnen Nahrungsmittel auf dem Abfall.
Ein Großteil davon – etwa 60 Prozent – fällt in Privathaushalten an. Dabei könnten Konsumenten Lebensmittelverschwendung konsequenter vermeiden und eben auch bei der Ernährung eine Menge Geld sparen.

Lebensmittel restlos verwerten – zum Beispiel mit Chips aus Kartoffelschalen

Dass bei der Zubereitung von unverarbeiteten Nahrungsmitteln Abfall anfällt, ist aber unvermeidlich. Darum unterscheidet etwa das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zwischen unvermeidbaren Müll und „vermeidbaren Lebensmittelabfällen“.
Lebensmittel in einer Mülltonne in Frankfurt (Oder). Jeder Bundesbürger wirft pro Jahr 81,6 Kilogramm Lebensmittel in den Müll.
Lebensmittel in einer Mülltonne in Frankfurt (Oder). Jeder Bundesbürger wirft pro Jahr 81,6 Kilogramm Lebensmittel in den Müll.
© Foto: Patrick Pleul/dpa
Sprich: Die Verbraucher werfen zu viel Nahrung ungenutzt weg, die besser schmackhaft zubereitet auf den Teller gehörten. Sogar Kartoffelschalen, die in der Regel in die Bio-Tonne entsorgt werden, können alternativ zu lecker-knusprigen Kartoffelchips verarbeitet werden. Kein Abfall sind auch die Blätter von biologisch angebauten Gemüsen wie Sellerie, Kohlrabi, Fenchel, Rote Beete oder Möhren.
Die Gemüseteile sind nicht nur genießbar, sondern ebenso delikat wie die Rüben und Knollen selbst. Unvermeidbare Abfälle sind indes Strünke vom Salat, Nuss- oder Obstschalen, Knochen und Kaffeesatz. Wobei Profi- und ambitionierte Hobbyköche auch aus Knochen gute Soßen ziehen und Hobbygärtner den „Kaffeeprütt“ nicht entsorgen, sondern zum Düngen neuer Gemüse verwenden.

Verbraucherzentrale Brandenburg hat Tipps zum Geld sparen

Eine im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durchgeführten Studie aus dem Jahre 2020 zufolge entfallen 35 Prozent der tatsächlich vermeidbaren Lebensmittelabfälle auf frisches Obst und Gemüse, 13 Prozent machen Brot und Backwaren aus, gefolgt von Getränken, mit zwölf und Milchprodukten, mit neun Prozent. Das sind eindeutig zu viele frische Lebensmittel, die unnötig als Abfall enden.
Karotte zu schrumpelig? Nein, eine Köchin schneidet in Berlin-Kreuzberg die "unbrauchbaren" Stellen von einer welken Mohrrübe ab. Das spart Abfall und bares Geld.
Karotte zu schrumpelig? Nein, eine Köchin schneidet in Berlin-Kreuzberg die „unbrauchbaren“ Stellen von einer welken Mohrrübe ab. Das spart Abfall und bares Geld.
© Foto: Matthias Balk/dpa
Damit weniger Gemüse, Brot oder Milchprodukte weggeworfen werden, empfiehlt die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) die „bedarfsgerechte Einkaufsplanung“. Bedeutet: Die Konsumenten überlegen vor dem Einkaufen, wie ihr Speiseplan in den folgenden Tagen aussehen soll. Als praktischen Helfer für zu Hause können die Messe-Besucher den „Portionsplaner“ der Verbraucherzentralen mitnehmen. „Er hilft bei der Planung von Gerichten für mehrere Personen, die benötigten Lebensmittelmengen zu errechnen“, erklärt Lebensmittelexpertin Anett Ranke von der VZB. In der Tat hilfreich, denn „wer nicht jeden Tag für viele Gäste kocht, verschätzt sich leicht mit den Mengen. Die Reste nach dem Fest oder vom Mittagessen landen leider oft im Abfall und kosten zudem noch Geld“, sagt Ranke.
Auf der Ernährungs- und Landwirtschaftsmesse Grüne Woche beraten Mitarbeiter der VZB die Messe-Besucher vom 20. bis zum 29. Januar 2023 an einem Informationsstand in der Halle 23a. „Wir laden alle Interessierten ein, sich an unserem Stand zu informieren, was jeder von uns konkret tun kann“, sagt Annet Reinke: „Wir geben viele helfende Tipps – von der richtigen Lagerung von Lebensmitteln bis hin zu Ideen für eine clevere Resteverwertung“, verspricht die Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Brandenburg. Hilfreich ist etwa die korrekte Lagerung von Lebensmitteln, damit weniger Obst verschimmelt oder übrig gebliebene Reste von Mahlzeiten noch einmal in abgewandelter Form gegessen werden. Was sich besonders bei Lebensmitteln mit rasanten Preiserhöhungen empfiehlt.
Infografik: Diese Lebensmittel sind jetzt deutlich teurer | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
So schont das gute alte Resteessen nicht nur den Geldbeutel konkret, sondern es gestaltet sich auch zum kulinarischen Genuss-Erlebnis.

Internationale Grüne Woche 2023: Anfahrt und Tickets

Die Grüne Woche in Berlin findet vom Freitag, 20. Januar bis Sonntag, 29. Januar 2023 täglich von 10 bis 18 Uhr (am 27.01. 10 bis 20 Uhr) statt.
● Den Infostand der Verbraucherzentrale Brandenburg finden Messe-Besucher in Halle 23a.
● Eingänge und Anreise: Folgende Bahnhöfe führen am schnellsten zu den Eingängen der Hallen: S-Bahn Messe Süd führt zum Eingang Süd (Hallen 1 - 6), Eingang Halle 27 und Eingang Halle 7. U-Bahn Theodor-Heuss-Platz, U Kaiserdamm und S Messe Nord führen zum Eingang Nord (Halle 19).
● Preis für ein Tagesticket beträgt Tageskarte 15,00 Euro. Tickets werden nur online und an den gelben BVG-Automaten sowie den neun BVG-Kundenzentren (gilt für Tagesticket, Happy-Hour-Ticket und Sonntagsticket) verkauft. Bargeld wird vor Ort nicht akzeptiert.