Feine Sahne Fischfilet 2025 in Berlin: Band um Monchi bringt Wuhlheide zum Brennen

Bringt die Wuhlheide beim Konzert in Berlin zum Brennen (musikalisch, versteht sich): Jan Gorkow alias Monchi, Sänger von Feine Sahne Fischfilet
Michael Heider- Feine Sahne Fischfilet begeistert 17.000 Fans in der ausverkauften Berliner Wuhlheide.
- Bengalos, bunter Rauch und Circle Pits prägen die energiegeladene Punk-Show.
- Songs wie „Wir kommen in Frieden“ und „Wenn‘s morgen vorbei ist“ sorgen für Gänsehautmomente.
- Frontmann Monchi thematisiert politische Missstände und setzt klare Zeichen gegen Rechts.
- Abschluss mit Freibier und emotionalen Worten: „Das war Legende mit euch, Alter!“
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Wuhlheide brennt! Glaubt es ruhig! Die entsprechende Zeile von „Wir kommen in Frieden“ (dem Opener wohlgemerkt!) ist noch gar nicht gesungen, da lodern die ersten Bengalos schon blutrot in den Köpenicker Abendhimmel. Feine Sahne Fischfilet erinnert sich in dem Song zurück an ihre Anfänge im Jugendhaus. Wer hätte damals zu träumen gewagt, dass diese Dorfpunker aus Meck-Pomm je hier spielen?
Doch nun tun stehen sie genau dort, in der Wuhlheide. Ausverkauft! Oder mit Sänger Monchi gesprochen: „Halt die Fresse, Digga… ist das geil!“ Und damit es auch ordentlich brennt, legen diese „Antifaschisten, die Mucke machen“, wie der Sänger seine Band selbst einmal bezeichnet hat, eine Lunte nach der nächsten. Die Losung an diesem Samstagabend ist klar und deutlich: Alles auf Rausch!
Über der Wuhlheide steigt bunter Rauch auf
Dass bunter Rauch vor der Bühne aufsteigt, versteht sich von selbst. Und bei 17.000 Fans gibt es genug Arsenal, um das Farbspektakel in der Wuhlheide den ganzen Abend über am laufen zu halten. Und wer kein bengalisches Feuer in der Tasche hat, kann immer noch in diversen Circle Pits im Kreis springen und sich im gepflegten Anstoßen üben. „Ohne blauen Fleck geht heute keiner nach Hause“, weiß Monchi die Massen anzuheizen. Klingt roh, doch sobald die Band strauchelnde Fans vor der Bühne ausmacht, wird direkt der Song abgebrochen und für Hilfe gesorgt.
Kaum eine Band ist ein geeigneterer Anstifter zu solch ausgelassenem Chaos. „Zurück in unserer Stadt“, „15 Jahre“, „Besoffen sein“ - Songs wie musikalische Brandbeschleuniger. Das hat sich auch mit der aktuellen Platte und Anlass der gleichnamigen Tour „Wir kommen in Frieden“ nicht geändert.
„Endlich auf Reise“, „Manchmal finde ich dich scheisse“ (in Berlin ohne Finch) oder „Eine rauchen wir noch“, den Monchi seinem verstorbenen Freund, dem Jugendpfarrer und Kämpfer gegen Rechtsextremismus Lothar König, widmet - sie beschwören erneut jene kumpelige Dorfromantik, die den roten Faden der Musik von Feine Sahne Fischfilet bildet. Auch wenn inzwischen Songs über Herzschmerz und das Vatersein dazugekommen sind. „Haut an Haut“, den Monchi für seine Tochter geschrieben hat, ist der wohl rührendste Moment des Abends.

Bunter Rauch und Bengalos in der Wuhlheide: Klare Indizien für ein Konzert von Feine Sahne Fischfilet.
Michael HeiderDoch die Musik allein erklärt die Live-Formel noch nicht, die Jan „Monchi“ Gorkow, Hauke Segert (Gitarre), Max Bobzin (Trompete), Kai Irrgang (Bass) und Olaf Ney (Schlagzeug) in knapp 20 Jahren perfektioniert haben. Wollten Alchemisten ihr Geheimnis entschlüsseln, sie müssten zum rohen Punk noch einen guten Schuss Dosenbier kippen und Schweiß gleich großzügig hinterher. Kommt dann noch eine Attitüde à la „Heute mal so richtig“ dazu, ist man der Sache schon verdammt nah.
Die AfD nur auszubuhen, hilft nicht
Doch Feine Sahne Fischfilet wären nicht die Band, die sie heute sind, ohne klare Kante gegen rechts zu zeigen. Reibungsfläche haben sie ja genug, die Jungs aus Jarmen. 54 Prozent hätte die AfD bei der jüngsten Bundestagswahl in seinem Wahlkreis geholt, erzählt Monchi. Buhrufe aus jedem Winkel der Wuhlheide sind die Folge.
Doch der 37-jährige Frontmann will nichts davon hören. „Da hilft auch kein Buhen.“ Sein Vorschlag: „Aus so einer Scheiße ein Lied zu machen.“ Und so schickt er „Grüße ins Neanderthal“. Grüße an seinen Nachbarn, der immer dann die Reichskriegsflagge im Vorgarten hisst, wenn Feine Sahne Fischfilet proben. Der Song ist ihm und Typen wie ihn gewidmet.
Flaggen werden auch in der Wuhlheide gehisst, allerdings lebensbejahende. Die Berlinerinnen und Berliner haben schon den ganzen Abend gelauert. Und als „Wenn‘s morgen vorbei ist“ dann endlich angespielt wird, ist ihr Moment gekommen. Auf den Rängen reckt sich eine ganze Formation in die Höhe, deren Banner die zentrale Zeile dieses Punk gewordenen Carpe Diems zeigt: „Scheißegal, wir haben gelebt“. Und wer dachte, es seien schon genug Bengalos gezündet worden, wird in diesem Moment eines Besseren belehrt. Die Jungs von Feine Sahne Fischfilet zeigen sich erkenntlich. Die Tradition, Freibier ans Publikum zu verteilen, sie wird auch in der Wuhlheide gepflegt.
„Das war Legende“, findet Monchi in der Wuhlheide
Doch auch sonst ziehen sie alle Register. Anders kann man es nicht nennen, wenn Max Bobzin die Trompete für eine Runde Sprechgesang beiseite legt und „Without Me“ von Eminem rappt. Die Fans in der Wuhlheide feiern ihn dafür. Der musikalische Exkurs fügt sich erstaunlich gut in den Abend. Ein Abend, der eine riesige, bierinduzierte Party ist.
Anders als es der letzte Song „Komplett im Arsch“ vermuten lässt, wirkt die Wuhlheide nach dem gut zweistündigen Set noch verdammt fit. Doch es bleibt dabei, alles Gute muss auch ein Ende haben. „Das hier, das war Legende mit euch, Alter!“, ruft Monchi den Berlinerinnen und Berlinern noch hinterher. Die Bengalos sind da inzwischen erloschen, die Wuhlheide brennt nicht mehr. Doch die Flammen im Herzen, die lodern noch immer.


