Die Filmproduktionsstätte Studio Babelsberg in Potsdam soll mehrheitlich verkauft werden. Mit der Firma TPG Real Estate Partners (TREP) sei eine entsprechende Vereinbarung getroffen worden, teilte die Studio Babelsberg AG in der Nacht zu Freitag mit. In der kommenden Woche solle es ein öffentliches Angebot für alle Aktionäre der Gesellschaft geben. Vorstand und Aufsichtsrat von Studio Babelsberg wollen den Kauf unterstützen. Zeitungen hatten über die Verkaufsabsichten bereits in den vergangenen Wochen berichtet.

Unterstützung für das TREP-Investment

Der Vorstandsvorsitzende Carl Woebcken teilte mit: „Stellvertretend für das gesamte Management-Team begrüßen und unterstützen wir das Investment von TREP in die Studio Babelsberg AG. Das Netzwerk und die Finanzierungsmöglichkeiten von TREP sowie die solide Geschäftsgrundlage von Studio Babelsberg werden unsere Position als führender Produktionsstandort in Europa weltweit stärken.“ Gemeinsam solle der Standort ausgebaut und Investitionen in neue Technologien und Produktionsmethoden gesichert werden.
Der Aufsichtsrat sei über die Kooperationsverhandlungen informiert und unterstütze das öffentliche Kaufangebot, sagte Roland Folz, Aufsichtsratsvorsitzender der Studio Babelsberg AG. Man sei überzeugt, dass die Investition von TREP das Unternehmen künftig noch wettbewerbsfähiger machen werde.
Von dem möglichen neuen Hauptgesellschafter werde erwartet, dass er seiner Verantwortung für den Standort gerecht werde, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). In den nächsten Jahren dürfe es zu keinerlei Entlassungen von Beschäftigten der Studio Babelsberg AG kommen. Das Studio müsse dauerhaft als Produktionsstandort gesichert werden. „Dafür muss auch Geld in die Hand genommen und klug investiert werden“, sagte Steinbach. Man werde Kontakt zu dem neuen Hauptgesellschafter aufnehmen und setze wie bisher auf vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Das Studio Babelsberg wurde 1912 gegründet. Es ist nach eigenen Angaben das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt und die Wiege des deutschen Films.
Nach der Wende verkaufte die Treuhandanstalt die ehemaligen DEFA-Filmstudios an den französischen Konzern Compagnie Générale des Eaux (heute: Vivendi Universal). In den folgenden Jahren wurden etwa 500 Millionen Euro in Filmstudio und Medienstadt investiert. 2004 verkaufte Vivendi an die Beteiligungsgesellschaft FBB - Filmbetriebe Berlin Brandenburg GmbH mit den Gesellschaftern Carl L. Woebcken und Christoph Fisser. Seit 2005 ist es eine Aktiengesellschaft.

Quentin Tarantino drehte in Babelsberg

Hier drehten Quentin Tarantino und Roman Polanski. Schauspieler wie George Clooney, Cate Blanchett, Bill Murray, Tilda Swinton oder Matt Damon kamen hierher. Nach Angaben der Studios erhielten in den vergangenen 20 Jahren hier produzierte Filme 48 Nominierungen bei den Academy Awards und wurden mit insgesamt 15 Oscars in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet.