Gala & Gogow
: DDR-Musikduo trennt sich und sagt Konzerte ab

Die Wurzeln von Gala & Gogow reichen in die 80er zurück, nun trennt sich das Duo. Kern des Streits ist offenbar ein Buch. Ein emotionaler Post von Frank Gahler gibt Einblick – und wirft Fragen auf.
Von
Michael Heider
Berlin
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Ostrocker in verschiedenen Formationen: Georgi Gogow (hier beim Abschiedskonzert von City in Berlin 2022) ist nicht mehr Teil des NO55-Nachfolgeprojekts Gala & Gogow

Ostrocker in verschiedenen Formationen: Georgi Gogow (hier beim Abschiedskonzert von City in Berlin 2022) ist nicht mehr Teil des NO55-Nachfolgeprojekts Gala & Gogow

Annette Riedl/dpa
  • Das Musikduo Gala & Gogow hat sich nach internen Streitigkeiten getrennt.
  • Konzerte in Erfurt und Plauen wurden abgesagt, eine Bandauflösung wurde bekanntgegeben.
  • Frank Gahler äußerte sich emotional auf Facebook – Streitpunkt scheint sein Buch zu sein.
  • Georgi Gogow reagierte bisher nicht öffentlich auf die Vorwürfe von Gahler.
  • Gahler und Gogow arbeiteten seit 1981 zusammen, u. a. in der Band NO 55.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Die Herrschaften haben sich zerstritten“, heißt es auf der Facebook-Seite des HsD Erfurt. Gemeint sind Frank Gahler und Georgi „Joro“ Gogow. Als „Gala & Golow“ hätten der Sänger und der City-Geiger am 28. Februar dort auftreten sollen. Daraus wird nichts. „Das Konzert fällt ersatzlos aus“, informiert das HsD in seinem Post. „Bandauflösung wegen internen Streitigkeiten“, fügt die Erfurter Konzertstätte in Klammern an.

Auf telefonische Nachfrage bestätigt auch das Malzhaus in Plauen, wo Gala & Golow am 21. März gebucht waren, dass der dortige Auftritt nicht stattfinden wird. Auch dort waren die Musiker mit dem Programm „Rock, Blues und Geschwätz für Gradlinige“ angekündigt, bei dem Olli Becker (Schlagzeug) und Thomas Schmidt (Bass) das Ensemble ergänzen.

Emotionaler Post von Frank Gahler zur Trennung

Was ist passiert? Vorangegangen war ein Facebook-Post von Frank Gahler. „So, liebe Leute, jetzt ham wa den Salat!“, leitet er ein. Demnach habe sein langjähriger musikalischer Partner Georgi Gogow ihm schriftlich eröffnet, „dass er jegliche Beziehung zu mir abbrechen und nie wieder mit mir auf irgend einer Bühne auftreten möchte –  nicht mit Gala/Gogow, auch nicht mit NO55!“, schreibt der Sänger – und fügt an: „Mein Erstaunen kennt keine Grenzen!“

Dem Post hat Gahler das Cover seines Buchs „Das Leben is ’ne Session: Ein DDR-Rocker erinnert sich“ beigefügt. Laut seinen Ausführungen habe sich das einstige City-Mitglied Gogow an dessen Inhalt derart gestoßen, dass er die gemeinsamen Projekte beendete. „Ich bitte Euch, lest dieses Buch und berichtet mir, wo sich Gogow so sehr auf den Schlips getreten fühlen kann, dass er diesen dummen und kleinlichen Schritt gehen muss“, heißt es in polemischem Ton weiter.

Weiterhin äußert Gahler Vermutungen über mögliche Hintergründe der Trennung. Er spekuliert, Gogow habe das Buch als „willkommenen Anlass“ genutzt, um sich aus der Band zurückzuziehen, und nennt als mögliche Motive eine aus seiner Sicht unzureichende Bezahlung sowie den Aufwand gemeinsamer Auftritte. Was auffällt, ist der emotionale Ton, in dem Gahlers Beitrag gehalten ist.

Eine öffentliche Stellungnahme von Georgi Gogow, die seine Sicht auf die Trennung wiedergibt, liegt bislang nicht vor.

Gahler und Gogow gründeten 1981 die Band NO 55

Die musikalische Kooperation von Frank Gahler und Georgi Gogow reicht bis ins Jahr 1981 zurück. Der „Teufelsgeiger“ Gogow hatte zuvor bei City gespielt. Mit Gitarrist Gisbert Piatkowski verließ er die Band damals. Gemeinsam mit Frank Gahler, der zuvor bei Monokel gesungen hatte, gründeten sie NO 55.

Die Rockgruppe, die sich zwischenzeitlich auch „Enno“ nannte, feierte mit Songs wie „In der letzten Stunde des Tages“ oder „Lass sie warten“ einige Charterfolge in der DDR. 1983 trat NO 55 beim Festival „Rock für den Frieden“ im Palast der Republik auf.

Als Gala & Gogow interpretierten die beiden Musiker zuletzt bekannte Melodien neu. Musikalisch umfasste ihr Programm dabei Pop, Folk, Rock und Blues.