Gala & Gogow
: „Ich bin fassungslos“, Fans reagieren auf Aus von DDR-Musikduo

Nach über 40 Jahren gehen Frank Gahler und Georgi Gogow getrennte Wege. Bei Fans sorgt das Ende von Gala & Gogow für Spekulation – sogar prominente Ostrocker äußern sich.
Von
Michael Heider
Berlin
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Der Musiker Georgi Gogow von der Band City steht bei einem Auftritt für eine Spendenaktion gegen den Krieg in der Ukraine auf dem Marktplatz in Wernigerode. An drei Tagen musizierte Gogow gemeinsam mit weiteren Musikern im Rahmen der Spendenaktion. Zum 50-jährigen Bestehen der Band im Jahr 2022 will sich „City“ mit mehreren Live-Konzerten von ihren Fans verabschieden. +++ dpa-Bildfunk +++

„Erst hatte ich gehofft, es sei ein Joke“ – nein, ist es nicht: Das Duo Gala & Gogow von Sänger Frank Gahler und Ex-City-Geiger Georgi Gogow (hier bei einem Auftritt 2022) ist Geschichte.

Matthias Bein/dpa
  • Das DDR-Musikduo Gala & Gogow trennt sich nach über 40 Jahren – Georgi Gogow steigt aus.
  • Laut der Band-Homepage wird es keine weiteren Konzerte oder ein Abschiedskonzert geben.
  • Grund für die Trennung sind Passagen aus Frank Gahlers Buch, die Gogow verärgerten.
  • Fans und prominente Ostrocker zeigen Bedauern, einige vermuten Buchwerbung hinter dem Post.
  • Kritik an der öffentlichen Darstellung der Trennung, einige fordern Respekt und Akzeptanz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Trennung ist vollzogen – inzwischen verkündet es die Internetseite von Gala & Gogow offiziell. Georgi Gogow sei aus der Band ausgestiegen, ist dort zu lesen. Dass der 77-Jährige kein Teil des gemeinsamen Musikprojekts mit Sänger Frank Gahler mehr sein wird, war bereits vor zwei Wochen bekannt geworden. „Damit existiert ‚GALA GOGOW‘ nicht mehr“, heißt es nun auf der Homepage. „Es wird keine weiteren Konzerte mehr geben und leider auch kein Abschiedskonzert.“

Grund für das Aus von Gala & Gogow sind offenbar Passagen aus Gahlers Buch „Das Leben is ’ne Session: Ein DDR-Rocker erinnert sich“, an denen sich Gogow massiv gestoßen haben soll. So schilderte es jedenfalls der 67-jährige Sänger in einem Facebook-Post. Georgi Gogows eigene Sicht auf die Hintergründe der Trennung sind nicht bekannt, da sich der Ex-City-Geiger bislang nicht öffentlich dazu geäußert hat.

In den Sozialen Medien äußern Fans von Gala & Gogow Bedauern

Anders die Fans von Gala & Gogow – viele von ihnen kommentieren das Aus des Duos in den Sozialen Medien. In den Kommentarspalten unter Frank Gahlers Facebook-Post bekunden zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer Bedauern über die Trennung: „Schade“, ist dort immer wieder zu lesen. „Sehr traurig und ich hatte mich so gefreut“, schreibt ein weiblicher Fan.

„Erst hatte ich gehofft, es sei ein Joke... Für mich als ewigen NO Fan unerträglich!!!“, kommentiert eine weitere Facebook-Nutzerin und spielt damit auf die Band NO 55 an, die Gahler und Gogow Anfang der 1980er gründeten.

Sogar prominente Ostrock-Vertreter finden sich unter den Kommentatoren. „Das ist ja wirklich ne schwache Nummer. He‘s killing you softly?“, schreibt etwa Dirk Zöllner – und empfiehlt seinem Kollegen: „Mach einfach wieder richtig Krach mit den alten Bluesrabauken!“

Einige Fans beurteilen die Darstellung des Sängers aber auch skeptisch. Auf der Facebook-Seite des HsD Erfurt, wo über die Absage eines dortigen Konzerts von Gala & Gogow informiert wird, kritisieren einige den Ton von Frank Gahlers Post: „Die Art, wie Herr Gahler seinen Text formuliert, deutet darauf hin, dass Georgi Gogow seine Entscheidung nicht leichtsinnig getroffen hat“, schreibt etwa Benjamin Weinkauf. „Keine Ahnung, was vorgefallen ist. Aber kann man das nicht geräuschloser machen?“, moniert ein weiterer Nutzer. „Doof sind ja immer die Anderen, Selbstreflektion findet nicht statt“, urteilt Account-Inhaber Immo Bräutigam.

Manche sehen im Post zum Gala & Gogow-Aus Werbung

Zwar ist unter dem Post der Erfurter Konzertstätte Bedauern und Schock über das Band-Aus zu finden – „Ich bin fassungslos“, gesteht ein Fan etwa –, einige Kommentatoren werfen dem Gala & Gogow-Frontmann jedoch vor, mit der Bekanntgabe der Trennung Werbung für sein Buch zu verbinden. „Beste Buch Promotion ever“, ist etwa zu lesen. „Auch ne Form von Marketing“, oder: „Das ist die beste Werbung“.

Dass Gahler auf seinem Account jenen, die bekunden, nun dessen Buch lesen zu wollen, über Bestellmöglichkeiten informiert, dürfte die entsprechenden Kommentatoren in ihrer Ansicht nur bestätigen.

Zwischen die vielen emotionalen Reaktionen mischen sich aber auch nüchterne Kommentare. „Derartige Entscheidungen muss man akzeptieren und respektieren“, findet Nutzer Steffen Kosiolek und betont: „Erklärungsversuche, Mutmaßungen sind hier nicht hilfreich.“ Akzeptanz ist den Fans von Gala & Gogow wohl tatsächlich zu empfehlen. Denn bei allen Fragen rund um die Trennung des Duos scheint wohl eines klar: Sie ist endgültig.