Iron Maiden in Berlin 2025
: So war das zweite Konzert in der Waldbühne (in 5 Fragen)

Eine Legende, zwei Shows, 5 Fragen: Iron Maiden feiert mit über 40.000 Fans Jubiläum in der Waldbühne. Welchen Eindruck hinterlassen die Heavy-Metal-Ikonen beim zweiten Konzert in Berlin?
Von
Michael Heider
Berlin
Jetzt in der App anhören
Gleich zweimal tritt Bruce Dickinson (hier bei einem Konzert in Gelsenkirchen) mit Iron Maiden in der Waldbühne Berlin auf.

Gleich zweimal tritt Bruce Dickinson (hier bei einem Konzert in Gelsenkirchen) mit Iron Maiden in der Waldbühne Berlin auf.

Rolf Vennenbernd/dpa
  • Iron Maiden feiert 50 Jahre Bandgeschichte mit zwei Shows in Berlins Waldbühne.
  • Über 40.000 Fans erleben Hits aus den ersten neun Alben – Highlight: „Killers“ nach 26 Jahren.
  • Perfekte Akustik trotz kleiner Bühne – Maskottchen Eddie und Pyro-Effekte sorgen für Atmosphäre.
  • Publikum aus aller Welt zeigt Begeisterung – viele Fans reisen extra nach Berlin.
  • Bandmitglieder um die 70 liefern energiegeladene Show – Jubiläumstour überzeugt auf ganzer Linie.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jubiläen wollen gefeiert werden. Vor allem, wenn das Jubiläum „50 Jahre Iron Maiden“ heißt. Nicht weniger als eine „ihrer spektakulärsten und aufwändigsten Shows aller Zeiten“ hat Sänger Bruce Dickinson versprochen. Herausgekommen ist die „Run for Your Lives“-Tour – und eine Doppel-Show in Berlin. Die lockte bereits Dienstag (29. Juli) über 20.000 Metalfans in die Waldbühne. Und auch an Tag 2 sind die steilen Ränge voll mit Anhängern der Band.

Was bieten ihnen die britischen Heavy Metal-Legenden? Liefern sie eine würdige Jubiläums-Show? Ein Konzertbericht in 5 Fragen.

Die Waldbühne in Berlin – der richtige Ort für Iron Maiden?

Die Antwort lautet: Jein. Rockkonzerte in Berlins steilstem Kessel kranken am Ungleichgewicht zwischen Sitz- und Stehplätzen. Iron Maiden feuert am Mittwochabend Riff um Riff los, und zu gern würde man die Landesgartenschau-Kulisse gegen einen Platz vor der Bühne tauschen. Doch der ist begrenzt. Abgespeckt kommen auch die Visuals daher. Die Waldbühne ist zu klein, um Platz für das gesamte Show-Arsenal der Schwermetaller zu bieten. Trotzdem, an Feuer und Theatralik herrscht kein Mangel. Auch das drei Meter große Band-Maskottchen Eddie hat genug Raum für einen Auftritt.

Profiteur des Kessels ist die Akustik. Selbst in den Oberrängen bleibt der unvergleichliche Sound der Ikonen mit drei Gitarristen herrlich hängen. Und eine Band wie Iron Maiden schafft es spielend, Stimmung bis in die letzte Reihe zu schleudern. Oder wie Bruce Dickinson den Text zu „The Number of the Beast“ variiert: „We‘ll make Berlin fucking burn!“ Recht hat er.

Welche Songs spielen Iron Maiden beim zweiten Berlin-Konzert?

Hits, Klassiker und Perlen. Es ist die goldene Ära Iron Maidens, die am Mittwoch erklingt. Die Setlist besteht ausschließlich aus Songs der ersten neun Alben. „Murders in the Rue Morgue“, „Rime of the Ancient Mariner“, „Powerslave“ – die Mischung in der Waldbühne macht Bock. Besonders bei Evergreens wie „Run to the Hills“ oder „The Trooper“ erweist sich das Publikum mit seiner gesanglichen Unterstützung als zwölfter Mann. Highlight mit Seltenheitswert ist zweifelsohne „Killers“. Den Song des gleichnamigen Albums hörte man zuletzt vor 26 Jahren auf einer Iron Maiden-Tour. Insgesamt bietet der zweite Abend in Berlin ein Set, mit dem das Vermächtnis des Phänomens namens Iron Maiden würdig zur Geltung kommt.

Wie ist das Publikum in Berlin drauf?

„MAIDEEEEEN!!!“ ist der Schlachtruf des Abends. Keine Frage, die Fans in Berlin liefern. Kaum jemand ohne Kutte, Shirt, Pullover oder Trikot, auf dem nicht der ikonische Schriftzug der Band oder die Fratze von Maskottchen Eddie aufgedruckt ist. Dass viele am Abend zuvor bereits hier waren, stellt Bruce Dickinson selbst fest:  „Wir waren gestern hier, wir sind heute hier. Und viele von euch auch.“

Zu den Berlinerinnen und Berlinern gesellen sich zahlreiche Fans aus aller Welt. Wer sich in den Schlangen vor den Zapfanlagen umhört, trifft auf Metalheads aus Polen, Finnland, Italien und Spanien. Auch aus anderen Ecken Deutschlands haben einige weite Anfahrten nicht gescheut. Zusammen sorgen sie für wahre Jubiläums-Stimmung. Nicht nur wegen des Altersdurchschnitts und zahlreichen Shirts vergangener Touren wirkt es so, als würden sie mit Iron Maiden alte Weggefährten feiern.

Rockstars mit fast 70 – wie klingt Iron Maiden heute?

Nicht nur vor der Bühne herrscht Euphorie. Auch die sechs Bandmitglieder haben sichtlich Spaß bei ihrem zweiten Konzert in Berlin – und befeuern das zweistündige Set mit enormer Energie. Selbstverständlich ist das nicht. Mit Ausnahme von Simon Dawson, der den langjährigen Drummer Nicko McBrain auf der Tour ersetzt, gehen alle Mitglieder auf die 70 zu.

Aber wie heißt es so schön? Das Alter ist nichts als eine Zahl! Anders sind die Verrenkungen und körperlichen Showeinlagen von Gitarrist Janick Gers (68) nicht zu erklären. Auch Sänger Bruce Dickinson spielt seine opernhaften Gesangskünste voll aus. In Berlin wirkt Iron Maiden wie eine gut geölte Maschine. Man merkt, dass sie auf der „Run for Your Lives“-Tour bereits genug Zeit hatten, sich aufeinander einzuspielen.

Lohnt sich die „Run for Your Lives“-Show?

Absolut! 50 Jahre hin oder her – Iron Maiden beweisen in der Waldbühne Berlin, dass sie live noch immer eine Bank sind. Ihr unvergleichlicher Mix aus Oper, Metal und etwas Geisterbahn ist gut gealtert. Wie die langfristigen Pläne der Mannen um Steve Harris aussehen, ist nicht bekannt. Ihr zweites Konzert in Berlin ist jedenfalls der handfeste Beweis, dass für Iron Maiden noch lange nicht Schluss sein muss.